Nine Leaves – Yoshihari Takeuchis Weg zum Rum

Am 4. und 5. Oktober findet in Berlin das German Rum Festival 2014 statt. Rund 80 Marken aus aller Welt werden den rund 4.000 Besuchern über 300 Rumsorten präsentieren – auch Yoshihari Takeuchi aus Japan ist dann mit seinem Nine Leaves Rum vor Ort. Takeuchis Weg in die Spirituosenbranche war dabei alles andere als gewöhnlich: Nach vielen Jahren im familieneigenen Zuliefererbetrieb für die Automobilindustrie wollte Yoshihari Takeuchi (49) wieder zurück zu seinen Wurzeln, zurück zur japanischen Handwerkskunst. Mit seiner Destille Nine Leaves hat er schließlich einen Weg gefunden, seiner Kreativität wieder mehr Ausdruck zu verleihen.

Im Interview erzählt Yoshihari Takeuchi mehr über Nine Leaves sowie seinen Weg von der Automobilindustrie zum Rum.

Herr Takeuchi, spielten die Themen Alkohol im Allgemeinen und Rum im Besonderen schon immer eine Rolle in Ihrem Berufsleben?
Yoshihari Takeuchi: Nein, das kann man nicht behaupten. Meine Familie und unser Unternehmen, wir arbeiten eigentlich als Zuliefererbetrieb eng mit der Automobilindustrie zusammen. Die Wurzeln unseres Unternehmens reichen zurück bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Damals stand der Name Takeuchi allerdings noch für den Handel mit Holz.

Mein Großvater begann mit der Produktion und Zulieferung von Autoteilen für Toyota. Anfänglich produzierte er noch viele Innenraumteile aus Holz, dann änderte sich das Material, Plastik trat seinen Siegeszug an. Wir haben uns mit der Automobilindustrie über die Jahrzehnte entwickelt, die Wünsche des Kunden immer im Blick. Aber wir haben auch die Seele unserer Arbeit nie vergessen: das Handwerk.

Aber wie kam es dazu, dass Sie nun mit Ihrer Destille Nine Leaves Rum herstellen? Wo liegen die Wurzeln dieser Verbindung?
Yoshihari Takeuchi: Wir stellen Autoteile mit unglaublicher Präzision her, aber ich wollte zurück zur Wiege unserer Arbeit, zur japanischen Handwerkskunst. In mir wuchs wieder der Wunsch etwas herzustellen, das in vollem Maße meine Gedanken, meine Kreativität spiegelt und bei dem ich die Qualität meiner Arbeit unmittelbar am Lächeln des Kunden ablesen kann.

Und zur Verwirklichung dieses Wunsches war Rum Ihre erste Idee?
Yoshihari Takeuchi: Wahrscheinlich war es nicht nur eine Idee, sondern eine Inspiration. Ich saß in einer Bar und hatte mich gerade auf die große Reise begeben, die Geschmacksnoten der Welt zu erkunden. Begeistert von der Vielfalt beschloss ich, dass ich einen eigenen Rum kreieren möchte. Ich wusste, dass Japan alles bietet, was ein hervorragender Rum braucht: Sehr gutes Zuckerrohr, bestes Wasser und unsere japanische Handwerkskunst.

Erzählen Sie unseren Lesern bitte mehr über die Entstehungsgeschichte von Nine Leaves!
Yoshihari Takeuchi: Den Ursprung des Namens Nine Leaves findet man in meinem Familienwappen – Kamon, wie man in Japan dazu sagt. Zudem steckt er in meinem Namen. Das „Take“ in Takeuchi heißt Bambus und unser Kamon zeigt neun im Kreis angeordnete Bambusblätter. Eine starke Pflanze, die mit ihren Wurzeln den Boden bereichert, auf dem sie wächst. Und ein wichtiger Teil der japanischen Kultur, als belastbares Material für alle denkbaren Zwecke.

Weil Wasser im Leben der Japaner eine ganz besondere Rolle spielt, war es uns wichtig, hier auf beste Qualität zu setzen. Also haben wir die Destille schließlich in der Präfektur Shiga bei Kyoto gebaut. Shiga wird in Japan auch Kokoku genannt, Land des Sees. Diesen Namen verdankt Shiga dem größten See Japans, Biwa. Unsere Pot Stills wiederum haben wir vom renommierten Unternehmen Forsyths. Die Destillation konnte ich in der Chichibu Distillery lernen, die berühmt ist für den Ichiro’s Malt und unser Zuckerrohr beziehen wir aus Okinawa, einer Inselkette im Süden Japans. Unser Produkt ist hundertprozentig japanisch.

