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Interview

Von México in die Alpen: Jens Stracke und Jonas Garaycochea über LÆPOCA

Mit LÆPOCA haben Jonas Garaycochea und Jens Stracke eine Marke gegründet, die für handwerklich produzierten Mezcal aus Oaxaca steht. Die Inspiration entstand während einer Reise in die südmexikanische Region, deren Kultur, Landschaft und Mezcal-Tradition die beiden nachhaltig geprägt haben. Produziert wird LÆPOCA in Oaxaca im traditionellen proceso artesanal gemeinsam mit einem Maestro Mezcalero – in kleinen Produktionslosen und mit Fokus auf Herkunft, Handwerk und Authentizität.

Im Interview sprechen Jonas Garaycochea und Jens Stracke über ihre persönliche Verbindung zu Oaxaca und die Entstehungsgeschichte von LÆPOCA. Außerdem geht es um die Besonderheiten der einzelnen Mezcal-Varianten, die Zusammenarbeit mit lokalen Produzenten sowie um ihre Pläne, Mezcal und die Kultur Oaxacas stärker sichtbar zu machen.

Ihr habt gemeinsam LÆPOCA ins Leben gerufen. Wie kam es zu Eurer persönlichen Verbindung mit Oaxaca, und wann wurde aus der Begeisterung für Mezcal eine unternehmerische Idee?

Jonas Garaycochea: Meine persönliche Verbindung zu Oaxaca begann im April 2021. Ich wollte schon lange dorthin – weniger wegen Mezcal allein, sondern wegen der Region und ihrer Kultur. Vor der Reise habe ich einige Gespräche mit potenziellen Mezcaleros geführt, die ursprünglich aus Oaxaca stammen. Das hat den Ausschlag gegeben, wirklich hinzufahren.

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Mezcal fand ich schon immer spannend. Aber erst vor Ort – als wir die handwerkliche Herstellung, die Tiefe der Mezcal-Kultur und vor allem die geschmackliche Vielfalt erlebt haben – wurde klar, dass hier mehr drinsteckt. Ab diesem Moment ging es nicht mehr nur um Begeisterung, sondern um die Idee, daraus etwas Eigenes aufzubauen.

LÆPOCA ist ein ungewöhnlicher Markenname – was bedeutet er für Euch, und welche Geschichte oder Idee steckt dahinter?

Jens Stracke: LÆPOCA steht für „die Epoche“ – ebenjene des Mezcals. Wir sind überzeugt, dass Gin, Whisky und Co. ihre Hochphase hatten, immer noch ihre Berechtigung haben – und dass jetzt Mezcal an der Reihe ist. Nicht als kurzfristiger Trend, sondern als eigenständige Spirituose mit Tiefe, Geschichte und Haltung. Das „Æ“ ist ein bewusstes Designelement das A und E verschmelzen soll. Auch das Logo greift das auf – es erinnert an eine Sanduhr und steht für Zeit, Epoche und Wandel. Der Name soll nicht alles erklären, sondern neugierig machen.

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Mit LÆPOCA wollt Ihr ein Stück Oaxaca in die Alpenregion bringen. Was macht die Atmosphäre dort für Euch so besonders, und wie findet dieses Lebensgefühl seinen Weg in Eure Produkte?

Jonas Garaycochea: Was Oaxaca für uns besonders macht, sind die Menschen und ihr Lebensgefühl. Diese Selbstverständlichkeit, mit der Zeit, Gemeinschaft und Handwerk gelebt werden. Genau darin sehen wir starke Parallelen zur Alpenregion: Berge, Naturverbundenheit, Bodenständigkeit und echtes Handwerk. Dieses Lebensgefühl spiegelt sich in unseren Produkten wider – in der Art, wie sie hergestellt werden, in der bewussten Langsamkeit des Prozesses und in der Haltung, nichts zu beschleunigen, nur um effizienter zu sein.

LÆPOCA wird im traditionellen proceso artesanal in Santiago Matatlán produziert – einer der bekanntesten Regionen für Mezcal. Was bedeutet Euch dieser Herkunftsort, und welche Rolle spielt die lokale Kultur in Eurer Markenidentität?

Jens Stracke: Unser Mezcal kam zu Anfang aus Santiago Matatlán, nun arbeiten wir mit einem Maestro Mezcalero aus San Dionisio in Oaxaca: Jorge Morales Garcia. Der Bezug entstand über unseren lokalen Kontakt – der Palenque befand sich dort, und für uns war entscheidend, ein starkes Team zusammenzustellen, dem wir vertrauen. Mit Crystal unser erste Ansprechpartnerin, Luciound Jorge sind wir bestens aufgestellt vor Ort.

