Geschäftsführer und Braumeister Dr. Marc Rauschmann: „BraufactuM – das ist Craft Bier“

„BraufactuM – das ist Craft Bier“. Und mehr noch: BraufactuM ist kreativer Umgang mit Zutaten, handwerklichen Herstellungsverfahren und neuen oder wiederentdeckten Brauverfahren. Seit 2010 arbeitet das Team rund um Dr. Marc Rauschmann, einem der Geschäftsführer und Braumeister, täglich an der Kreation und Vermarktung von neuen Bieren. Das Portfolio umfasst mittlerweile fast 40 unterschiedliche Craft Biere, darunter 14 Eigenkreationen. Da zum perfekten Craft-Bier auch die passenden Gläser benötigt werden, hat man diese zuletzt selbst entwickelt. BraufactuM sorgt dafür, dass man ein Gesamtpaket für besten Craft-Bier-Genuss bekommt.

about-drinks sprach mit Dr. Marc Rauschmann, Geschäftsführer und Braumeister bei „Die Internationale Brau-Manufacturen GmbH“ mit der Marke BraufactuM, über seinen Werdegang, die Entstehungsgeschichte von BraufactuM sowie den aktuellen Craft-Bier-Trend in Deutschland.

Erzählen Sie unseren Lesern bitte zuerst, worum es sich bei BraufactuM genau handelt.
Marc Rauschmann: BraufactuM – das ist Craft Bier, das ist der kreative Umgang mit besten natürliche Zutaten, handwerklichen Herstellungsverfahren und neuen oder wiederentdeckten Brauverfahren. In einem kleinen Team von zehn Leuten arbeiten wir tagtäglich an der Kreation neuer Craft Biere. Wir wollen zeigen, was Bier alles kann, welche Bandbreite an Vielfalt in Sachen Geruch, Geschmack und Farbigkeit möglich sind. Es gibt so viele Wege, ein einzigartiges Bier zu brauen. Die unterschiedlichsten Hopfen- und Malzsorten können miteinander kombiniert werden, einige Bierstile finden erst durch die Reifung in einem Holzfass ihre Vollendung. Da ist so vieles möglich. Dabei geht es bei BraufactuM nicht nur um die Biere an sich, sondern vor allem auch um die Menschen dahinter, die dem Bier eine Geschichte geben.

Das BraufactuM Team verbindet die Leidenschaft für die Vielfalt des Kulturgutes Bier. Wir alle haben den Mut, auch mal über den Tellerrand hinaus zu schauen. Neben der Entwicklung neuer Biersorten und dem Brauen dieser gehört auch die Vermarktung zu den Aufgaben unseres Teams. Wir sind permanent auf den unterschiedlichsten Veranstaltungen unterwegs und begleiten Bier-Degustationen. Das Besondere an BraufactuM sind neben zahlreichen Eigenkreationen die Biere unserer Partnerbrauereien weltweit. Schon seit 2010 präsentieren wir diese neue Biervielfalt in Deutschland.

Wie sah ihr persönlicher Werdegang aus? Was hat Sie daran gereizt, Craft Bier zu brauen?
Marc Rauschmann: Ich bin schon in jungen Jahren über eine Hobbythek-Sendung (Nr. 80: Bier selber gemacht) zum Hausbrauer geworden. Das Bierbrauen machte mir sehr viel Freude, so dass ich durch verschiedene Praktika weitere Erfahrungen in dem Bereich sammelte. Schließlich entschied ich mich dann, in Berlin Brauereitechnologie zu studieren. Während des Studiums hatte ich immer viel Freude daran, Neues in punkto Bierherstellung, Rohstoffe und Zutatenverwertung zu lernen. Außerdem begann ich den ersten internationalen Austausch über den Lehrstuhl zu pflegen und dann schließlich auch selber zu lehren.

Nach meiner Promotion zu einem besonderen Filtrationsverfahren bin ich dann zur Radeberger Gruppe gegangen. Dort war ich zunächst für die Qualitätssicherung, später dann noch für Technologie und Rohstoffqualität verantwortlich. Gerade die Rohstoffe, also Malz und Hopfen, und deren Vielfalt haben mich immer begeistert. Alleine diese Rohstoffe bieten einem Braumeister einen so immens großen Spielraum für Kreativität in Bezug auf den Brauprozess. Beispielsweise gibt es weltweit über 100 unterschiedliche Hopfensorten. Jede einzelne Sorte eröffnet eine ganz eigene Welt an Bitter- und Aromastoffen. Durch die Kombination unterschiedlicher Hopfensorten entstehen neue Craft Biere. Jedes dieser Craft Biere kann so seinen ganz individuellen Charakter und seine überraschende Aromenvielfalt erhalten. Das ist es, was mich immer fasziniert hat. Bis heute bin ich regelmäßig auf den Feldern unterwegs, der Austausch mit den Hopfenpflanzern ist für mich sehr wichtig. Außerdem kommen mir im Hopfengarten auch immer wieder neue Ideen für Bierkreationen.

