Teaser Kaffee-Kooperative

Interview: Kaffee-Kooperative – für Fairtrade-Kaffee aus Ruanda

Die Kaffee-Kooperative ist ein frisches, internationales Start-up mit Sitz in Berlin und Kigali, der Hauptstadt Ruandas. Warum Ruanda? Weil von dort der fertig geröstete Fairtrade-Kaffee importiert wird, den man hierzulande vertreibt. Damit verbleibt die gesamte Wertschöpfungskette beim Produktionsprozess bei der Partner-Kooperative in Ruanda. Das Ziel dabei ist einfach: Die Kaffee-Kooperative will den Fairtrade-Kaffeehandel verändern, indem man den deutschen Markt für fertig gerösteten Fairtrade-Kaffee öffnet. Das mittelfristige Ziel ist es, den größten Teil der Ernte der Musasa Kooperative aus Ruanda als fertig gerösteten Kaffee in Deutschland zu vertreiben – 15 Tonnen Röstkaffee pro Jahr.

about-drinks sprach mit Xaver Kitzinger, Mitgründer der Kaffee-Kooperative.de, über das Start-up, dessen Gründung sowie die Partnerkooperative in Ruanda und den dort produzierten Kaffee.

Was ist die Kaffee-Kooperative?
Xaver Kitzinger: Die Kaffee-Kooperative ist der verlängerte Arm der ruandischen Anbaukooperative und Rösterei in Deutschland. Wir importieren den fertig geröstet und verpackten Fairtrade-Premiumkaffee aus Ruanda und vertreiben ihn in Deutschland. So bleibt die gesamte Wertschöpfung von Anbau und Produktion des Kaffees im Herstellungsland.

Was sind Ihre Ziele?
Xaver Kitzinger: Wir wollen den Fairtrade-Kaffeehandel verändern, indem wir den deutschen Markt für fertig gerösteten Fairtrade-Kaffee öffnen. Mittelfristiges Ziel ist es, den größten Teil der Ernte der Musasa Kooperative als fertig gerösteten Kaffee in Deutschland zu vertreiben, also ca. 15 Tonnen Röstkaffee pro Jahr.

Woher kam die Idee zu der Kaffee-Kooperative? Wie sind Sie gestartet?
Xaver Kitzinger: Zusammen mit meinem Freund und Mitgründer Allan Mubiru arbeite ich schon seit vielen Jahren an Umwelt- und Klimaschutzprojekten in Ostafrika. Als passionierter Kaffeetrinker ist mir aufgefallen, dass man in Ruanda sehr guten Kaffee im Supermarkt kaufen kann und so lag die Frage nahe: „Wieso kann man eigentlich keinen fertigen Kaffee aus den Herstellungsländern in Deutschland kaufen?“ Fast aller Kaffee, auch Fairtrade-Kaffees, werden als rohe Bohne importiert und erst in Deutschland geröstet und verpackt. Dadurch bleibt ein Großteil der Einnahmen in Deutschland und kommt nicht den Anbauländern zugute, die nach wie vor nur eine ungenießbare rohe Bohne produzieren und kein fertiges Produkt. Wir sind angetreten, dies zu ändern: Hochwertigen, fertig gerösteten Fairtrade-Kaffee nach Deutschland zu importieren und direkt zu vertreiben. Wir nennen unseren Kaffee daher „Fairtrade PLUS“.

Warum gerade Ruanda?
Xaver Kitzinger: Ruanda hat nach dem Ende des schrecklichen Bürgerkriegs und Genozids an den Tutsi eine erstaunliche Wandlung durchgemacht. Alte Eliten wurden ersetzt, die Abhängigkeit von den ursprünglichen Kolonialmächten gelöst und man hat sich auf die eigenen Stärken besonnen. Außerdem hat Ruanda heute eine einmalig hohe Frauenquote in Politik und Wirtschaft. Ruanda ist also offen für neue Ideen und wir wurden mit offenen Armen empfangen, da das Konzept der Kaffee-Kooperative Ruanda die Möglichkeit gibt, sich über den rein landwirtschaftlichen Sektor hinaus zu entwickeln. Außerdem herrschen in Ruanda ideale klimatische Bedingungen für den Anbau von hochwertigem Kaffee, ähnlich wie in Äthiopien.

