Gin und Wodka by DACTARI: Design trifft auf Geschmack

Was passiert, wenn sich zwei Designer dazu entscheiden, eigene Spirituosen auf den Markt zu bringen? Richtig, die Flaschen und Verpackungen sind in definitiv künstlerisch anspruchsvoll. Im Fall von DACTARI haben sich Tim Hippmann und Anne Stilper dazu entschieden, Illustrationen von Tieren (Esel für Wodka und Wespe für Gin) zu verwenden. Doch ohne den entsprechenden Inhalt bringt auch das beste Packaging-Design nichts. Daher setzt man bei DACTARI auf hochwertige Getreidedestillate in Kombination mit einem bei 35° sehr schonend gewonnenen Weindestillat. Beide Rezepturen basieren dabei auf einer alten Familienrezeptur. Die Kombination von Design und Geschmack scheint bei DACTARI also Erfolg zu haben …

about-drinks sprach mit Tim Hippmann und Anne Stilper, den beiden Inhabern von DACTARI, über die Produkte, deren Design sowie die Pläne für die kommenden Monate.

Herr Hippmann, wer oder was ist DACTARI?
Tim Hippmann: DACTARI ist eine Marke unseres Design- und Kunstbüros DAC design am chiemsee. Unter DACTARI werden verschiedene Produktgruppen in einer einheitlichen Markenoptik produziert und vermarktet. DACTARI wurde 2013 ins Leben gerufen und ist seit Juli 2014 offziell auf dem Markt.

Erzählen Sie uns etwas zur Entstehungsgeschichte der Marke.
Tim Hippmann: Entstanden ist die Marke DACTARI ein bisschen zufällig. In unserem DAC Store in Bernau am Chiemsee haben wir 2013 neben unseren Designprodukten auch Wein mit besonderen Etiketten (teilweise von uns gestaltet) verkauft. Einmal im Monat haben wir einen Themenabend mit Verkostungen und eigenem Catering veranstaltet. Anne ist neben einer hervorragenden Designerin auch eine ebensolche Köchin und hat zu portugiesischen oder spanischen Speisen eigene Chutney-Kreationen serviert, die unsere Kunden und Freunde auch gerne gekauft hätten. Wir entschlossen uns also Abfüllungen zu machen und diese dann im Store anzubieten.

Da aber das Thema nicht ganz so viel mit unseren Designprodukten zu tun hatte, suchten wir einen eigenständigen Namen. Dann fiel irgendwann in einer Online-Blödelei mit Freunden der Name Daktari, der unserer Generation nach der gleichlautenden TV Serie aus den 60er Jahren, natürlich sofort ins „Ohr“ fällt. Ich habe dann recherchiert und die Internet-Domain mit dem „C“ statt dem „K“ in Dactari war noch frei und ich habe sie dann erst einmal reserviert. Dann mussten wir leider den Store schließen, da das Haus verkauft wurde und wir entschlossen uns die Marke online mit weiteren Produkten etwas voranzutreiben.

Im Laufe der wenigen Monate merkten wir sehr schnell, dass einiges an Ideen gar nicht funktionierte, andere dagegen, wie der Gin, plötzlich eine sehr hohe Aufmerksamkeit mit sich zogen. Ein bisschen Glück hatten wir natürlich, dass der Gin-Boom hier in Deutschland noch mitten im Gange war. Anfänglich mussten wir natürlich erst einmal den Beweis antreten, dass in einer schönen Verpackung auch ein gutes Produkt steckt. Uns war schon klar, dass dies bei den Spirituosen eine Herausforderung sein wird. Wir haben über Europa hinaus mittlerweile ein sehr positives Feedback bekommen, was uns natürlich riesig gefreut hat. Da Anne und ich unabhängig voneinander seit vielen Jahren in den Bereichen Kunst, Wein und Kulinarik unterwegs sind, haben sich dann auch vielfältigste Kontakte für unsere Marke DACTARI ergeben, die heute ganz wichtig für uns geworden sind.