Wie läuft die Arbeit bei Ihnen in der Nine Leaves Destillery ab? Verraten Sie mehr darüber?
Yoshihari Takeuchi: Unsere Methode weist Ähnlichkeiten zum Single Malt auf. Ein offenes Geheimnis unseres Rums ist der Muscovado – Kokutou oder Kurosatou, wie wir Japaner sagen. Das ist schwarzer Zucker, der aus dem Zuckerrohr von Okinawa gewonnen wird und in der japanischen Küche eine große Rolle spielt. Wir destillieren in zwei Schritten. Ich überwache die Destillation, teste alle fünf Minuten, ob das Produkt meinen hohen Anforderungen an Nine Leaves entspricht. Und jede Flasche Nine Leaves, die unsere Destille verlässt, wird von mir abgefüllt, versiegelt und nummeriert. Wenn es nicht zu weit ist, bringe ich die Flasche sogar persönlich beim Käufer vorbei.

Hatten Sie Hürden zu überwinden, um Ihren Traum vom eigenen Rum zu verwirklichen?
Yoshihari Takeuchi: Dort, wo Nine Leaves produziert wird, gab es bisher nichts Vergleichbares. Verständlicherweise waren viele Menschen zunächst skeptisch und haben alles ganz genau hinterfragt. Vor allem wegen einer möglichen Umweltverschmutzung gab es Befürchtungen. Bevor ich den ersten Handschlag machen konnte, bin ich seit 2011 über ein Jahr lang mit diversen Gutachten beschäftigt gewesen, um diese Befürchtungen zu entkräften.

Dann haben die Menschen schließlich Vertrauen gefasst und wir konnten im Jahr 2012 mit dem Bau der Destille beginnen. Vergangenes Jahr haben wir dann die ersten Flaschen von Nine Leaves abgefüllt und verschickt. In der Zeitrechnung des Rums befinden wir uns also noch ganz am Anfang unserer Geschichte.

Wie viele Produkte haben Sie im Angebot und was planen Sie für die Zukunft?
Yoshihari Takeuchi: Momentan bietet Nine Leaves drei verschiedene Produkte an. Nine Leaves Clear, ein weißer Rum, der beim Rhum Fest Paris 2014 Silber in der Kategorie „Innovation de l’année“ gewonnen hat. Unser zweites Produkt ist der Nine Leaves Angel’s Half French Oak Cask, ein goldener Rum, der sechs Monate in französischen Eichenfässern lagert. Und schließlich haben wir noch den Nine Leaves Half American Oak Cask im Angebot, ebenfalls ein goldener Rum, der allerdings sechs Monate in amerikanischen Eichenfässern lagert.

Außerdem reift bei uns gerade ein brauner Rum in Weinfässern aus dem kalifornischen Napa Valley. Dieser Rum soll so lange wie Malt Whisky reifen, also mehr als drei Jahre. Hier müssen wir uns alle noch ein wenig gedulden.

Herr Takeuchi, beobachten Sie in Japan denn einen Trend zum Rum?
Yoshihari Takeuchi: Japaner haben einen exponierten Geschmack und eine gute Nase, nicht nur was Rum betrifft. Internationale Hersteller haben den japanischen Markt längst auf dem Schirm, aber es gibt auch immer mehr hiesige Unternehmen, die sich in dieser Branche versuchen. Der Markt wächst, wenn auch langsam, und wir geben uns die allergrößte Mühe, diese Entwicklung mit unseren Produkten auf höchstem Niveau zu beschleunigen.

Nine Leaves | nine-leaves.com | facebook.com/NINELEAVESDISTILLERY
German Rum Festival | rumfest-berlin.com | facebook.com/GermanRumFestivalBerlin

[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_cta_button2 style=“rounded“ txt_align=“left“ title=“Text auf der Schaltfläche“ btn_style=“rounded“ color=“blue“ size=“md“ position=“right“]Wir bedanken uns für das offene und sehr interessante Interview und wünschen Nine Leaves und Yoshihari Takeuchi sowie dem German Rum Festival weiterhin viel Erfolg! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt![/vc_cta_button2][/vc_column][/vc_row]

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