OSTMOST – Aus den Streuobstwiesen und für den guten Geschmack

OSTMOST – das sind Säfte, Schorlen und Cider aus Berlin. Der Name ist dabei Programm: Most aus dem Osten des Landes, also durch Keltern gewonnener Fruchtsaft aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für die Herstellung werden ausschließlich Früchte von Streuobstwiesen, die nach strengen Kriterien öko-zertifiziert werden, genutzt. Das bedeutet auch, dass die Getränke limitiert sind – und zwar auf natürliche Weise, denn die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen schließt eine Massenproduktion aus. Ganz generell steht das  Thema „Streuobstwiesen“ im Mittelpunkt bei OSTMOST: Es dreht sich – neben den Produkten – alles um den Schutz und Erhalt der östlichen Streuobstwiesen.

Bernd Schock und Dennis Meier, die Gründer und Geschäftsführer von OSTMOST, sprachen mit about-drinks über die Produkte, die Streuobstwiesen und vieles mehr.

Erklären Sie unseren Lesern bitte, worum es sich bei OSTMOST handelt.
Dennis Meier: Bei OSTMOST handelt es sich um eine nachhaltige Marke für Säfte, Schorlen und Cider aus der 2014 gegründeten Streuobstwiesen Manufaktur GmbH in Berlin. Die Rohware stammt aus seltenen und regionaltypischen Apfelsorten von öko-zertifizierten Streuobstwiesen. Der Streuobstanteil beträgt bei uns 100%. Damit heben sich unsere Getränke geschmacklich und in der hohen Qualität deutlich von Getränken ab, die aus Mainstream-Apfelsorten in der konventionellen Landwirtschaft erzeugt werden.

Wieso eigentlich Streuobstwiesen?
Bernd Schock: Streuobstwiesen sind als Kulturlandschaft wahre Paradiese für die Artenvielfalt. Leider sind sie die Streuobstwiesen im Osten stark bedroht. In den letzten 50 Jahren wurden ca. 80% abgeholzt. Grund dafür sind die Intensivierung der Monokulturplantagen und die Versiegelung der Flächen für den Siedlungsbau. Um diese negative Entwicklung für die Umwelt aufzuhalten, haben wir ein nachhaltiges Nutzungskonzept entwickelt, das den Erhalt von Streuobstwiesen garantiert und die Neupflanzung von alten Obstsorten ermöglicht. Wir glauben, dass nur was gut genutzt wird, auch geschützt wird. Somit sind unsere Getränke mit ihrer Geschmacksvielfalt auch gleichzeitig perfekte Werbeträger für den Erhalt von Streuobstwiesen.

Wieso sind Streuobstwiesen „die kleinen Regenwälder Deutschlands“?
Bernd Schock: Wir vergleichen gern Streuobstwiesen mit kleinen Regenwäldern, weil sie mit einer Artenvielfalt von über 6.000 Tier- und Pflanzenarten ebenfalls Biotope und Genreservoirs von unschätzbarem Wert darstellen. Im Gegensatz zu Monokulturen sichern sie die Biodiversität der regionalen Flora und Fauna. Ein Hochstamm Streuobstbaum allein dient als Lebensraum für über 1.000 Tier- und Insektenarten und braucht 31 Jahre bis zur vollen Ertragsfähigkeit. Streuobstwiesen gehören außerdem zur Permakultur Zone IV und sind damit dicht dran an den Regenwäldern, die der Permakulturzone V entsprechen. (Die Zonen der Permakultur dienen der Kategorisierung von dauerhaft funktionierenden, nachhaltigen und natürlichen Kreisläufen.) Eine weitere Parallele ist ihre Bedrohung durch Abholzung.

Was hat es mit dem Aufruf „Reclaim Streuobstwiesen!“ auf sich?
Bernd Schock: Dieser Aufruf ist sprachlich angelehnt an „Reclaim the Streets“, einer Aktionsform aus diversen Großstädten mit dem übergeordneten Ziel, sich den öffentlichen Raum wieder anzueignen. „Reclaim Streuobstwiesen“ besagt, dass wir mit OSTMOST die Streuobstwiesen wieder zurück erobern, quasi wieder auf die Landkarte holen. Wir sprechen mit unserer Marke bewusst ein junges urbanes Publikum an, das den Wunsch nach Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen hat und bewusst konsumiert. „Reclaim Streuobstwiesen“ wurde so der Name der Kampagne, die zu konkreten Aktionen zum Schutz und Erhalt von Streuobstwiesen aufruft. Diese führen wir als Förderer des gemeinnützigen Vereins „Äpfel und Konsorten e.V.“, der sich für den Schutz, Erhalt und die Neupflanzung von Streuobstwiesen einsetzt. (Anmerkung: Der Verein wurde von Bernd Schock parallel zu OSTMOST gegründet). Ein Großteil der Mitglieder sind Experten aus der Landwirtschaft. Gemeinsam organisieren wir Mitmachaktionen wie z.B. Patenschaften für einzelne Bäume oder ganze Streuobstwiesen, Pflanzevents, Baumschnittkurse und einiges mehr. Daran können sich sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen und Institutionen beteiligen.

