Interview: KVASS – Russian Soda made in Germany

Wir dürfen vorstellen: KVASS. Kennen Sie nicht?! So ging es auch Christian Dörner, bevor er in der Urkaine in den Genuss der osteuropäischen Kult-Limo kam. Er fragte sich gleich, warum ein Getränk, das so gut schmeckt und dermaßen beliebt im russisch-sprachigen Raum ist, noch nicht den Weg gen Westen geschafft hat – schon war eine Idee geboren. Zurück in Deutschland trieb er das „Projekt KVASS“ schnell voran. Das Ergebnis? Das stellt er im Interview selbst vor: KVASS Russian Soda.

about-drinks sprach mit Christian Dörner, Gründer und Geschäftsführer der KBAC GmbH, welche KVASS Russian Soda produziert und vertreibt. Übrigens: KBAC kyrillisch gelesen heisst KVASS.

Was ist KVASS, wo kommt das Getränk her?
Christian Dörner: Neben Vodka, Balalaikaschnulze und Saunagang zählt KVASS seit unzähligen Generationen zu DEN essentiellen Kulturprodukten im russisch-sprachigen Raum. Im Sommer werden an jeder Strassenecke große Fasswagen (sogenannte Botschkas) aufgebaut, aus denen meist etwas mürrische Damen KVASS direkt ausschenken. Und jedermann trinkt. Auch der Einzug westlicher Brausen Anfang der 90er Jahre konnte dieser Beliebtheit keinen Abbruch tun. Die Ursprünge von KVASS klingen erstmal nicht ganz so verlockend, das Getränk wurde nämlich zunächst zur Weiterverwertung von trockenem Brot ersonnen. Ich kann allerdings dahingehend beruhigen, dass die Brot-Zutat heutzutage durch verschiedene Malzmischungen ersetzt wird. Wir erinnern noch an diese Ursprünge über unseren Slogan: „So erfrischend wie Brot!“

Vielleicht noch ein Zusatz: KVASS darf man sich nicht als ein standardisiertes Getränk vorstellen, sondern eher als Getränke-Typus (wie bspw. Bier). Entsprechend kann man in Russland und der Ukraine eine Vielzahl verschiedener KVASS-Marken und Rezepte finden. Auf dieser Vielfalt aufbauend, haben wir dann unsere eigene KVASS-Variante entwickelt.

Welche Zutaten werden für die Zubereitung benutzt?
Christian Dörner: Für KVASS braucht man im Wesentlichen Wasser und Malz. Für unser eigenes KVASS-Rezept haben wir uns hierbei für eine Mischung aus Gerstenmalz, Roggenmalz und Karamellmalz entschieden. Die Malz-Wasser-Mischung wird kurz fermentiert und abschließend mit Milchsäure und Zucker versetzt. Vor der Abfüllung muss das Getränk dann nochmal etwa vier Wochen reifen, um seinen spezifischen Geschmack zu erhalten.

Es gibt eine Legende, die sich um das Getränk rankt. Erzählen Sie uns davon!
Christian Dörner: Wie das mit den Legenden so ist – wer weiß, ob sie stimmen. Jedenfalls heißt es, dass schon die Taufe des russischen Volkes im Jahre 988 vom Kiewer Fürsten Wladimir und seinen Untertanen mit KVASS begossen wurde. Als gesichert kann hingegen gelten, dass der russische Volksglaube dem KVASS nahezu mythische Heilkräfte für allerlei Zipperlein nachsagt.

Und wie haben Sie KVASS entdeckt?
Christian Dörner: Ich selber habe mehrere Jahre in Kiew verbracht, wo es an KVASS im Sommer natürlich kein Vorbeikommen gibt. So richtig auf den Geschmack bin ich allerdings erst bei einer Wanderung in den ukrainischen Karpaten gekommen. Ein Kumpel und ich hatten uns bei der Erklimmung des Hoverla-Gipfels etwas verschätzt, die Wasserreserven waren schnell aufgebraucht und wir mussten letztendlich knapp drei Stunden ohne Flüssiges durch die Berge bis zum nächsten Dorf irren. An der lokalen Theke gab es seinerzeit nur Bier und KVASS – seitdem bin ich bekennender KVASS-Fan. Und habe mich natürlich sofort gefragt: Wie kann es sein, dass ein Getränk, das so gut schmeckt und dermaßen beliebt bei unseren Nachbarn ist, nicht schon früher den Weg gen Westen geschafft hat?!

Wie ging es dann weiter bis zur Markteinführung in Deutschland?
Christian Dörner: Nach unserer Zeit in Kiew ist meine Frau wieder in ihren alten Job zurückgekehrt und ich bin erstmal in Elternzeit für unsere beiden Kinder gegangen. So aufreibend das Kinderbetreuen auch häufig ist – ein bisschen Zeit blieb dann eben doch noch und so wurde neben Wickeln, Breikochen etc. auch noch das KVASS-Projekt geboren.

