Teaser Jim Beam Fred Noe

Im Gespräch: Fred Booker Noe, der Urenkel von Jim Beam

Fred Booker Noe ist nicht nur Master Distiller bei Jim Beam, sondern leitet als Urenkel von Namensgeber Jim Beam auch das Geschäft des Familienunternehmens. Seine Ausbildung dazu begann schon im Kindesalter: Als kleiner Junge begleitete er seinen Vater in die Destillerie – den Ort, an dem er sich wahrscheinlich auskennt wie kein zweiter. Auch das Erfolgsgeheimnis der Beam-Familie kennt er bestens: Bereits seit über 220 Jahren hat sich das Rezept für den Whiskey nicht geändert. Kein Wunder also, dass Jim Beam heute der meistverkaufte Bourbon der Welt ist.

Im Interview erzählt Fred Booker Noe mehr über seine Ausbildung, das Familienunternehmen, die verschiedenen Produkte sowie den aktuellen Flavoured-Whiskey-Trend.

Herr Noe, wie fühlt es sich an Master Distiller in der siebten Generation in einem so großen traditionsreichen Unternehmen wie Jim Beam zu sein?
Fred Noe: Ich bin stolz, in siebter Generation in unserem Familienunternehmen zu arbeiten. Schon als kleiner Junge begleitete ich meinen Vater in die Destillerie. Nun leite ich das Geschäft und später wird mein Sohn diese Aufgabe übernehmen. Das ist für mich ganz natürlich. Manche Leute fragen mich, ob nicht sehr viel Druck auf mir lastet. Das ist nicht der Fall. Ich bin in diese Rolle hineingewachsen und ich kann mir nicht vorstellen, irgendetwas anderes zu machen.

Sie sind der Urenkel von Jim Beam. Wurden Sie also schon mit einem „Whiskey-Gen“ geboren?
Fred Noe: Ich denke schon, dass ich ein bisschen Bourbon im Blut habe. Meine Wurzeln liegen in diesem Gewerbe und ich bin damit aufgewachsen. Dieser Lebensstil hat mich natürlich beeinflusst. Aber ich glaube nicht, dass es so etwas wie ein „Whiskey-Gen“ gibt.

Was für eine Ausbildung haben Sie gemacht und wie hat sich Ihre Karriere im Unternehmen entwickelt?
Fred Noe: Mein Vater hat mich ausgebildet. Schon als Kind habe ich ihm in der Destillerie über die Schulter geschaut. Ich habe ihm viele Fragen gestellt. Er hat mir alles gezeigt und wollte meine Meinung hören. Für ihn war es wichtig, dass ich alle Unternehmensbereiche kennenlerne und nicht gleich an der Spitze anfange. Meine Ausbildung habe ich in der Abfüllanlage begonnen, wo ich auch nachts gearbeitet habe. Ich habe die Rohstoffe und den gesamten Produktionsablauf kennengelernt. Erst danach durfte ich in der Destillerie arbeiten. Da mein Vater nicht in der Abfüllung arbeitete, kannte er sich mit den Anlagen dort zum Beispiel selbst nicht aus. So kam es, dass ich ihm auch einiges zeigen konnte. Das hat uns zusammengeschweißt und wir haben viel voneinander gelernt.

Zurück zu Ihrem Ur-Großvater – Wie ist die Marke Jim Beam entstanden?
Fred Noe: Nach der Prohibition hat Jim Beam die Destillerie wiedereröffnet. Am Anfang hieß der Whiskey noch „Colonel James B. Beam“. Auf der Flasche war sogar ein Foto von meinem Urgroßvater zu sehen. Als er 1947 verstarb, übernahm sein Sohn T. Jeremiah Beam das Geschäft. Er benannte die Marke um. Einige der alten Flaschen stellen wir in der Destillerie für Besucher aus. Zum Beispiel den Old Tub oder den Pebbleford. So hat damals alles angefangen. Heute ist Jim Beam der meistverkaufte Bourbon auf der Welt.

Können Sie uns etwas mehr über den Jim Beam Kentucky Straight Bourbon erzählen? Was macht ihn so besonders?
Fred Noe: Das Jim Beam White Label ist sozusagen das Flaggschiff von Jim Beam. Mehrere Eigenschaften machen diesen Bourbon so besonders. Wir benutzen die hochwertigsten Zutaten, die wir bekommen können. Die Hefe geht auf dieselbe Hefe zurück, die Jim Beam damals nach der Prohibition verwendete. Sie existiert bis heute, da wir jede Woche aus der vorhandenen Hefe neue produzieren. Außerdem lassen wir den Whiskey besonders lange reifen in neuen, ausgeflammten Eichenfässern. Damit er zu einem Straight Bourbon wird, muss er mindestens zwei Jahre lang reifen. Wir geben ihm vier Jahre Zeit.