Welche Produkte umfasst Ihr Portfolio?
Dennis Meier: Bei den nichtalkoholischen Getränken führen wir z.Zt.:

  • 100% Apfel-Bio-Direktsaft naturtrüb
  • Apfel-Schorle, 55% Apfel-Bio-Direktsaft
  • Apfel-Minze-Schorle (55% Apfel-Bio-Direktsaft, 3% Extrakt der Mentha X Piperita, einer Kreuzung aus Wasser- und Krauseminze)

Bei den alkoholhaltigen Getränken führen z.Zt. den OUTCIDER in zwei Alkoholstärken:

  • OUTCIDER mild, lieblich, 3,5% Alc.
  • OUTCIDER wild, feinherb, 5,5% Alc.

Alle Sorten gibt es im praktischen Mitnahmeformat der 0,33l Flasche mit Drehverschluss. Auf Wunsch vieler Gastronomen werden wir in diesem Frühjahr den reinen Apfelsaft zusätzlich auch in der 1 Liter Flasche anbieten. Zusätzlich werden wir dieses Jahr weitere innovative Geschmackssorten auf den Markt bringen, wie z.B. Apfel-Rote Bete und Apfel-Johannisbeere oder Apfel-Hollerblüte.  Außerdem werden wir zum Winter 2015 Heißgetränke auf Apfelbasis anbieten. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, jedes Jahr eine neue Sorte zu entwickeln. Für das Jahr 2016 gibt es etwas noch nie Dagewesenes. Lassen Sie sich überraschen!

Und woher kommen die Äpfel für Ihre Produkte jetzt genau?
Dennis Meier: Das Einzugsgebiet unserer Rohware erstreckt sich z.Zt. auf Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Rohware der aktuellen Produktionscharge stammt aus den Gebieten „Rundlingsdorfer Tiefengruben“ um Bad Berka, den Streuobstwiesen in der Region Thüringer Wald und der Streuobstwiesen-Initiative des Vereins Thüringische Rhön e.V.

Wir zahlen den Landwirten und Initiativen für ihre Rohware Preise deutlich über dem marktüblichen Durchschnitt. Durch dieses Aufpreismodell wird die aufwendige und kostenintensive ökologische Bewirtschaftung der Streuobstwiese wieder attraktiv. Unser ganzheitlicher Ansatz umfasst eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Wirtschaft und Landwirtschaft.

Bitte erzählen Sie uns etwas zur Herstellung und Qualität Ihrer Produkte.
Dennis Meier: Unsere Früchte werden von Hand geerntet und werden wie für Streuobstwiesen üblich ohne Pestizide, Insektizide und Herbizide bewirtschaftet. Es gelten natürlich alle Bio-Regeln: OSTMOST Produkte sind frei von künstlichen Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffen und enthalten keine Gentechnik. Außerdem verzichten wir auf Hilfsmittel tierischen Ursprungs zur Klärung der Getränke, die somit vegan sind. Das Besondere an der Herstellung ist die Kombination aus handwerklicher Mostertradition mit modernen und schonenden Abfüllungsverfahren, ein Prinzip das Harald Elm – unseren Chef-Kelterer – den Beinamen „Saftkönig“ in der Branche eingebracht hat. Für unseren Cider – den OUTCIDER – hat er beispielsweise ein besonders hochwertiges Gärverfahren entwickelt.