Gibt es bereits eine Partnerkooperative?
Xaver Kitzinger: Wir arbeiten mit der Musasa Dukandee Kaffee-Kooperative zusammen. Über 1.500 Kaffeebauern haben sich in dieser Kooperative organisiert und bauen in typischer Mischwirtschaft Kaffee, Bananen und andere Feldfrüchte für die Eigenversorgung an.  Der Kaffee der Musasa Kooperative hat schon siebenmal im „Rwanda Cup of Excellence“, dem nationalen Kaffeewettbewerb, gewonnen und ist seit 2005 durch Fairtrade International zertifiziert.

Dukunde Kawa heißt übersetzt übrigens: „Wir lieben Kaffee“. Geröstet wird der Kaffee von Rwashoscco, einem Unternehmen, das Musasa und sechs weiteren Kooperativen gehört. Die Produktion ist also fest in der Hand der Anbaukooperative, ohne Beteiligung von Kaffeemultis.

Beschreiben Sie den Café de Maraba. Was macht ihn aus?
Xaver Kitzinger: Café de Maraba ist eine ausgewogene, eher dunkle Röstung von besten Arabiaca-Bohnen. Durch die langsame Trommelröstung ist er mild und gleichzeitig aromatisch. Der ideale Kaffee für jeden Tag zu Hause, im Büro oder im Café.  Durch die dunklere Röstung kann man den Kaffee auch sehr gut und fein gemahlen als fruchtigen Espresso bereiten. Eine spezielle Espressoröstung ist dennoch in Arbeit.

Welche Rolle spielt neben Fairtrade das Thema Bio bei Ihnen?
Xaver Kitzinger: Wie ja schon klar wurde, ist der Fairtrade-Gedanke bei Kaffee-Kooperative die Grundlage des ganzen Models. Die Anbaukooperative ist Fairtrade International zertifiziert und zusätzlich wird der Kaffee in Ruanda geröstet und verpackt. Also Fairtrade PLUS! Der Kaffee wird in kleinbäuerlicher, nicht industrialisierter Weise angebaut. Allerdings ist Kaffee eine sehr anspruchsvolle Pflanze, die nachhaltige Umstellung auf Bio ist daher ein langwieriger Prozess. Musasa hat sich entschieden, nicht einfach Bio-Dünger zu importieren, sondern hat Kühe für die Bauern angeschafft, eine Milchverarbeitung aufgebaut und so die Grundlagen für eine Kompostherstellung geschaffen. Die Bio-Zertifizierung ist in Vorbereitung und Kaffee-Kooperative wird der erste Abnehmer des zertifizierten Biokaffees sein.

Wie schätzen Sie die Rollen dieser Themen für den Kaffeemarkt generell ein? Geht es ohne nicht mehr?
Xaver Kitzinger: Der Fairtrade-Absatz in Deutschland wächst mit mehr als 10% pro Jahr rapide, trotzdem ist erst weniger als 5% des in Deutschland konsumierten Kaffees Fairtrade. Andere Länder wie Großbritannien und Schweiz sind uns da weit voraus. Anspruch und Wahrheit sind hier also noch ein ganzes Stück auseinander.

Wie kann man die Kaffee-Kooperative weiterhin unterstützen?
Xaver Kitzinger: Probieren sie unseren Kaffee für zu Hause oder aber auch für Ihr Büro oder empfehlen Sie uns Ihrem Lieblingscafé oder Restaurant!

Wie geht es weiter? Welche Pläne haben Sie?
Xaver Kitzinger: Als nächstes wollen wir eine Espressoröstung mit ins Programm aufnehmen und mittelfristig auch hochwertige, fertig geröstete Kaffees aus anderen Ländern – letztens habe ich z.B. hervorragenden Kaffee aus Haiti mitgebracht bekommen, auch kein Land, das man spontan mit hochwertigem Kaffee verbinden würde.

Wir planen übrigens eine Journalisten- und Kaffeeliebhaberreise gegen Ende des Jahres nach Ruanda. Wer Interesse hat kann sich gerne bei uns unter info@Kaffee-Kooperative.de (Betreff: Reise) melden. Vielen Dank für das Interview!

Kaffee-Kooperative | kaffee-kooperative.de | facebook.com/kaffeekoop

[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_cta_button2 style=“rounded“ txt_align=“left“ title=“Text auf der Schaltfläche“ btn_style=“rounded“ color=“blue“ size=“md“ position=“right“]Wir bedanken uns bei Xaver Kitzinger für das offene und sehr interessante Interview und wünschen der Kaffee-Kooperative weiterhin viel Erfolg! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt![/vc_cta_button2][/vc_column][/vc_row]

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