Dossenheimer Padres Bräu

Boris Konradi, Gründer der Braumanufaktur Dossenheimer Padres Bräu, über Fruchtbiere.

Padres Bräu ist eine kleine exklusive Edelbiermanufaktur, die sich seit Jahren mit dem Thema „Fruchtbiere“ beschäftigt. Deutsche Fruchtbiere sind aufgrund des Reinheitsgebots sehr selten. Padres Bräu legt großen Wert auf höchste Produktqualität und bietet hochfeine Spezialbiere.

Im Interview sprach about-drinks mit Boris Konradi, Gründer und Brauer von der Braumanufaktur Dossenheimer Padres Bräu, über die Gründung der Marke, die Herstellung und die weiteren Pläne.

Wann wurde Dossenheimer Padres Bräu gegründet und was ist die Geschichte dahinter?
Boris Konradi: 2016 haben der ‚Bier Padre‘ alias Christian Köhler und ich uns zusammengetan. Christian bot damals bereits Bierwanderungen und Degustationen an. Die Grundidee war, dass ich dazu die entsprechenden Biere einbraue. Passend zum Bier Padre lautete mein Name fortan: Brau Padre. Unser Schwerpunkt war von Anfang an klar und regional definiert. Unsere Herkunft Dossenheim ist ein altes Weindorf. Mit feinen Fruchtbieren wollten wir den Spagat zwischen Bier und Wein schaffen. 2017 wurde unser Fruchtbier „Fabienne“ beim MEININGERS Craft Beer Award auf Anhieb mit Platin ausgezeichnet. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war mir bewusst: Das war der erst der Anfang von der Braumanufaktur Dossenheimer Padres Bräu.

Sie stellen „Fruchtbiere“ her, was darf man sich darunter vorstellen?
Boris Konradi: Fruchtbier ist ein Bierstil wie das Pilsener oder Pale Ale. Es ist ein Bier vergoren mit Früchten, Fruchtsäften oder Fruchtpürees im Zuge des Herstellungs- bzw. Gärungsprozesses. Wichtig dabei ist, dass ein Bier immer die Basis bildet. Bekannteste Vertreter der Fruchtbiere sind sicher die unserer belgischen Nachbarn wie das der Lambic oder Kriek (mit Sauerkirschen vergoren).

Wie wird Fruchtbier hergestellt?
Boris Konradi: Die Früchte werden dem Bier zugeführt – entweder im Kochprozess oder während der Hauptgärung bzw. Nachgärung. Spannend bei den sogenannten „Hybrid Bieren“ ist, dass die Gärung sowohl auf Malzzucker als auch auf Fruchtzucker basiert.

Wonach schmeckt Fruchtbier?
Boris Konradi: Fruchtbier sollte immer nach den Früchten schmecken, die zugesetzt wurden. Fruchtbiere sind meist spritzig, belebend, sensorisch komplex und hochinteressant – durchaus vergleichbar mit einem guten Wein. Die Fruchtbiere aus unserer Braumanufaktur sind sehr unterschiedlich: die Rezepturen der drei aktuellen Fruchtbiere wurden korrespondierend zu einem 3-Gang-Menü entwickelt.

Wheatpagner Fabienne ist unser Aperitifbier. Das Grundbier ist ein Weizenbier, das mit weißem Traubensaft gemeinsam mit einer Champagnerhefe vergoren wurde. Der Kohlensäuregehalt liegt bei 11g/ Liter – das erzeugt ein Mundgefühl genau wie bei einem Sekt oder Champagner.

Maltwine Sauvage empfehlen wir als Bier zum Hauptgang. Das Grundbier ist ein Barleywein, der mit roten Trauben und mit Sauerkirschen vergoren wurde. Hierfür haben wir eine fruchtige Rotweinhefe und eine Wildhefe verwendet. Anschließend hatte das Bier Holzkontakt mit verschiedenen Holzchips, u.a. chinesicher Zimtbaum und Kirschholz.

