raphael schmidt und felix broeker von messing weine
Bio, vegan und nachhaltig

Vegane Weine nach biodynamischem Prinzip – Die Gründer von Messing Weine im Interview

Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink. Genau wie das goldfarbige Metall steht auch die Marke Messing symbolisch für die Verschmelzung zweier Komponenten: Persönlichkeit und Qualität. Felix Broeker und Raphael Schmidt sind Freunde und die Initiatoren des kleinen Wein-Projekts. Zusammen mit innovativen Winzern streben sie nach einem prägenden Weingenuss, welcher ausschließlich unter besten biologischen Bedingungen kreiert wird. Vegan und aus nachhaltigem Anbau.

Im Interview sprach about-drinks mit den beiden Gründern darüber, was die Idee hinter Messing Weine ist, was einen Wein eigentlich vegan macht, und warum sie – ganz aktuell – ein Crowdfunding-Projekt namens „Wein-Investment“ ins Leben gerufen haben.

Wer sind die Macher hinter Messing Weine? Stellt Euch bitte kurz vor.

Raphael Schmidt: „Wir – das sind Felix und ich – sind Freunde seit Kindheitstagen und Weinliebhaber aus Bielefeld. Unser gemeinsamer beruflicher Werdegang, bei einem Unternehmen aus der Getränkebranche, hat uns den Weg zur flüssigen Kulinarik geöffnet. Nach über fünf Jahren zog es mich dann weiter in der Getränkebranche, währenddessen Felix noch einige Zeit bei unserem Ausbildungsbetrieb blieb und sich vergangenes Jahr mit einer Kreativagentur & Filmproduktion selbständig machte. Kurz darauf gründeten wir dann unser ökologisches Wein-Startup, welches schon seit längerer Zeit in der Schublade schlummerte.“

Wie entstand die Idee zu Messing Weine?

Felix Broeker: „Wir hegten schon länger den Plan, uns selbständig zu machen. Einen Impuls dazu lieferte sicherlich unser gemeinsames BWL-Studium, wo das Thema Entrepreneurship eine fundamentale Rolle gespielt hat, und wir immer wieder über interessante Geschäftsmodelle der verschiedensten Branchen gestolpert sind. Am meisten konnten wir uns jedoch immer für Konsumgüter begeistern.“

Raphael Schmidt: „Als ich dann Anfang 2019 auf einer Wein- und Spirituosenmesse war, lernte ich einen Winzer kennen, welcher den Stand neben uns bezogen hatte. Wir kamen ins Gespräch, und ich war total angetan von seiner Philosophie, seinem Qualitätsansprüchen und seiner Offenheit. Besonders in Erinnerung war mir allerdings ein leider negatives Thema unseres Gesprächs geblieben. Und zwar, dass kleinere, familiengeführte Weingüter gar nicht mehr die Zeit haben, den immer wachsenden Kundenansprüchen gerecht zu werden. Damit meine ich in erster Linie die Digitalisierung des Marketings und des Vertriebs, aber auch die Tatsache, dass eine fokussierte Kommunikation und Zielgruppenansprache fehlt.

Kurz nach der Messe erzählte ich Felix von diesem Dilemma, und wir sahen hier eine gute Möglichkeit, aktiv zu werden. Uns war es jedoch von Anfang an wichtig, dass wir Teil des Herstellungsprozesses sind. Somit begann das Tüfteln und Planen, was uns knapp ein Jahr Zeit kostete. Parallel zu unserem praktischen und theoretischen Schulungsprozess – sowohl bei der Ausbildung im Deutschen Weininstitut, als auch im Weinkeller unseres Winzers – kreierten wir dann unsere ersten beiden Weine. Weitere sollten folgen.“

Woher kommt der Name? Hat er eine bestimmte Bedeutung?

Felix Broeker: „Der Name Messing kommt tatsächlich nicht von ungefähr. Wie auch das goldfarbene Metall, ist auch die Marke „Messing“ eine Verschmelzung. In unserem Fall eine Verschmelzung verschiedener, positiver Eigenschaften zweier Freunde.“

Eure Weine stammen aus biologischem Anbau und sind vegan. Warum ist Euch das wichtig?

