Interview: Gin Tonic and Tea – der neue Trend

Es ist ein Trend aus Spanien, der zur Zeit für Aufsehen in deutschen Bars sorgt und die Gin-Liebhaber hierzulande begeistert. Die Rede ist von „Gin Tonic and Tea“. Der Gin Tonic wird – wie der Name schon sagt – mit Tee-Aromen verfeinert. Tanqueray No. 10 treibt diesen neuen Trend besonders voran, in Berlin wurde bereits das „Tanqueray Tea Lab“ eröffnet, in dem kein geringerer als Klaus Stephan Rainer (Mixologe des Jahres 2012) von der Goldenen Bar aus München (Bar des Jahres 2013), den Bartendern die Geheimnisse des neuen Trends verrät und mit ihnen beeindruckende „Gin Tonic & Tea“-Variationen entstehen lässt.

about-drinks sprach mit Klaus St. Rainer über den neuen Trend, verschiedene Tee-Variationen und deren Zubereitung zu Hause.

Zuerst die wichtigste Frage: Gin Tonic und Tee, passt das überhaupt zusammen?
Klaus St. Rainer:
Klar, und wie! Wir sprechen hier aber nicht von herkömmlichen Teebeuteln, die im Handel erhältlich sind, sondern von Teemischungen, die wir speziell dafür entwickelt haben. Aber auch ein einfacher Beutel Earl Grey Tee macht sich gut in einem Gin & Tonic.

Wie muss man sich die Zubereitung eines solchen Drinks vorstellen? Wird der Tee vorher aufgekocht?
Klaus St. Rainer:
Nein, das entsteht durch Mazeration. So nennt man einen Auszug von Teedrogen in einer kalten Flüssigkeit. Man gießt den Gin in ein Glas, gibt den Teebeutel hinein, lässt ihn 2-5 Minuten ziehen (je nach Vorliebe und Sorte), gibt Eis und Tonic drauf, umrühren, fertig.

Woher kommt dieser Trend?
Klaus St. Rainer:
Ursprünglich aus Spanien, dort hatte ich letztes Jahr bereits einige Sessions in einem der größten Teelabore der Welt. Zusammen mit DIAGEO haben wir dann an einer Umsetzung für den deutschsprachigen Raum gearbeitet.

Welche Teesorten eignen sich dafür? Gibt es Aromen, die eine besondere Mixbarkeit aufweisen?
Klaus St. Rainer:
Vieles ist möglich. Man kann mit den klassischen Teesorten schwarz und grün spielen, aber auch Kombinationen aus unzähligen Teedrogen und Gewürzdrogen finden (Teedrogen nennt man getrocknete Pflanzen- oder Wurzelteile, die zum kalten oder warmen Auszug mit einer Flüssigkeit dienen). Bei der Auswahl kann man bereits enthaltene Noten im Gin hervorheben oder verstärken, dem ganzen eine weitere Geschmacksebene hinzufügen oder einfach nur für einen tollen Farbeffekt sorgen.

Im Januar dieses Jahres haben Sie über 100 Bartender im Tanqueray Tea Lab in Berlin geschult. Was haben Sie den Mixologen dort vermittelt?
Klaus St. Rainer:
Der erste Teil des Workshops hat sich rein auf die verschiedenen Teedrogen bezogen. Welchen Geruch oder Geschmack sie abgeben und welche Anwendungen sie teilweise in der (Volks-)Medizin oder in vorhandenen Teemischungen finden. Der zweite Teil zeigte anhand von Versuchsreihen, wie unterschiedlich sich die einzelnen Botanicals verhalten und was man bei der Herstellung eines eigenen Teeblends beachten sollte. Die einen färben stark, die anderen schwach. Manche geben viel Aroma ab und manche nur eine zarte Bitterkeit. Das sind alles Erfahrungswerte, die ich mir die letzten Jahre im Labor angeeignet habe, alles aber wichtige Facts für das Mischen eines eigenen Blends. Im dritten Teil konnte sich dann jeder Teilnehmer aus den vorhandenen Teedrogen und mit meiner Unterstützung einen eigenen Teeblend kreieren.

Bieten Sie auch „Gin Tonic & Tea“-Kreationen in der Goldenen Bar in München an oder muss man dazu spezielle Bars – wie die „G&T Bar“ in Berlin – besuchen?
Klaus St. Rainer:
Wir bieten drei verschiedene Teemischungen an. In der G&T Bar in Berlin findet man neben unserem Teeblend auch viele andere Mischungen hochkarätiger Kollegen. Spätestens seit dem Tanqueray No. TEN Tea Lab in Berlin findet man jedoch immer mehr Bars im deutschsprachigen Raum, die solche Teemischungen für Gin & Tonic anbieten.

Einen Gin Tonic kann sich jeder auch zu Hause mixen. Funktioniert das denn mit dem „Gin Tonic and Tea“ auch – so ganz ohne Schulung?
Klaus St. Rainer:
Ja klar, wie vorhin beschrieben, ist das Ganze sehr einfach und man kann nichts falsch machen. Zur Not einfach kurz unser Video auf Vimeo ansehen.

Zuletzt die Fragen an den Profi: Welche „Gin Tonic and Tea“-Mischung würden Sie unseren Lesern empfehlen?
Klaus St. Rainer:
Natürlich die „Goldene Bar Teemischung“. Ein ganz filigraner Blend auf reiner Kräuter- und Wurzelbasis. Französische Kräuterteemischungen wie Tisane oder Cisane waren dabei mein Vorbild. Sie lässt den Gin & Tonic seine Grundcharakteristik und unterstreicht ihn mit subtilen, würzigen und ansprechenden Aromen. Wie intensiv, kann jeder Gast selbst entscheiden, weil er den Teebeutel rausnehmen kann, wann er will.

tanqueray.com | facebook.com/tanqueray
goldenebar.de | facebook.com/Die-Goldene-Bar

[box style=“rounded“]Wir bedanken uns für das offene und interessante Interview und wünschen „Klaus St. Rainer, der Goldenen Bar sowie dem Tanqueray Tea Lab“ weiterhin viel Erfolg! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com. Wir freuen uns auf Ihren Kontakt![/box]

Jetzt nichts mehr 
verpassen!

Die Top-Jobs der Branche, die neuesten Produkte, die spannendsten Personalien - mit unserem Newsletter erhältst Du einmal pro Woche ein Update der wichtigsten Neuigkeiten und erfährst, was den Getränkemarkt gerade bewegt.

Newsletter abonnieren
close-link