Also besteht durchaus eine gewollte Verbindung zwischen dem Namen und der TV-Sendung aus den 60er-Jahren?!
Tim Hippmann: Ja, wie gesagt, diese Verbindung war für uns eigentlich die Initialzündung. Was uns allerdings fehlte, war die Verbindung zu Afrika und der Tierwelt, denn Daktari heißt ja auf Swaheli „Doktor der Tiere“. Bei den Recherchen sind wir dann zufällig auf „Tierärzte ohne Grenzen“ gestoßen, die sich für die Nutztierhaltung in Afrika, und damit für die Sicherung der Ernährungsgrundlagen der Menschen in bestimmten Regionen einsetzen. Diese unterstützen wir heute als Partner, uns somit konnten wir der Marke ein ganzheitliches, nachhaltiges Konzept „überstülpen“.

Ich habe vor vielen Jahren mit Partnern in einer Agentur sehr viel Social Marketing Projekte gemacht, daher war es für mich persönlich ein wichtiges Anliegen die soziale Verantwortung einer Marke hierbei auch einzubringen. Natürlich sind wir als kleine Manufaktur nicht in der Lage große Projekte umzusetzen, aber mit ein bisschen Hilfe unserer Kunden können wir, glaube ich in diesem Jahr einiges erreichen und bewegen. Vor allem wissen wir, dass die Hilfe auch zu 100% dort ankommt, wo sie ankommen soll. So steht die Marke DACTARI nach sehr kurzer Zeit als Gesamtkonzept schon ganz gut da.

Erzählen Sie uns etwas zu Ihrem Gin und Wodka: Was macht beide so besonders?
Tim Hippmann: Beide sind neben den Getreidedestillaten mit einem, bei 35° sehr schonend gewonnenen, Weindestillat hergestellt. Beim Gin verwenden wir als Botanicals u.a. ein Destillat aus Walnuss. Die mediterrane Mischung der Benediktiner-Kräuter bleibt allerdings ein Geheimnis unserer Familien-Destille, die nunmehr seit über 100 Jahren feine Spirituosen brennt. Mit dem Brennmeister haben wir gemeinsam den Gin und den Wodka auf Basis einer alten Familienrezeptur in eine neue Form gebracht. So konnten wir auf die lange Erfahrung der Destille zurückgreifen, gleichzeitig aber unsere eigenen Ideen und Wünsche einbringen. Herausgekommen sind zwei milde Spirituosen, die vor allem auch beim weiblichen Publikum sehr gut ankommen. Sie funktionieren auch beide hervorragend mit bestimmten Mix-Komponenten, z.B. wurde von dem Blog Gin-Italy unser Gin in Verbindung mit Champagner verkostet. Fazit: Ein perfekter French75, durch das Weindestillat entsteht hierbei eine wunderbare Symbiose.

Was können Sie über das Flaschendesign sagen?
Anne Stilper: Bei den Flaschen wollten wir eine schöne, auch für andere Spirituosen kompatible Flasche auswählen, die noch nicht oft im Markt zu sehen ist. Es gibt einige Flaschen, die ähnlich sind, aber die Auswahl ist natürlich trotz Vielfalt begrenzt. Eine eigene Flasche wäre ein Traum, aber das ist wirklich Zukunftsmusik. Die Flasche ist zweifarbig im Siebdruck bedruckt, auf der Rückseite ist ein ablösbares Klebeetikett aus Papier. Mit unserem Bottlewrap aus Papier wird die Flasche eingeschlagen und mit einem Aufkleber und einem Papierdraht fixiert. Vor allem auch als Geschenk ein Hingucker, was man mit unserer multifunktionalen und versandgeeigneten Blackbox-Kartonage dann noch mal praktisch aufwerten kann. Der Korken ist aus PE-Kork mit Holzkopf, also nichtfärbend und problemlos auch weiterverwendbar, z.B. mit Wasser oder Saft. Und das ist eben auch der nachhaltige Punkt, dass die Flaschen häufig als Wasserflasche oder für andere Getränke auf den Tisch gestellt werden. Schön ist dann auch, wenn Esel (Wodka) und Wespe (Gin) gemeinsam alternativ genutzt werden. Man fragt eigentlich immer, was es mit den Motiven auf sich hat …

