Interview: LION’s – Munich Handcrafted Vodka

Die Flasche des LION’s – Munich Handcrafted Vodka fällt schon beim ersten Blick ins Auge: Anders, als die gewohnt hohen und schlanken Vodka-Flaschen, kommt die des LION’s Vodka eher schwer und bauchig daher. Man verzichtet ebenfalls auf eine schrille Optik oder kunstvolle Verzierungen. Beim LION’s Vodka steht nämlich einzig und allein der Inhalt der Flasche im Mittelpunkt. Bei der Herstellung erhält die schonende Partikelfiltration die wesentlichen Aromen, so dass die Rohstoffe klar und erkennbar zum Geschmacksbild beitragen. Das Ergebnis: Ein Vodka, der ein überaus kraftvolles Profil mit sich bringt.

about-drinks sprach mit Maximilian Schauerte, der zusammen mit Daniel Schönecker die THE DUKE Destillerie gründete, über den Vodka, dessen Herstellung sowie die Destillerie mitten in Münchens Innenstadt.

Der LION’s Vodka ist zwar ein klassischer Vodka, unterscheidet sich aber doch klar von vielen anderen Produkten. Inwiefern?
Maximilian Schauerte: Im Bereich Vodka hat sich die letzten Jahrzehnten ein klares Bild festgesetzt, als eine Spirituose, die möglichst nach gar nichts außer dem reinen Ethanol schmecken sollte. Weich und mild im Gaumen sollte er aber dennoch sein, was durch Rektifikation (Mehrfachdestillation) und Feinfiltration erreicht werden sollte. Da wollten wir uns nicht auch noch einreihen, diese Art von „Western Style“-Vodkas gibt es schon zur Genüge auf dem Markt. Grundsätzlich haben wir mit dem LION’S Vodka eine ähnliche Philosophie verfolgt wie schon bei unserem THE DUKE Gin. Wir wollten ein Produkt schaffen, das kraftvolles Profil mit sich bringt, welches auch für den ungeübten Gaumen unverkennbar ist.

Dabei haben wir uns, wie schon beim Gin, auf Vergangenes besonnen: Wir haben schlicht aromenzerstörende Maßnahmen reduziert, vornehmlich die Filtration. Wir betreiben im Gegensatz zur meist üblichen Aktivkohlefiltration nur eine schonende Oberflächenfiltration, in der wesentliche Aromen erhalten bleiben. Unsere Rohstoffe – Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel – tragen auf diese Weise erkennbar zum Geschmacksbild des Vodkas bei. Die fein-fruchtige Süße der vier Getreidearten erlaubt uns zudem einen höheren und damit geschmackshebenden Prozentsatz von 42 % vol. Damit lässt sich der LION’s unterm Strich eher als sogenannter „Eastern Style“-Vodka bezeichnen – ein Vodka, in dem sich nach alter Tradition die eingesetzten Rohstoffe noch deutlich herausschmecken lassen.

Was bedeutet die „schonende Destillation“ genau?
Maximilian Schauerte: Zunächst bedeutet schonend im Zusammenhang mit der Destillation nur, dass die direkte Befeuerung durch eine indirekte in einem Wasserbad ersetzt wurde. Außerdem wird in kleinen Chargen bei niedrigen Temperaturen und damit einer geringen Fließgeschwindigkeit produziert. Die Temperatur, aber auch die Verweildauer der eingesetzten „Drogen“ (Kräuter und Gewürze) im Alkoholwasserbad in der Brennblase bestimmen den Grad der Verletzung der empfindlichen Aromen. Als ein in kleinen Herstellungseinheiten produzierender Betrieb können wir soetwas mit einer durchgehenden sensorischen Prüfung des Destillateurs, der immer wieder den Stand der Dinge erschmeckt, sehr gut prüfen.

Auch die Flasche ist nicht mit den sonst klassischen Vodka-Flaschen zu vergleichen. Warum haben Sie eine solche Form gewählt?
Maximilian Schauerte: Vodka-Flaschen sind meist hoch und schlank, haben eine direkte Bedruckung und häufig eine Milchglasoptik. Ganz allgemein war Vodka wie ein Kunstprodukt vermarktet worden, indem Geschmack, eingesetzte Rohstoffe und Herstellung stark in den Hintergrund getreten sind. Da wir da anders herangegangen sind, wollten wir das auch mit der Flasche transportieren. Mit einer schweren und eher gedrungenen Flasche, ohne schrille Optik fallen wir ganz gut ins Bild. Außerdem transportiert es am besten die Manufakturidee unseres Betriebes.

Ständig liest man von neuen, oftmals internationalen Vodka-Marken, die auf den Markt kommen. Wie schätzen Sie den Markt momentan ein? Sollte man sich hierzulande mehr auf die nationalen Marken konzentrieren?
Maximilian Schauerte: In der Tat ist die Anzahl an Vodkas in den letzten Jahren kräftig angestiegen. Wir wünschen uns natürlich, dass die Kunden vermehrt auf lokale und nationale Produkte zurückgreifen und dadurch auch zu kleinräumigen und transparenteren Herstellungsverfahren beitragen. Allerdings wollen wir vor allem durch das Qualitative punkten, der Kunde muss sich geschmacklich wieder finden. Dann haben wir eine gute Arbeit geleistet.