Raphael Schmidt: „Das Thema Nachhaltigkeit ist ein Generationsthema und insbesondere unsere Generation – die Generation Y – ist mit dem Thema extrem konfrontiert. Umdenken ist nicht nur ein politisches, sondern mittlerweile auch ein gesellschaftlich wichtiges Thema geworden. Um ganz zu ehrlich sein, mussten auch wir erstmal lernen und verstehen, was den Unterschied ausmacht. Ein tieferer Einblick in die Weinwirtschaft führte zu dem Entschluss, dass wir uns ausschließlich auf ökologisch-zertifizierten Weinbau beschränken möchten.“

Felix Broeker: „Wir waren baff, wie offensichtlich sich das äußere Erscheinungsbild der Weinreben auf einer konventionell bewirtschafteten Parzelle von einer biodynamisch bewirtschaftete Parzelle unterscheidet. Wir wollten keine Abstriche in Sachen Qualität machen und haben deshalb auf biodynamischen Anbau gesetzt. Wir haben uns für eine vegane Herstellungsform entschieden, da wir außer dem etwas günstigeren Preis, keinerlei Vorteile bei der Klärung mithilfe von tierischen Eiweißen erkennen konnten.“

Was macht Euren Wein vegan? Was steckt drin in Messing Weine – und was eben nicht?

Raphael Schmidt: „Wie es das Wort vegan schon ausdrückt, verzichten wir auf den Zusatz von tierischen Hilfsstoffen zur Schönung der Weine. Denn insbesondere bei der Filtrierung konventioneller Weine wird oftmals noch tierisches Eiweiß zur Bindung der Trübstoffe verwendet. Tonerde oder eine längere Standzeit können als Alternative dazu dienen und werden dem Wein als Kulturgut gerecht.“

Bedeutet das, dass Eure Weine trüb sind?

Raphael Schmidt: „Wie zuvor bereits erwähnt, verzichten wir zwar auf den Einsatz von tierischen Hilfsstoffen, allerdings gibt es alternative Verfahren zur Klärung, welche aktuell bei unseren Stillweinen angewendet werden. Diese sind daher nicht trüb. Allerdings haben wir vor zwei Monaten unseren ersten komplett unfiltrierten Wein abgefüllt. Unser Messing Pétillant Naturel ist ein naturtrüber und umgeschwefelter Perlwein auf Basis einer Riesling Spätlese. Pétillant Naturel ist eine Bezeichnung für eine besondere Stilistik und steht übrigens auch für „natürlich prickelnd“.“

Lässt sich veganer Wein an seinem Geschmack erkennen?

Felix Broeker: „Nein, geschmacklich ist kein Unterschied zu erkennen. Dies dürfte auch schwierig sein, da die tierischen Hilfsstoffe nach der Klärung dem Wein wieder entzogen werden.“

Sind vegane Weine eigentlich immer Bio-Weine?

Raphael Schmidt: „Auch hier gibt es ein nein. Das Bio-Zertifikat bezieht sich zwar auf den gesamten Herstellungsprozess, allerdings setzt dieses lediglich voraus, dass die Weine mit Hilfe rein natürlicher Hilfs- und Zusatzstoffe hergestellt werden. Tierisches Eiweiß wäre demnach ein natürlicher Hilfsstoff. Einen Unterschied zum biologischen Weinbau bietet allerdings der biodynamische Weinbau, dessen Grundsätzen wir uns folgen. Hier versteht man den Herstellungsprozess als Kreislauf, welcher schonender mit den eingesetzten Ressourcen umgeht. Wer hierüber mehr erfahren möchte, sollte sich dazu einmal unseren Blogbeitrag unter www.messingweine.de/blog anschauen.“

Wo werden Eure Weine hergestellt? Bezieht Ihr alle Rohstoffe aus der Region?

