stillthirsty Interview
Interview

HAJOK Design: Madeleine Lindner und Klaus P. Hajok über ihren #stillthirsty Gin

In der Regel entwickelt eine Marken- und Designagentur die Strategie, das Naming, Packaging, Design & Co. für ihre Kunden und deren Produkte. Dass eine Agentur aber selbst ein eigenes Produkt samt Liquid entwickelt, kommt selten vor. HAJOK Design aus Hamburg hat es gemacht: Den 25. Geburtstag der Agentur hat man zum Anlass genommen, den #stillthirsty Gin zu kreieren. Von der Idee über das Naming, die Gestaltung, die Reinzeichnung, den Druck und die Etikettierung lag bei diesem Projekt alles zu 100 % in den Händen des HAJOK-Teams. Gebrannt wird der Gin in Hamburgs ältester Brennerei Elmendorf. Angelehnt an die Herkunft der beiden Agentur-Geschäftsführer Madeleine Lindner und Klaus P. Hajok sind Rooibos aus Südafrika und Tannennadeln aus Baden-Württemberg dabei zwei der insgesamt zehn Botanicals.

Im Interview erzählen Kreativdirektorin Madeleine Lindner und Gründer Klaus P. Hajok, wie das Produkt, der Name und das Design entstanden sind. Zudem verraten sie, warum sie schon über eine zweite Edition des Gins nachdenken.

Eine Designagentur, die einen eigenen Gin kreiert. Wie kam es dazu?

Madeleine Lindner: Es hat uns schon lange gereizt, unsere ganze Expertise und Leidenschaft in einem Projekt mit viel Freiraum zu realisieren. Wir wollten unser Jubiläum mit einem Herzensprojekt feiern, etwas, was uns stolz macht. Wir arbeiten hart und konzentriert, aber ebenso gern feiern wir. So entstand die Idee, selbst einen Gin zu entwickeln und zu gestalten.

Klaus P. Hajok: Die Freiheit eines eigenen Projekts für den internen Gebrauch eröffnet natürlich ganz neue Möglichkeiten! Wir konnten machen, was wir wollten und mussten uns nicht um Size-Impression, Appetite-Appeal oder Stopping-Power o.ä. kümmern. Mit dem Gin haben wir dem Team und uns eine Freude bereitet, die einzigartig schmeckt und auch so aussieht.

Ihr Agentur-Leitspruch ist „Design ist Rock ’n’ Roll auf weißem Papier“. Ist #stillthirsty dann Rock ’n’ Roll im Glas?

Madeleine Lindner: Auf jeden Fall! Musikalisch gesehen ist Rock ’n‘ Roll ein Ausdruck von Verspieltheit und großer Expertise – nur wer die Konventionen gut kennt und sein Handwerk beherrscht, kann sie spielerisch und mit Leichtigkeit in Frage stellen, um etwas Neues entstehen zu lassen. Rock ’n‘ Roll ist „thinking outside the box“ – so sind wir auch an den Gin herangegangen.

Wir sind ein Team aus sehr unterschiedlichen Charakteren, die sich perfekt ergänzen, daher sollte der Charakter des Gins eigenwillig, ausdrucksstark und dennoch harmonisch sein. Klaus stammt aus dem dicht bewaldeten Süddeutschland, ich aus Südafrika. Die Fichte mit dem Rooibos im Glas tanzen zu lassen, war genau die Herausforderung, die wir auch auf Designebene lieben.

Klaus P. Hajok: #stillthirsty sagt schon alles. Auch nach 25 Jahren lieben wir, was wir tun, und sind immer noch durstig nach neuen Herausforderungen! Rock ’n‘ Roll auf weißem Papier steht für die Freude an der Kreation von Neuem auf ungewöhnliche Art. Wir sind wie eine Band, die sich immer wieder neu erfindet. Und das macht Spaß!

Was hat es mit dem Namen #stillthirsty auf sich?

Madeleine Lindner: Er soll ausdrücken, dass wir still „thirsty for more“ sind. Es gibt unsere Agentur zwar schon seit einem Vierteljahrhundert, aber das bedeutet noch lange nicht, dass wir träge und behäbig sind. Wir lieben die Herausforderungen der sich stets wandelnden Aufgaben und können uns sehr agil daran anpassen.

Klaus P. Hajok: #stillthirsty wird mit dem Wortspiel auf dem Label „The Spirit of a Startup“ erst vollständig. Wir haben den richtigen Spirit in uns und lassen ihn uns schmecken. Da geht noch was, wir bleiben durstig!

Für den Gin arbeiten Sie mit der Brennerei Elmendorf zusammen. Warum genau diese Brennerei?

