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Interview

Von der Garage zur Saftmanufaktur: Simon Storz und Benedikt Schellinger über LiveFresh

Mitten im ländlichen Sauldorf bei Sigmaringen startete 2015 eine Erfolgsgeschichte, die heute in ganz Deutschland für frische Impulse im Saftregal sorgt: LiveFresh produziert kaltgepresste Säfte, Saftkuren und funktionale Lebensmittel auf höchstem Qualitätsniveau – vom Apfel aus der Region bis zum fertigen Produkt in der Flasche. Statt auf Pasteurisierung setzt das Unternehmen auf Hochdrucktechnologie, um Geschmack und Vitamine zu erhalten. Längst setzen nicht nur Gesundheitsbewusste auf das Konzept, auch Prominente wie Frauke Ludowig oder SC-Freiburg-Kapitän Christian Günter greifen regelmäßig zu den Produkten von LiveFresh.

Im Interview sprechen die Gründer Simon Storz und Benedikt Schellinger über ihren unternehmerischen Weg, über mutige Entscheidungen, echte Nachhaltigkeit und das Ziel, mit LiveFresh NEXT ein zukunftsweisendes Food-Unternehmen im ländlichen Raum aufzubauen.

Für alle, die Euch noch nicht kennen: Wer seid Ihr und wie kam es zur Idee, LiveFresh zu gründen?

Simon Storz und Benedikt Schellinger: Wir sind Benedikt und Simon. Kennengelernt haben wir uns während des Studiums in Konstanz und wussten beide recht früh, dass wir etwas Eigenes aufbauen wollen. Gestartet ist alles Ende 2015 in der Garage von Benedikts Eltern in Sauldorf in der Nähe von Sigmaringen. Unsere Idee war und ist es, Säfte nicht durch Hitze haltbar zu machen, wie es sonst üblich ist, sondern durch hohen Druck. So bleiben die Vitamine und der echte Geschmack erhalten.

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Die LiveFresh-Gründer Simon Storz (rechts) und Benedikt Schellinger (links).

Ihr habt in einer kleinen Garage gestartet – was war das für eine Zeit, und wie blickt Ihr heute darauf zurück?

Simon Storz und Benedikt Schellinger: Rückblickend war das eine verrückte Zeit, die wir uns heute kaum noch vorstellen können, gleichwohl aber auch nicht missen wollen. Wir haben die Garage von Benedikts Eltern zur Produktionsstätte umgebaut und alles selbst gemacht, sogar das LiveFresh-Logo mit einem schwarzen Edding.

Jahrelang haben wir jede Woche den Saft gepresst und sind dann mit dem Kühltransporter und 1.000 Litern Saft im Gepäck über 600 Kilometer bis in die Niederlande gefahren, um ihn dort abfüllen und haltbar machen zu lassen. Oft waren wir erst nachts um 2 Uhr im Bett, hatten enorme Schulden, miese BWAs und mussten trotzdem um 5 Uhr morgens wieder raus. Aber wir haben es aus Überzeugung gemacht. Dieser Spirit treibt uns heute noch an.

Gab es einen Moment, an dem Ihr wusstet: Jetzt wird aus dieser Idee ein richtiges Unternehmen?

Simon Storz und Benedikt Schellinger: Ja, das war der Moment, als wir in der Garage an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen sind. Wir standen vor der Wahl: Aufhören oder richtig investieren. Wir haben uns fürs Weitermachen entschieden und – mit vollem persönlichen Risiko – unsere erste eigene Hochdruckanlage im Millionenbereich gekauft. Das war der Startschuss für unsere Unabhängigkeit, was uns zudem den strategischen Einstieg in das Geschäft mit Saftkuren ermöglichte.

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Inzwischen seid Ihr deutlich gewachsen: Welche Produkte bietet ihr heute an und was steckt hinter Eurem Konzept?

Simon Storz und Benedikt Schellinger: Wir sehen uns nicht als klassischen Safthersteller, sondern als Anbieter funktionaler Lifestyle-Produkte. Unser Kernprodukt ist die mehrtägige Saftkur, wo wir als Marktführer in Deutschland die Trends setzen. Es geht unseren Kunden aber nicht nur um den Saft an sich, sondern um den begleiteten „Reset“ für den Körper, um Gewichtsreduktion oder den Einstieg in eine bewusste Ernährung.

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Inzwischen haben wir das Sortiment um Foodkuren, gesunde Fertiggerichte, Shots und proteinreiche Skyr-Drinks erweitert. Wir wollen Lösungen bieten, die Gesundheit und Convenience im Alltag vereinen und das natürlich in „höchschter“ Qualität, wie es bei uns in THE LÄND so schön heißt.

Ihr macht alles selbst – vom Einkauf der Rohware über Abfüllung bis zur Haltbarmachung. Warum war Euch das von Anfang an so wichtig?

Simon Storz und Benedikt Schellinger: Qualität steht bei uns an oberster Stelle. Nur durch die vertikale Integration aller wesentlichen Produktionsschritte haben wir die volle Kontrolle entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Unser HPP-Verfahren ist dabei technologisch extrem anspruchsvoll: Wir setzen die Flaschen einem Wasserdruck von bis zu 6.000 Bar aus.

Um das mal zu veranschaulichen: Das ist vergleichbar mit dem Druck, der entsteht, wenn ein Blauwal auf dem Fingernagel des kleinen Fingers liegt. Durch dieses Verfahren inaktivieren wir Mikroorganismen zuverlässig, ohne die Inhaltsstoffe und den Geschmack durch Hitze zu zerstören. Da wir selbst produzieren, sind wir zudem schnell: Wir können flexibel auf neue Trends reagieren und Innovationen – wie zuletzt unsere Skyr-Drinks – zügig auf den Markt bringen, statt auf externe Dienstleister warten zu müssen.