Raphael Schmidt: „Die beiden Weingüter, mit den wir aktuell arbeiten, gehören zum Anbaugebiet der Mosel. Getreu dem Motto „so nah wie möglich so weit wie nötig“ kommt alles aus einem Umkreis von weniger als 50km. Und dabei sprechen wir im gröberen Sinne nur von der Produktausstattung – also Glas, Kapseln und Etiketten. Die Weine kommen immer von einem Weingut, und auch die eingesetzten Hilfsstoffe kommen nach Möglichkeit direkt vom Weinberg. Zum Beispiel wird zwischen den einzelnen Rebenziehungen Winterweizen angepflanzt, damit sich eine natürlicher Organismus von Insekten und Pflanzen bildet, welcher für den notwenigen humusreichen Boden sorgt. Aber auch Tiere kommen bei der Bewirtschaftung der Felder zum Einsatz. So sollen Schafe die Berge abgrasen und zur natürlichen Ertragsregulierung beitragen, wodurch die Reben gestärkt werden und sich damit langfristig gute Qualitäten versprechen lassen.“

Wie viel Potential steckt Eurer Meinung nach im veganen Wein-Markt?

Raphael Schmidt: „Die Nachfrage nach veganen Produkten wächst sicherlich. Aber wir sehen unsere Weine in der Gesamtheit als ein sehr durchdachtes, nachhaltiges und natürliches Erzeugnis. Vielmehr sogar als „Mission Statement“ in Form eines leckeren Genussmittels. Denn neben dem Faktor Nachhaltigkeit ist uns ganz besonders wichtig, dass wir unseren Weinen auch Kreativität und Individualität verleihen. Mit einer Community, bestehend aus verschiedenen familiengeführten und ökologisch arbeitenden Weingütern, eine eigene Stilistik zu kreieren, ist das reizvolle an unserem Projekt, was letztendlich auch der Konsument wahrnehmen soll.“

Wo kann man Messing Weine kaufen?

Felix Broeker: „Wir konzentrierten uns zu Anfang auf die Gastronomie. Als uns der Lockdown in die Quere kam, haben wir unseren eigenen Online-Shop gelauncht. Wir lieben den Direct-to-Consumer-Ansatz, da wir so sehr dicht am Kunden sind. Das geht so weit, dass wir den regionalen Kunden ihren Wein persönlich an die Haustür geliefert haben. Des Weiteren arbeiten wir mit einigen ausgewählten Feinkost-, Wein- und Wochenmarkthändlern zusammen. Auch über diese Vertriebskanäle lässt sich unsere Philosophie gut kommunizieren.“

Was sind Eure Pläne für das Jahr 2021?

Raphael Schmidt: „Wir sind aktuell in Gesprächen mit weiteren Weingütern, die unsere Werte teilen und arbeiten an unserem ersten Rotwein. Darüber hinaus können wir nun bereits exklusiv verraten, dass wir ab April ein Crowdfunding-Projekt namens „Wein-Investment“ ins Leben rufen werden. Damit wir uns die Entwicklungs- und Produktionskosten auch weiterhin leisten können, haben wir zusammen mit dem renommierten Weingut „Von Hövel“ einen ganz besonderen Wein unter dem Namen „Riesling Selektion 2018“ kreiert. Das Verrückte: Wer dem Wein widersteht und die ungeöffneten Flaschen nach 15 Monaten zurückgibt, bekommt sein Geld mit 20% Rendite zurück! Ein Wein der richtig Spaß macht und ein Projekt, welches uns als Startup in unseren Entwicklungen unterstützt – das lohnt sich doppelt! Mehr dazu gibt es auch unter www.messingweine.de/weininvestment.“

Messing Weine | www.messingweine.de | www.facebook.com/messingweine | www.instagram.com/messingweine | www.messingweine.de/weininvestment

+++ Wir bedanken uns bei Raphael Schmidt und Felix Broeker für das offene und sehr interessante Interview und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt! +++

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