Erzählen Sie uns etwas zur Entstehungsgeschichte von BraufactuM.
Marc Rauschmann: Die Begeisterung für die Rohstoffe, die zur Bierherstellung benötigt werden, und deren Vielfalt hat mich früh in meiner Laufbahn begleitet. Während meiner Tätigkeit bei der Radeberger Gruppe gehörten die Produktentwicklung und die Qualitätssicherung der Rohstoffe zu meinen hauptverantwortlichen Aufgaben.  Dabei begleitete mich immer der Gedanke, das Brauhandwerk quasi neu zu interpretieren, indem man als Braumeister die Vielfalt an natürlichen, aromatischen Rohstoffen nutzt, um einem Bier einen ganz neuen Ausdruck zu verleihen.

In dieser Zeit lernte ich Thorsten Schreiber kennen, heute ebenfalls Geschäftsführer bei BraufactuM. Wir stellten fest, dass uns Leidenschaft für neue Brauverfahren, neue Zutaten und eine neue Biervielfalt eint. Mit Unterstützung der Radeberger Gruppe konnten wir ein Geschäftsmodell entwickeln und uns auf eine Bier-Weltreise begeben. Wir lernten Craft Bier Brauer in den USA, in Großbritannien, Japan, Belgien und Italien kennen. Hier haben die Braumeister schon ganz andere, neue Wege eingeschlagen. In einigen dieser Länder hatte sich die Craft Bier Bewegung bereits etabliert. Mit vielen inspirierenden Eindrücken sind wir nach Deutschland zurückgekommen und haben im Mai 2010 „Die Internationale Brau-Manufakturen GmbH“ gegründet. Damit war der Grundstein für die Marke BraufactuM und die neue Biervielfalt in Deutschland gelegt.

Was macht Ihr Craft Bier besonders? Wie heben Sie sich vom Markt ab?
Marc Rauschmann: Unser Ziel ist es, einmalige geschmackvolle Craft Biere zu brauen. Unter der Prämisse sind unsere 14 Eigenkreationen entstanden, die aktuell Teil des BraufactuM Sortiments sind. Diese werden durch die besten internationalen Craft Biere ergänzt. Egal ob Eigenkreation oder Craft Bier einer internationalen Partnerbrauerei – jedes einzelne Bier ist ein Unikat, hat seine eigene Geschichte, seine individuelle Aromenvielfalt und natürlich seinen unverwechselbaren Geschmack.  Damit Aroma und Geschmack auch während des Transports zum Kunden erhalten bleiben, hat BraufactuM eine in Deutschland einzigartige ununterbrochene Kühlkette aufgebaut.

Apropos Markt: Wie schätzen Sie den Craft Bier-Markt in Deutschland allgemein ein? Hat der Trend aus Amerika Potenzial hierzulande?
Marc Rauschmann: Deutschland lässt sich nicht mit Amerika vergleichen. Wir haben bereits ca. 1400 Brauereien, währenddessen die USA zum Start der Craft Bier Bewegung dort nur knapp 40 Brauereien hatte. Praktisch alle heutigen deutschen Bierstile sind in den USA Craft Bier Stile. Das bedeutet für uns ein großes Potential, aus dem wir hier in Deutschland schöpfen können. Hierzulande wird sich Vieles auch dem Bestehenden heraus entwickeln. Und das ist auch gut so und sehr spannend für uns. Wir müssen unsere lange Brauhistorie mit unseren tollen Bierstilen, die großen Kenntnissen in der Brautechnologie und all unsere Erfahrung nehmen und mit der Offenheit der Craft Bier Brauer für Neues verbinden. Auf der Basis müssen wir unseren eigenen Weg im internationalen Craft Bier Markt finden. Wenn wir das machen, hat dieser Trend bei uns großes Potential, aber nicht als eine Kopie aus Amerika sondern als unsere eigene Weiterentwicklung.