Wie entwickelt man ein Unternehmen weiter, das so bodenständig angefangen hat, ohne sich zu verbiegen?

Simon Storz und Benedikt Schellinger: Indem man seine Wurzeln nicht vergisst. Wir glauben fest an den Standort Deutschland und unsere Heimatregion. Deshalb investieren wir mit unserem Projekt „LiveFresh NEXT“ über 20 Millionen Euro in einen Neubau in Neuhausen ob Eck bei Tuttlingen. Wir wollen hier im ländlichen Raum ein nachhaltiges Unternehmen aufbauen, das moderne Arbeitsplätze schafft und seinen Kundinnen und Kunden tolle Produkte zu vernünftigen Preisen anbieten kann. Das ist ein klares Bekenntnis zu unserer Herkunft.

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Bis Ende 2026 soll der Livefresh-Neubau im Gewerbepark take-off in Neuhausen fertiggestellt, sowie Produktion und Versand eingezogen sein.

Gab es unterwegs Entscheidungen oder Phasen, bei denen Ihr gezweifelt habt oder die besonders herausfordernd waren?

Simon Storz und Benedikt Schellinger: Definitiv. Wer behauptet, Gründen sei immer leicht, der lügt. Es gab Momente, da standen wir sprichwörtlich mit dem Rücken zur Wand. Als wir beispielsweise unsere Neubaupläne wegen des Ukrainekriegs und der explodierenden Kosten komplett stoppen mussten, war das ein Schock. Dazu die Anfangszeit: Hohe Schulden und volle private Haftung – das raubt einem den Schlaf.

Ohne unser Umfeld, das uns immer wieder aufgefangen hat, hätten wir das vielleicht nicht gepackt. Aber genau für diese zwei Dinge machen wir es: Für das Wahnsinns-Feedback unserer Community und diesen einen, besonderen Moment, wenn wir unten in der Produktion stehen, uns einen eiskalten, frisch abgefüllten Saft direkt vom Band greifen und wissen: Der ganze Kampf hat sich gelohnt.

Nachhaltigkeit ist für Euch kein Buzzword. Was macht Ihr konkret in Sachen Umwelt und Verantwortung?

Simon Storz und Benedikt Schellinger: Unsere Strategie heißt „LiveGreen“. Im Beschaffungsbereich achten wir auf kurze Wege; die Äpfel kommen z. B. keine 50 Kilometer von uns entfernt vom Bodensee. Wir produzieren an unserem Standort grünen Strom durch Photovoltaik und nutzen die Pressrückstände unserer Säfte in einer regionalen Biogasanlage zur Energiegewinnung.

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Der neue Standort wird mit Erdwärme, Wärmerückgewinnungssystemen und einer flächendeckenden PV-Anlage ausgestattet. Besonders stolz sind wir auf unsere Verpackung: Unsere Flaschen bestehen zu 100 % aus recyceltem PET (rPET) und sind im Saftbereich in das Pfandsystem integriert. Im Versand nutzen wir papierbasierte Isolierverpackungen statt Styropor. Für uns ist das die Basis für langfristigen Erfolg, keine Marketingfloskel.

Was unterscheidet LiveFresh heute von anderen Anbietern im Markt?

Simon Storz und Benedikt Schellinger: Im Gegensatz zu klassischen Konzernen sind wir schnell, innovationsgetrieben und stark im Performance-Marketing. Dazu kommt unser wissenschaftlicher Ansatz und die Premium-Qualität durch die Hochdruckbehandlung, die uns von pasteurisierten Standardprodukten deutlich abhebt. Wenn man unsere Produkte testet, versteht man sofort was wir meinen. Wir verkaufen nicht einfach Lebensmittel, sondern unterstützen einen bewussten Lifestyle.

Und zum Schluss: Was sind Eure nächsten Ziele und worauf dürfen sich Eure Kund:innen freuen?

Simon Storz und Benedikt Schellinger: Für uns startet das Jahr direkt mit Vollgas. Unter dem Motto #Neujahrsvorsäfte rufen wir gerade die Saison 2026 aus: Wir haben unsere Saftkuren nochmals verbessert und auch die Skyr-Drinks optimiert: das perfekte Setup, um nach den Feiertagen den Reset-Knopf zu drücken. Zudem wird es im Januar spannend im Einzelhandel: Wir launchen ein komplett neues Produkt, das zunächst exklusiv bei EDEKA erhältlich sein wird.

Aber auch hinter den Kulissen haben wir ein Mammutprojekt vor der Brust: Das absolute Hauptziel für 2026 ist die Fertigstellung unseres neuen Standorts „LiveFresh NEXT“. Wir wollen bis Ende des Jahres die Produktionskapazitäten massiv erweitern, um auch in Zukunft all die „Neujahrsvorsäfte“ selbst pressen zu können.

Ein kleiner Aufruf in eigener Sache: Da wir mit unserem Neubauprojekt „LiveFresh NEXT“ und der Expansion große Pläne haben, suchen wir natürlich ständig Verstärkung. Wer Lust hat, hier in der Region in einem familiären, aber ambitionierten Team an der Zukunft der Ernährung mitzuarbeiten – ob im Marketing, in der Produktion oder der Produktentwicklung –, darf sich gerne bei uns melden. Wir freuen uns immer über frischen Wind!

LiveFresh | Website | Facebook | Instagram

+++ Wir bedanken uns bei Simon Storz und Benedikt Schellinger für das offene und sehr interessante Interview! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt! +++

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