Da ich außer als Konsument bis dahin keinerlei Kontakt mit der Getränkebranche  hatte, waren die ersten Schritte natürlich recht schwierig. Insbesondere: Wie macht man überhaupt KVASS? Viele Fragen, für die sich dann häufig sehr überraschende Lösungen fanden. So stellte z.B. die Patentante meines Sohnes den Kontakt zur Brau-Universität in  Weihenstephan her, den Getränkevertrieb übernahmen zunächst zwei frühere Zivildienstkollegen etc.

Ein paar Probleme hätten wir uns am Anfang sicherlich ersparen können, wenn wir KVASS lediglich importiert hätten. Geschmacklich wollten wir unser KVASS jedoch noch etwas ausfeilen, so dass wir uns letztendlich für eine eigene Produktion entschieden. Gebraut wird nun in einer kleinen Familienbrauerei in Franken.

Wie muss man sich den Geschmack von KVASS vorstellen?
Christian Dörner: KVASS hat sicherlich eine gewisse Ähnlichkeit mit Fassbrause oder auch mit Malzbier. Vor dem Hintergrund einer herben Grundnote entfaltet sich eine fruchtige Süße, die viele an Aprikose oder auch an Apfel denken lässt. Insgesamt sehr erfrischend malzig, leicht sauer und deutlich weniger süß als Malzbier.

Wie kommt das Getränk Ihrer Erfahrung nach denn hierzulande an? Mögen die Deutschen das „Russian Soda“?
Christian Dörner: Der Geschmack polarisiert natürlich schon etwas, aber insgesamt ist das Feedback doch extrem positiv, so dass wir sehr optimistisch in die Zukunft blicken. Neben dem Erfrischungscharakter des Getränks scheinen die Leute an unserem KVASS insbesondere zu schätzen, a) dass der Drink nicht so süß ist und b) dass wir auf eine „echte“ Story zurückgreifen können; will heissen, dass wir nicht mit einer künstlich erdachten und auf Werbewirksamkeit getrimmten Produkt-Story daherkommen.

Über welche Distributionswege wird KVASS vermarktet?
Christian Dörner: Wir befinden uns aktuell in unserer ersten Saison, so dass wir natürlich noch nicht so breit aufgestellt sind. Wir konzentrieren uns im Direktvertrieb gegenwärtig im Wesentlichen auf Berlin (www.side-ways.de) und schwärmen auf dieser Basis weiter aus. Fokus liegt aktuell ausschließlich auf der Gastro-Szene mit den entsprechenden Händlern. Zudem kann man KVASS deutschlandweit über unseren Online-Shop beziehen (www.kvass-russian-soda.com).

Welche Kommunikationsmaßnahmen nutzen Sie bei der Vermarktung des Produkts? Was machen Sie im Bereich Social Media?
Christian Dörner: In erster Linie setzen wir auf den direkten Kontakt unserer Vertriebsteams mit den Points of Sale. Aber selbstverständlich kommunizieren wir auch mit der ständig wachsenden KVASS-Gemeinde über Facebook.

Trinkt sich das „Russian Soda“ nicht auch ganz wunderbar in Kombination mit anderen Getränken? Gibt es Cocktail-Kreationen oder Sonstiges mit KVASS?
Christian Dörner: Ich denke, dass KVASS einen hervorragenden Filler abgibt. Bislang scheint KVASS insbesondere als Longdrink mit Vodka, Gin oder auch Jägermeister beliebt zu sein. Aber auch Experimentelleres wie KVASS Mojito oder Mad Monk wird zunehmend nachgefragt. Wer den Mad Monk noch nicht kennt: ist eine Mischung aus KVASS, Vodka, Akquavit und Orangenbitter. Hart, aber gut.

Übrigens: mit KVASS lässt sich auch hervorragend kochen. Aber die wirklich Wagemutigen können das dann auf unserer Webseite nachlesen

Wie geht es weiter? Wird man von KVASS in der nächsten Zeit wieder was hören?
Christian Dörner: Na hören Sie mal, wir fangen ja gerade erst an … :-) Ich hoffe doch sehr, dass da noch einiges von uns zu hören sein wird. Perspektivisch wird sicherlich das Produkt-Sortiment erweitert werden. Zudem werden wir in der nächsten Saison deutlich mehr Präsenz in Berlin und anderen Großstädten zeigen. Aber mehr wird erstmal nicht verraten.

kvass-russian-soda.de | facebook.com/kvassrussiansoda

[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_cta_button2 style=“rounded“ txt_align=“left“ title=“Text auf der Schaltfläche“ btn_style=“rounded“ color=“blue“ size=“md“ position=“right“]Wir bedanken uns für das offene und sehr interessante Interview und wünschen KVASS weiterhin viel Erfolg! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt![/vc_cta_button2][/vc_column][/vc_row]

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