Woher kommt der Name „LION’s“? Hatten Sie bei dessen Auswahl ein bestimmtes Bild im Kopf?
Maximilian Schauerte: LION’s ist eine Fortsetzung der DUKE-Geschichte, worin wir uns auf Herzog Heinrich als Namenspatron bezogen haben, welcher 1158 der Mönchssiedlung Munichen die Stadtrechte verlieh. Er hatte auch einen wohlklingenden Beinamen, nämlich der Löwe. Und danach haben wir den LION’s benannt. DUKE und LION’s sind beides also codierte lokale Bezüge, das war uns auch wichtig für Kunden aus entfernteren Regionen und auch dem Ausland. Mit der Nennung der Herstellungsstätte wollten wir zeigen, in welcher Größenordnung die Manufaktur arbeitet und dass man sie gerne besichtigen kann.

An welche Zielgruppe richten Sie sich mit dem LION’s Vodka?
Maximilian Schauerte: Ganz sicher nicht an jene, die mit dem Champagner-Kübel in diversen Clubs auf sich aufmerksam machen wollen, aber auch nicht jene, denen es nur um den Preis zu tun ist. Mit einem handwerklichen Produkt siedeln wir uns preislich in der Mitte an und wollen vor allem den genießenden Kunden feiner Spirituosen erreichen.

Über welche Distributionswege wird das Produkt vermarktet?
Maximilian Schauerte: Der LION’s Vodka ist sowohl im gutsortierten Einzelhandel (z.B. Galleria Kaufhof) erhältlich, aber auch ganz stark wachsend in der Gastronomie unterwegs.

Welche Kommunikationsmaßnahmen nutzen Sie bei der Vermarktung des Vodkas? Was machen Sie im Bereich Social Media?
Maximilian Schauerte: Im Bereich Social Media sind wir zwar auch vertreten, legen dabei aber keine besonderen Anstrengungen an den Tag. Die klassische Mundpropaganda von überzeugten Verkostern ist mit Abstand das wirkmächtigste Instrument, ein Produkt mit unserem Herstellungshintergrund und seiner Geschichte an den Mann bzw. die Frau zu bringen.

Neben dem LION’s Vodka hat THE DUKE Destillerie auch schon andere Produkte hervor gebracht. Welche waren das?
Maximilian Schauerte: Der THE DUKE Gin war das Destillat aus unserem Haus, welches sicherlich die größte Bekanntheit erreicht hat. Dafür haben wir auch die Destillerie vor etwa sechs Jahren gegründet. Daneben haben wir auch noch einen sehr feinen Ingwer-Liqueur und immer wiederkehrende Saisonprodukte. Schwerpunkte unserer Destillerie bleiben aber der THE DUKE Gin und unser LION’s Vodka.

Die Brennerei befindet sich mitten in München. Bringt eine solche urbane Lage nicht auch Probleme mit sich?
Maximilian Schauerte: Teil der „Schnapsidee“, wie man unser Vorhaben gemeinhin bezeichnete, war es, die Produktion – angefangen mit der Destillation und Filtration sowie auch die Abfüllung, Etikettierung, Verpackung etc. – inmitten eines belebten innerstädtischen Stadtviertels zu betreiben. Das hat gewiss auch viele Nachteile produktionstechnischer Natur mit sich gebracht (unsere Flaschen z.B. werden tonnenweise von uns in unseren Lagerkeller gebracht). Aber letztlich sind wir doch ganz glücklich mit dieser Entscheidung, können wir immerhin behaupten, die erste Destillerie seit den 70er-Jahren gegründet zu haben und damit der Stadt wieder etwas von ihrem alten Handwerk gegeben zu haben.

Dennoch setzen Sie bei der Herstellung Ihrer Spirituosen ausschließlich auf Zutaten aus biologischem Anbau. Wo werden diese denn angebaut?
Maximilian Schauerte: Die Entscheidung, uns bio-zertifizieren zu lassen, hat sich erst später ergeben. Zunächst wollten wir Zutaten ins bester Qualität haben. Dabei haben vor allem unsere unbehandelten Wacholderbeeren einfach das intensivste Aroma hinterlassen, woraufhin wir uns kurzerhand entschlossen haben, ausschließlich in Bio-Qualität zu produzieren. Das Qualitätsbewusstsein stand bei diesem Schritt im Vordergrund, es sollte in erster Linie gut schmecken. Vermutlich wissen die wenigsten unser Kunden von dem Bio-Logo, das eher überschaubar hinten auf der Flasche prangt.

Was dürfen unsere Leser in der nächsten Zeit von der THE DUKE Destillerie noch erwarten? Gibt es schon Pläne?
Maximilian Schauerte: Sicherlich gibt es immer etwas zu verbessern, das haben die letzten Jahre gezeigt. Wir haben als Zwei-Mann-Betrieb begonnen und sind jetzt zu zwölft im Betrieb. Zusätzlich ist über die Jahre Einiges an Gerätschaften dazu gekommen, um die zum Teil sehr anstrengenden Arbeiten zu erleichtern. Das war alles nötig, um eine kritische Größe zu erlangen, so dass der Betrieb ordentlich arbeiten kann, um dauerhaft gute Qualität zu gewährleisten. Diesen Prozess treiben wir Schritt für Schritt weiter aus eigener Kraft voran.

lions-vodka.de | facebook.com/LionsVodka

[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_cta_button2 style=“rounded“ txt_align=“left“ title=“Text auf der Schaltfläche“ btn_style=“rounded“ color=“blue“ size=“md“ position=“right“]Wir bedanken uns für das offene und sehr interessante Interview und wünschen LION’s Vodka weiterhin viel Erfolg! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt![/vc_cta_button2][/vc_column][/vc_row]

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