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Oaxaca mit seiner Handwerkskunst und Lebensfreude ist ein zentraler Bestandteil unserer Marke. Elemente wie Alebrijes, Farben und Formen der Region fließen bewusst in unsere visuelle Identität ein. Das ist keine Kulisse, sondern ein echter kultureller Bezug.

Mit Espadín, Ensamble und Cuishe bietet Ihr drei verschiedene Sorten an. Was zeichnet die einzelnen Varianten geschmacklich aus, und wie genießt man sie idealerweise?

Jens Stracke: Die drei Sorten zeigen sehr bewusst unterschiedliche Facetten von Mezcal. Der Espadín ist unser zugänglichster Mezcal. Er hat eine feine, zurückhaltende Rauchigkeit, frische Zitrusnoten und eine runde Balance zwischen Frucht und erdigen Nuancen. Er funktioniert für Einsteiger genauso wie für erfahrene Genießer und ist vielseitig einsetzbar – pur, aber auch sehr gut in Cocktails, wenn man dem Drink Tiefe und eine subtile Rauchigkeit geben möchte.

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Der Cuishe ist deutlich kantiger und präziser. Frische, fast grüne Aromen, Anklänge von Kräutern und grünem Pfeffer, weniger gefällig, dafür sehr klar. Das ist ein Mezcal für Puristen, die bewusst trinken und sich Zeit nehmen.

Der Ensamble verbindet mehrere Agaven und bringt dadurch Komplexität ins Glas. Fruchtige Noten wie Waldbeeren, Mandarine und Pflaume treffen auf eine tieferliegende Struktur. Er ist vielschichtig und entwickelt sich mit jedem Schluck – ebenfalls eher für Genießer, die sich mit Mezcal auseinandersetzen wollen.

Grundsätzlich empfehlen wir, Mezcal pur zu trinken, bei Raumtemperatur und ohne Eile. Es geht nicht um schnellen Konsum, sondern um Aufmerksamkeit und Zeit.

Ihr arbeitet mit kleinen Produktionslosen und einem erfahrenen Mezcalero vor Ort. Wie gestaltet sich diese Zusammenarbeit, und welche Bedeutung haben Herkunft und Authentizität für Eure Marke?

Jonas Garaycochea: Unser Mezcalero heißt Juan Morales García. Wir sind in der Regel einmal pro Jahr vor Ort. Aktuell waren wir länger nicht da, aber ich möchte unbedingt bald wieder hin und freue mich riesig – für dieses jahr ist eine Reise geplant! Authentizität bedeutet für uns, ein pures Produkt anzubieten: 100 % Agave, artesanal hergestellt. Gleichzeitig heißt das, die Erfahrung des Mezcaleros ernst zu nehmen, seine Entscheidungen zu respektieren und die wunderbaren Geschichten hinter dem Produkt zu teilen.

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Euer Design fällt sofort ins Auge – nicht nur modern, sondern auch visuell sehr charakterstark. Was war Euch bei der Gestaltung wichtig, und wie unterstützt sie Eure Markenbotschaft?

Jens Stracke: Das Design stammt von Michael, unserem Designer aus Querétaro. Mit ihm arbeiten wir ganzheitlich – von der Markenstrategie über das Label bis hin zu Tasting-Boxen. Er hat übrigens auch Jonas’ Hochzeitslogo gestaltet, er ist ein guter Freund und Teil von LÆPOCA. Das zentrale Prinzip ist die Verbindung mexikanischer Designelemente mit europäischer Puristik. Der Kunde soll schon beim ersten Blick die Vielfalt und Tiefe der mexikanischen Kultur spüren, ohne dass es überladen wirkt.

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Über welche Vertriebskanäle vermarktet Ihr LÆPOCA derzeit?

Jonas Garaycochea: Aktuell liegt unser Fokus auf dem Online-Vertrieb und ausgewählten Bars. Zusätzlich waren wir auf verschiedenen Events präsent. In Zukunft wollen wir gezielt stärker in den B2B-Markt gehen.

Was plant ihr für die Zukunft von LÆPOCA – neue Editionen, Kooperationen oder vielleicht eigene Formate rund um Mezcal und die Kultur Oaxacas?

Jens Stracke: Mit dem Launch unserer dritten Sorte im vergangenen Jahr ist unser Portfolio vorerst komplett. Der Fokus liegt nun auf Events, Tastings und Masterclasses, um mehr Aufmerksamkeit zu schaffen. Es gibt mittlerweile einige Mezcal-Brands – und wir sehen das nicht als Konkurrenzproblem. Gemeinsam mit anderen möchten wir Mezcal und die Kultur Mexikos näherbringen und langfristig etablieren.

LÆPOCA | Website | Instagram

+++ Wir bedanken uns bei Jonas Garaycochea und Jens Stracke für das offene und sehr interessante Interview! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt! +++

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