Ein weiterer Faktor ist die Lagerung. Wir lagern die Fässer an verschiedenen Stellen des Lagerhauses. Denn an jedem Ort entwickelt er einen spezifischen Geschmack. Am Ende der Reifezeit vermischen wir den Inhalt der Fässer. Die Mischung hat dann genau den Geschmack, den wir erreichen wollen. Seit mehr als 200 Jahren entsteht auf diese Weise immer wieder der gleiche, gute Geschmack. Diese Tradition macht für mich den besonderen Wert des White Labels aus. Das ist wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass er der meistgekaufte Whiskey der Welt ist.

Ihre Produktpalette umfasst neben dem klassischen Kentucky Straight Bourbon viele weitere Whiskeys. Welche würden Sie besonders herausstellen?
Fred Noe: Alle Whiskeys in unserem Portfolio sind besonders und haben ihr ganz eigenes Geschmacksprofil. Jim Beam Signature Craft ist zurzeit sehr beliebt. Daneben gibt es noch weitere Premium-Whiskeys wie alle Small Batch Bourbons – Booker´s, Baker´s, Basil Hayden´s und Knob Creek – die mein Vater kreiert hat. Zu meinen persönlichen Lieblingen im Portfolio gehörte schon immer Jim Beam Black. Dieser Whiskey wird länger gelagert und ist daher noch etwas stärker im Geschmack. Der Jim Beam Rye wird aktuell häufig zum Mixen von Cocktails verwendet. Der Jim Beam Honey ist ebenfalls sehr beliebt. Insgesamt kann ich sagen, dass sich unsere Produkte gegen jeden anderen Whiskey am Markt behaupten können. Einige von ihnen gehören zu den besten Whiskeys der Welt.

Glauben Sie, dass gerade eine „Renaissance des Whiskeys“ stattfindet? Man spricht ja häufig von Whiskey als einem „neuen alten“ Trend. Was sagen Sie dazu?
Fred Noe: Zweifelsohne erleben wir gerade eine Art „Whiskey-Renaissance“. In früheren Zeiten war der Whiskey sehr beliebt. In den 70er-Jahren bevorzugten die Menschen jedoch eher klare Spirituosen. Mittlerweile haben die Konsumenten gemerkt, dass Bourbon sehr vielseitig ist und sich auch gut mixen lässt. Whiskey wird schon lange nicht mehr nur pur getrunken. Es gibt wunderbare Cocktail-Kreationen auf Basis von Whiskey. Die Premium-Produkte haben ebenfalls dazu beigetragen, dass Whiskey sich heute wieder großer Beliebtheit erfreut. Schon damals war mein Vater viel unterwegs, um die Whiskeys aus unserem Hause bekannt zu machen und den Menschen zu erklären, was Jim Beam Whiskey ausmacht. Es ist wichtig, den Konsumenten zu zeigen, wie der Whiskey entstanden ist und wie man ihn am besten genießt. Wie mein Vater bereise auch ich die Welt, um das zu tun.

Jim Beam Apple – ein Whiskey mit Apfelgeschmack – kam Anfang des Jahres auf den Markt. Wie viel Potenzial haben die Flavoured Whiskeys in Ihren Augen?
Fred Noe: Die Flavoured Whiskeys werden immer beliebter. Auch Konsumenten, die vorher keinen Whiskey mochten, fangen an, Gefallen an ihm zu finden. Denn diese Whiskeys sind zugänglicher. Viele Frauen, für die Bourbon vorher eher ein „männliches Getränk“ war, haben angefangen, solche Whiskeys zu trinken. Über die Whiskeys mit Geschmack finden viele Konsumenten Zugang zu dieser Spirituose. Danach fangen sie oft an, auch Straight Bourbons zu trinken. Somit erreichen wir mehr Menschen.

Sind neue Produkte in Planung, über die Sie uns etwas erzählen können?
Fred Noe: Wir sehen zum Beispiel im Premium-Bereich großes Potenzial. In diesem Produktsegment könnte man mit neuartigen Holzaromen arbeiten und weitere Geschmacksprofile kreieren. Unsere Tradition und das Vermächtnis von Jim Beam sind uns dabei sehr wichtig. Wir experimentieren mit vielen Inhaltsstoffen, möchten aber noch nicht verraten, was wir als nächstes auf den Markt bringen.

Jim Beam | jimbeam.com | facebook.com/JimBeamGerman

[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_cta_button2 style=“rounded“ txt_align=“left“ title=“Text auf der Schaltfläche“ btn_style=“rounded“ color=“blue“ size=“md“ position=“right“]Wir bedanken uns bei Fred Booker Noe für das offene und sehr interessante Interview und wünschen Jim Beam weiterhin viel Erfolg! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt![/vc_cta_button2][/vc_column][/vc_row]

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