Was können Sie unseren Lesern über die Geschmacksvielfalt Ihrer Säfte erzählen?
Bernd Schock: Was wenige Menschen wissen ist, dass die von Hand geernteten alten Apfelsorten ein weitaus nuancenreicheres Geschmacksspektrum haben als z.B. Weintrauben. Kennen Sie den Geschmack von Minister von Hammerstein, Schafsnase oder Geheimrat Dr. Oldenburg schmecken? Diese sind nur einige der in unseren Getränken enthaltenen alten Apfelsorten. Im aktuellen Einzugsgebiet unserer Rohwaren gibt es ca. 50 seltene und kaum bekannte Apfelsorten mit einem jeweils individuellen Aroma. Da fällt es eher schwer, die große Geschmacksvielfalt mit Worten zu beschreiben. Wir würden sagen: „Ein Schluck sagt mehr als tausend Worte!“

Wer ist für das Design Ihrer Flaschen verantwortlich?
Dennis Meier: Wir sind sehr glücklich, dass wir für die Gestaltung das junge Kunst- und Designstudio ON&ON aus Berlin gewinnen konnten, das fest in der Urban Art-Szene verankert ist. Berlin gilt europaweit als Zentrum dieser jungen Kunstgattung. Damit möchten wir den Brückenschlag zwischen Stadt und Land symbolisieren, den OSTMOST darstellt. Während der Inhalt der Flaschen das Land erlebbar und schmackhaft macht, spricht das Design ein urbanes Publikum an, das für innovative Konzepte aufgeschlossen ist.

Über welche Distributionswege wird das Produkt vermarktet?
Bernd Schock: OSTMOST wird z.Zt. hauptsächlich in der Berliner Gastronomie und im ausgesuchten Berliner Fachhandel vertrieben, was in der Natur der Sache liegt. Unsere Bewegung zur Erhaltung von Streuobstwiesen lebt vom partnerschaftlichen und emotionalen Miteinander, weil etwas gemeinsam bewirken möchten. Damit sich aber jeder engagieren kann, der es möchte, werden wir unsere Produkte bald über unseren Online-Shop bundesweit anbieten.

Der Vertrieb in herkömmlichen Supermärkten oder gar Discounter kommt für uns nicht in Frage, da diese unsere Werte nicht mittragen. Ein schnell wachsender Vertriebskanal sind ebenfalls Musik- und Kultur-Events wie Festivals und Ausstellungseröffnungen. Aber auch Veranstaltungen, in denen es um Nachhaltigkeit in sämtlichen gesellschaftlichen Bereichen geht.

Welche Kommunikationsmaßnahmen nutzen Sie für die Vermarktung? Was machen Sie im Bereich Social Media?
Dennis Meier: OSTMOSTs originäre Aufgabe ist es, eine Plattform für die Streuobstwiesen und ihre Bewohner zu schaffen. Wir nutzen Facebook, Twitter und Instagram, um die Menschen an unseren Aktionen teilhaben zu lassen und den Wert der Streuobstwiesen für die künftigen Genrationen wieder in das Bewusstsein zu rufen.

Was ist für das Jahr 2015 im Hause OSTMOST geplant?
Bernd Schock: Neben den oben erwähnten Produktinnovationen werden wir noch mehr Mitmachaktionen zur Erhaltung von Streuobstwiesen durchführen. Zum Beispiel: Etliche unserer Partner in der Gastronomie haben eine Baumpatenschaft übernommen und erhalten von uns im April junge regionaltypische Apfelbäume als sichtbares Zeichen ihres Engagements für Streuobstwiesen. Diese Bäume werden sie pflegen und später alle mit uns gemeinsam in einer Streuobstwiese in Brandenburg einpflanzen. Diese Aktion ist aber nicht auf die Gastronomie beschränkt. Wir freuen uns über jeden, der uns unterstützen möchte und laden herzlich dazu ein!

Z.Zt. laufen noch Gespräche mit den Leitern von Musikfestivals, die ebenfalls Bäume auf ihrem Gelände pflanzen möchten. Unternehmen melden verstärkt Interesse, sich zu engagieren, indem sie OSTMOST ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen oder die Teilnahme an Pflanzevents ermöglichen.

Gemeinsam mit dem Verein Äpfel und Konsorten haben wir außerdem die Kartografierung aller Streuobstbestände in Brandenburg geplant und werden die Möglichkeit der direkten Teilhabe an der Inwertsetzung durch ein innovatives Crowdfunding Tool auf unserer neuen Webseite anbieten. Damit kann dann jeder im Internet Pate eines Baumes oder sogar ganzer Parzellen einer Wiese werden.

OSTMOST | ostmost.berlin | facebook.com/OSTMOST.Berlin

[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_cta_button2 style=“rounded“ txt_align=“left“ title=“Text auf der Schaltfläche“ btn_style=“rounded“ color=“blue“ size=“md“ position=“right“]Wir bedanken uns bei Bernd Schock und Dennis Meier für das offene und sehr interessante Interview und wünschen OSTMOST weiterhin viel Erfolg! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt![/vc_cta_button2][/vc_column][/vc_row]

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