Maltdessert Olivier wurde mit Sauerkirschen, schwarzen Johannisbeeren und Brombeeren eingebraut und anschließend mit einer Sherryhefe vergoren. Das Dessertbier hat eine sehr geringe Bitternis und harmonischer Restsüße, aber auch eine ausbalancierte Säure durch das feine Fruchtspiel.

Was ist der Unterschied zu „normalem Bier“?
Boris Konradi: Die Grundzutaten eines Bieres sind Malz, Hopfen, Hefe und Wasser. Bei dem Fruchtbier kommt im Herstellungsprozess noch eine fünfte Komponente hinzu: die Frucht bzw. verschiedene Früchte, die auf natürliche Weise ihren Eigengeschmack mit einbringen. Geschmacklich halten sich Hopfen- und Malznoten meist dezent im Hintergrund zugunsten der saftig-fruchtigen Anklänge des Bierstils.

Ist der Name Bier nicht irreführend für die Verbraucher?
Boris Konradi: Fruchtbier hat eine lange Tradition. Schon als 4.000 Jahre v.Chr. die ersten Biere gebraut wurden, sind natürliche Zutaten wie Beeren und andere Früchte im Bier gelandet. Heute herrscht bei vielen Biertrinkern der Irrglaube, dass Bier gleich Pils ist. Darüber hinaus gibt es eine mannigfaltige Biervielfalt – zu der eben auch das Fruchtbier zählt! Fruchtbiere werden leider häufig mit Biermischgetränken (z.B. Bier mit Sirup, Limonade oder Cola) verwechselt. Deutsche Fruchtbiere sind eher selten. Laut deutschem Reinheitsgebot dürfen im Brauprozess nur Malz, Wasser, Hopfen und Hefe verwendet werden. Glücklicherweise haben wir in Kooperation mit dem Bierprojekt Landau im Sommer 2018 eine Sondergenehmigung erhalten und dürfen unsere Produkte „Fruchtbier“ nennen. Interessant ist übrigens, dass im Ausland Fruchtbiere von Natur aus als ganz normale Biere gekennzeichnet werden.

Wo kann man in den Genuss des Fruchtbieres kommen?
Boris Konradi: Unsere Premium-Fruchtbiere finden in ausgewählten Spitzengastronomien, Spezialitäten Onlineshops und im Fachhandel für Craftbier, Wein und Food-Spezialitäten statt. Für weitere Informationen können Interessenten uns gerne eine E-Mail senden an padresbraeu@sandraheyne.com.

Was sind die Pläne für die Zukunft?
Boris Konradi: Wir möchten über das Thema Fruchtbiere aufklären sowie Bier- und insbesondere Weintrinker von unseren Produkten überzeugen. Wenn unsere Fruchtbiere in der Spitzengastronomie als Menübegleitung anstatt von Wein angeboten werden – und das weltweit -, dann haben wir unser Ziel erreicht.

Aktuell kann man die Fruchtibiere in einer Geschenkverpackung kaufen, was ist darin enthalten?
Boris Konradi:
Unsere aktuellen Fruchtbiere – Wheatpagner Fabienne, Maltvine Sauvage, Maltdessert Oliver – sind streng limitiert auf weniger als 500 Flaschen. Als besonderes Geschenk sind die drei Fruchtbiere in einer ästhetischen, geprägten Holzbox erhältlich – passend dazu mit Flaschenöffner und dem Extra-Booklet, das Rezepte zu den Bieren beinhaltet, die gemeinsam mit dem Koch Marcus Schleicher vom Strahlenberger Hof Schriesheim entwickelt wurden.

Padres Bräu | dossenheimer-padresbräu.com

+++ Wir bedanken uns bei Boris Konradi für das offene und sehr interessante Interview und wünschen Padres Bräu weiterhin viel Erfolg! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt! +++

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