… was hat es denn mit den Motiven (halb Mensch, halb Tier) auf sich?
Anne Stilper: Wir haben ja als Designer einen besonderen Schwerpunkt, nämlich Vintage Design, Illustration und Typographie. Da wir seit Jahren ein großer Fan eines französischen Politik-Illustrators aus dem 19. Jahrhundert sind, der vor allem Tierwelten vermenschlicht, hatten wir mit seinen Illustrationen schon einmal an Vorlagen für unsere Etiketten gedacht. Nach wochenlangen Recherchen stellte sich dann heraus, dass diese Illustrationen gemeinfrei, also nutzbar und adaptierbar sind. Damit hatten wir unsere Tierwelt für die Marke geboren. Heute nennen wir viele Original-Büchern aus dem 19. Jahrhundert unser Eigen. Hieraus lösen wir meist Figuren aus dem Kontext, optimieren und/oder modifizieren sie. Wir planen irgendwann eine Ausstellung mit dem Original Figuren zu machen, die wir auch z.B. per Siebdruck auf unsere Geschirrtücher oder T-Shirts bringen.

An welche Zielgruppe richten Sie sich mit DACTARI Gin und Wodka?
Tim Hippmann: Unsere Zielgruppe war sicherlich nicht unbedingt der „Sprituosen-Profi“. Ich glaube auch, dass wir einige ältere Gin- und Wodka-Liebhaber gar nicht erreichen. Wir wollen etwas Abwechslung in die leider häufig eher trübe „Etiketten-Landschaft“ bringen und auch der etwas jüngeren und/oder designaffinen Zielgruppe eine Option geben eine etwas besondere Flasche zu verschenken. Das Thema „Schenken“ ist eben auch ein USP unserer Marke, viele Interessenten kommen aus dem Bereich Feinkost und Geschenkartikel, teilweise auch Mode und Möbel. Viele Käufer kombinieren unterschiedliche Produkte zum Verschenken und wir wollen auch in Zukunft mit Partnern spezielle Editionen zu bestimmten Anlässen kreieren, wie z.B. mit dem Nusshersteller Kernenergie eine Gin-Nuss-Set-Kombination, die vor allem zu Weihnachten sehr gut angenommen wurde.

Anne Stilper: Zum anderen haben wir mit den milden Spirituosen die weibliche Zielgruppe stark erreichen können, nahezu 80% der Online-Bestellungen – auch über andere Plattformen – sind Frauen. Auch wenn sie sicherlich die Flaschen häufig verschenken! ;-) Aber in unserem Netzwerk haben wir auch privat viele weibliche Fans, sicher nicht zuletzt aufgrund des Designs und der fabelhaften Tierwelt.

Tim Hippmann: Die Resonanz im Ausland ist auch sehr interessant, da hier eine viel größere Affinität zum Thema Design vorhanden ist. In Sao Paolo in Brasilien soll in diesem Jahr ein großer Gin Club mit dem Schwerpunkt Design eröffnet werden, dort soll unser Gin – sicher neben vielen anderen – eine Plattform erhalten. Mal schauen was daraus wird, die Brasilianer waren jedenfalls sehr begeistert von Geschmack und Design. Das wäre für uns nach so kurzer Zeit im Markt natürlich eine tolle Sache.