Erzählen Sie uns etwas über Ihre „ganzheitliche Brauphilosophie“.
Marc Rauschmann: Es fängt bei den Rohstoffen an. Für unsere Biere kommen ausschließlich reine, natürliche Zutaten von allerhöchster Qualität zum Einsatz. Von der Auswahl der Rohstoffe, über Maischen, Läutern, Würzekochen, Hefegabe und Gären bis hin zum Lagern und Abfüllen umfasst ein Brauprozess zwölf Schritte. Für uns sind das ein Dutzend Stellschrauben, die wir nutzen, um mit viel Kreativität und Mut zum Experimentieren neue Wege beim Brauen eines Craft Bieres zu gehen.

Für jedes einzelne Craft Bier bekommen die Kunden bei uns eine detaillierte Beschreibung des Bierstiles. Neben Angaben wie Alkoholgehalt, Bitternote, Schaumbildung und so weiter, gibt es zu jedem Bier  Empfehlungen in Sachen Trinktemperatur und ergänzende Speisen. Letzten Endes muss dann natürlich auch die Verpackung stimmen. Es gibt bei uns unterschiedliche Flaschengrößen. So wird aus der richtigen Kombination von Craft Bier und Flasche eine Einheit, die ein hochwertiges und vielseitiges Biererlebnis ermöglicht. Außerdem sind die Etiketten der BraufactuM Kreationen  mit charakterisierenden Elementen des jeweiligen Bierstiles gestaltet. Historische Details sowie Angaben zu den Aromen des Bieres unterstützen Bierliebhaber bei der Auswahl. So schließt sich unsere ganzheitliche Brauphilosophie mit der Flaschenwahl, dem individuell gestalteten Etikett und dem einmaligen Genussmoment.

Welche Produkte umfasst Ihr Portfolio?
Marc Rauschmann: BraufactuM, das heißt vor allem auch Craft Bier Vielfalt. Unser Portfolio umfasst aktuell fast vierzig unterschiedliche Craft Biere. Hier sind zunächst eben die 14 Eigenkreationen, zu denen aktuell drei Seasonals gehören – also Biere, die in jedem Jahr zu einem bestimmten Anlass in limitierter Edition gebraut werden. Hierzu gehören zum Beispiel unsere alljährlichen Harvest Editionen. Bereits seit drei Jahren brauen wir unser Craft Bier – das India Pale Ale „Progusta“ – als erntefrische Harvest Edition. Bei diesem besonderen Bier kommt zum Teil frisch gezupfter Hopfen direkt vom Feld in den Braukessel. So erhält das Bier eine außergewöhnliche, noch intensivere Hopfenaromatik. Seit zwei Jahren wird das Harvest Portfolio um die erntefrische Sonderedition unseres Weizen India Pale Ale „Indra“ ergänzt.

2014 haben wir außerdem das erste Craft Bier unserer Barrel Edition mit fassgelagerten Bieren präsentiert. In den USA verwenden Craft Bier Brauer gerne Bourbon-Fässer. Bei BraufactuM haben wir in diesem Jahr auf eine deutsche Kooperation gesetzt und so reifte unser Stock Ale „Barrel1“ – das erste Bier der Barrel Edition – vier Monate in Whisky-Fässern der bayerischen Slyrs Bavarian Single Malt Whisky Destillerie. Hinzu kommen dann rund 25 Craft Bier Kreationen unserer internationalen Partnerbrauereien aus den USA, Italien, Schottland und Belgien.

Bitte erläutern sie den Herstellungsprozess von BraufactuM. Was ist anders als bei anderen und macht Ihr Craft Bier dadurch außergewöhnlich?
Marc Rauschmann: Der Herstellungsprozess lässt sich nicht allgemein erläutern. Jedes Bier hat sein ganz individuelles besonderes Rezept. Da ist zum Beispiel die Kalthopfung, die unter anderem beim India Pale Ale „Progusta“ zum Einsatz kommt. Beim Barley Wine „Arrique“ und Stock Ale „Barrel1“ arbeiten wir mit der Fasslagerung. Das deutsche Porter Bier „Oscur“ entsteht durch die Vergärung mit drei unterschiedlichen Hefen und Flaschengärung. Die Rezepte machen den normalen Produktionsablauf oft komplizierter, da wir nicht überlegen, wie wir am einfachsten brauen sondern, wie wir den Brauprozess gestalten können, damit ein Bier mit einem individuellen, besonderen Geschmack entsteht.