Über welche Distributionswege wird DACTARI vermarktet?
Tim Hippmann: Im Moment sind wir noch sehr zurückhaltend, da wir auch erst einmal Erfahrung im Markt sammeln mussten. Es ist für uns ja komplettes Neuland, und teure Fehler haben wir anfangs zu Genüge gemacht. Viele Händler und Großhändler fragen die Spirituosen an, einige nehmen uns ins Programm, andere wieder nicht. Ab Mitte des Jahres werden wir langsam mit dem Vertrieb professioneller starten, aber immer noch auf Sparflamme. Wir sind ein kleines Start-up, das sich keine großen Anzeigen oder Medienkooperationen leisten kann. Wir finanzieren noch alles aus eigener Hand, ohne Investoren oder sonstige Unterstützung. Was uns zwar auch in der Distribution natürlich bremst, aber auch garantiert, dass wir die Logistik step by step aufbauen können.

Welche Kommunikationsmaßnahmen nutzen Sie bei der Vermarktung des Produkts? Was machen Sie im Bereich Social Media?
Tim Hippmann: Im Moment kommunizieren wir fast ausschließlich online die Marke, die natürlich eine recht breite Produktpalette hat. Wir kommen dadurch mit vielen verschiedenen Medien in Kontakt. Manchmal wundern wir uns, wo plötzlich Bilder von uns auftauchen. Wir wurden bereits von allen relevanten Bar-Magazinen gefeatured und auch in einigen Lifestylemagazinen fanden wir uns unverhofft wieder. Eine relevante Rolle übernimmt dabei die bekannteste deutsche Designplattform „Selekkt“, wo wir unseren Produktmix anbieten. Darüber wird auch sehr viel Presse generiert. Besonders wichtig ist für uns im Moment Facebook, da hier viele verschiedene Gruppen auf unsere Produkte aufmerksam werden, insbesondere aus dem Ausland. Wichtig ist uns dabei, dass sich die Qualität unseres Stils in Bildern und Grafiken hierbei fortsetzt. Wir wollen die Marke durch die Medien stärken und nicht verwässern, wie es leider doch sehr viele kleine Marken machen. Oft fehlt kleineren Manufakturen die Online-Erfahrung oder die auch finanzielle Möglichkeit, hochwertiges Design oder Fotografie selbst zu generieren. Das leisten wir eben alles selbst, von den Websites bis hin zur Fotografie und den Printproduktionen. Somit können wir diese Dinge recht einfach in unsere Social Media Aktivitäten einbinden.

Was erwartet unsere Leser zukünftig aus dem Hause DACTARI? Können Sie uns einen kleinen Ausblick geben?
Anne Stilper: Ja, können wir. Ab März/April wollen wir mit der nächsten Spirituose aufwarten. Es handelt sich hierbei um ein Produkt, das es in dieser Form noch nicht auf dem deutschen Markt gibt. Es ist ebenfalls eine klare Spirituose, die eine absolute Überraschung in Sachen Geschmackserlebnis und Intensität verspricht. Wir hoffen, dass alles so läuft, wie wir uns das vorstellen. Mehr dürfen wir hierzu noch nicht sagen. Dann wird es dieses Jahr weitere Non-Food-Produkte geben und auch einige kleine, sinnvolle Änderungen im bestehenden Sortiment.

Tim Hippmann: Aber es ist sehr viel und vor allem zeitintensive Entwicklungsarbeit. Natürlich müssen wir auch schauen, dass wir die Produktions- und Logistikprozesse optimieren, das steckt alles noch in den Kinderschuhen und wird zum Sommer hin mit weiteren Partnern auf einen neuen Stand gebracht. Besonders was den Export angeht, denn wir haben nicht nur aus Europa Anfragen, die wir im Moment noch auf Standby schalten müssen. Aber wir haben ja auch gerade erst angefangen und werden viele Dinge dieses Jahr in die Pipeline bringen.

DACTARI | dactari.de | facebook.com/dactarinature

[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_cta_button2 style=“rounded“ txt_align=“left“ title=“Text auf der Schaltfläche“ btn_style=“rounded“ color=“blue“ size=“md“ position=“right“]Wir bedanken uns bei Tim Hippmann und Anne Stilper für das offene und sehr interessante Interview und wünschen DACTARI weiterhin viel Erfolg! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt![/vc_cta_button2][/vc_column][/vc_row]

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