Wir brauen neue Craft Biere mit viel Leidenschaft, Kreativität und Neugierde. Dabei nutzen wir den Spielraum, den der Brauprozess uns bietet, um ständig neue Kreationen mit überraschenden Geschmacksaromen zu entwickeln.  Es geht hier um ein Handwerk, das sich in unserem Verständnis über die Herstellung bis hin zur Logistik zieht. So macht unsere ununterbrochene Kühlkette zwar auf der einen Seite Vieles komplizierter, aber auf der anderen Seite ist sie nun mal ohne Frage unerlässlich, wenn Qualität das oberste Gebot ist. Zusammenfassend würde ich sagen, dass unser kompletter Prozess – von Ideenfindung, über Herstellung und Logistik – immer am Optimum für die Qualität ausgerichtet  ist.

Was können Sie uns über Ihre internationalen Partnerbrauereien erzählen?
Marc Rauschmann: Darüber könnte ich natürlich Seiten schreiben. Unsere Partner sind alle sehr renommierte Brauereien und haben angesehene Braumeister, die exzellente Biere brauen und auf internationalen Wettbewerben viele Preise gewonnen haben.  Wir pflegen einen engen Austausch und besuchen unsere Freunde regelmäßig oder nehmen an deren Festivals teil (zum Beispiel „Firestone Walker Invitational Beer Festival“). Umgekehrt kommen unsere Partnerbraumeister auch nach Deutschland und machen mit uns hier gemeinsam Veranstaltungen. Uns geht es nicht darum, möglichst viele Brauereien im Sortiment zu haben – ich denke, das wäre ja relativ einfach.

Unser Ziel war und ist es,  die besten Partner an unserer Seite zu haben. Ebenso wichtig ist es, mit den Menschen in einem sehr engen Austausch zu stehen, damit wir uns gegenseitig verstehen und auch ergänzen. Denn letzten Endes vertreiben wir deren Biere wie unsere eigenen Sorten. Wir müssen sie also auch genauso erklären können und verstehen, warum der Braumeister sie genauso gebraut hat.  Wir wählen die Biere unserer Partnerbrauereien aus, die uns selber am besten schmecken und die unser Gesamtsortiment ideal ergänzen. So bildet alles eine Einheit.

Zum perfekten Craft-Bier-Genuss benötigt man auch das richtige Glas. Erzählen Sie unseren Lesern etwas über Ihre neu entwickelten Gläser und was sie so besonders macht.
Marc Rauschmann: Von Beginn an haben wir den Verbrauchern für den perfekten Craft Bier Genuss das passende Glas präsentiert. Dieses wurde von unserem italienischen Partner Teo Musso entwickelt und wir haben es in Deutschland eingeführt. Da es zu unserem Anspruch gehört, unsere Produkte immer weiter zu verbessern, wollten wir auch dieses Glas weiterentwickeln und unsere vierjährige Erfahrung auf den deutschen Craft Bier Markt in ein neues Glas einfließen lassen. So sind in Zusammenarbeit mit dem Glashersteller Sahm der verbesserte BraufactuM Pokal und der neue BraufactuM Becher entstanden.

Duft, Temperatur, Frische und Aussehen spielen beim Trinken eine Rolle und all das liefert der neue Pokal noch besser als sein Vorgänger. Dank seines kleinen Konus und schmaleren Bauches bleiben Trinktemperatur, Kohlensäure und Schaumbildung im Glas länger konstant. Wer den etwas unkonventionelleren Craft Bier Genuss bevorzugt, für den ist der neue BraufactuM Becher genau das Richtige. Durch sein Fassungsvermögen lassen sich unsere Bierkompositionen aus den 0,355-Liter-Flaschen auch vollständig in den Becher eingießen. Und bis auf den nicht vorhandenen Stiel und Konus schmeckt Ihr BraufactuM identisch wie aus dem neuen Pokal.

Was erwartet unsere Leser zukünftig aus dem Hause BraufactuM? Können Sie bereits einen kleinen Ausblick geben?
Marc Rauschmann: Wir haben in diesem Jahr mit Barrel1 und The Brale zwei neue, so noch nicht in Deutschland gebraute Craft Bier Sorten auf den Markt gebracht. In dieser Richtung wird es weitergehen. Wir wollen immer wieder neue Impulse in den Markt geben. Was das genau sein wird, möchte ich heute noch nicht sagen – lassen Sie sich überraschen.

BraufactuM | braufactum.de | facebook.com/braufactum | craftbierblog.de

[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_cta_button2 style=“rounded“ txt_align=“left“ title=“Text auf der Schaltfläche“ btn_style=“rounded“ color=“blue“ size=“md“ position=“right“]Wir bedanken uns bei Marc Rauschmann für das offene und sehr interessante Interview und wünschen BraufactuM weiterhin viel Erfolg! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt![/vc_cta_button2][/vc_column][/vc_row]

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