Madeleine Lindner: Ich wohne in der Nähe der Brennerei und war neugierig, weshalb ich eines Tages einfach in das Geschäft mit der tollen, kupferfarbenen Destille spaziert bin. Im Gespräch erfuhr ich dann, dass man in Workshops seinen eigenen Gin kreieren kann. Da wir auf der Suche nach etwas Besonderem für unser 25-jähriges Jubiläum waren, in dem all unsere Expertise ihren Ausdruck finden konnte, reifte die Idee heran, einen eigenen Gin zu kreieren.

Klaus P. Hajok: Als Madeleine mit der Idee auf mich zu kam, war ich sofort begeistert! Spätestens als ich dann Kai Elmendorf persönlich kennenlernte, war klar: Das machen wir zusammen! Alles ist individuell, mit viel Herzblut von Hand gemacht und sehr persönlich. Das passt einfach!

Welches Geschmacksprofil weist der #stillthirsty Gin auf?

Madeleine Lindner: Wenn man daran riecht, duftet es nach Zitrone und Tanne – eine spannende Mischung. Beim Trinken spürt man einen Hauch von Rooibos, der an die trockenen Weiten Südafrikas erinnert.

Klaus P. Hajok: Riechen mag ich ihn pur sehr gerne, aber er schmeckt mir ganz klassisch mit Eis, etwas Tonic und ganz wenig Limette am besten.

Neben dem Rooibos geben neun weitere ausgewählte Botanicals Ihrem Gin seinen ganz eigenen Charakter. Welche?

Klaus P. Hajok: Unser #stillthirsty Gin beinhaltet neben dem Rooibos folgende Botanicals: Wacholder, Fichtennadel, Angelikawurzel, Zitronenschale, Apfelminze, Kardamom, Limettenschale, Apfelstücke und Thymian. Gerade die Fichtennadel und der Rooibos machen ihn so einzigartig.

Natürlich setzt #stillthirsty auch optisch ein Ausrufezeichen. Was ist die zugrundeliegende Philosophie des Designs?

Madeleine Lindner: Es ist ein sehr vielschichtiges Design. Wir wollten die traditionellen Merkmale klassischer Alkohol-Etiketten bedienen, um damit zu zeigen, dass wir unser Handwerk verstehen. Wir versammeln in unserer Agentur die Besten ihrer jeweiligen Gewerke und wollten ihnen Gelegenheit geben, all ihre Expertise und Leidenschaft einzubringen.

In unserer DNA steckt auch, dass wir uns selbst, aber auch die Aufgaben, die an uns gestellt werden, hinterfragen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Wir sind oft die Feuerwehr, wenn andere Agenturen versagen. Das damit verbundene Selbstbewusstsein steckt in der Handschrift von Klaus Hajok, die ausdrucksstark und präsent ist.

Klaus P. Hajok: Als Designer habe ich mich über den Entstehungsprozess im Team besonders gefreut. Wir hatten viele Ideen und Konzepte entwickelt und uns dann für dieses entschieden. Emotional, reduziert und pur. Wenn Gegensätze gekonnt aufeinandertreffen, kann im wahrsten Sinne des Wortes Beeindruckendes entstehen. Der größte Teil des Labels ist nicht gedruckt, sondern geprägt.

Wie ist das bisherige Feedback auf den Look und Taste?

Madeleine Lindner: Wow!

Klaus P. Hajok: Es gab tatsächlich nur sehr positives Feedback. Intern wie extern.

Kann man den Gin kaufen?

Madeleine Lindner: Den Gin kann man nicht kaufen, er ist exklusiv den Kollegen und ausgewählten Kunden vorbehalten.

Klaus P. Hajok: Aufgrund des großen Interesses überlegen wir aber tatsächlich, ob wir nicht noch eine Edition rausbringen sollten.

Gibt es einen Perfect Serve für #stillthirsty?

Madeleine Lindner: Damit sich der Geschmack am besten entfalten kann, trinke ich persönlich unseren Gin am liebsten mit einem neutralen Tonic. Nicht zu süß, Eiswürfel rein, fertig.

Klaus P. Hajok: Bei unseren beiden Partys zum 25-jährigen Jubiläum hatten wir unterschiedliche Barkeeper, die neben der klassischen Variante mit Eis, Tonic und Limette noch weitere Ideen umsetzten. Was soll ich sagen, mir haben sie alle sehr gut geschmeckt!

Welche Persönlichkeit würden Sie einmal gern auf einen #stillthirsty einladen? Und warum?

Madeleine Lindner: Maria Abramovic – ihre „The artist is present“-Arbeit finde ich wahnsinnig spannend. Schweigend mit ihr einen #stillthirsty zu trinken, könnte eine interessante Erfahrung sein!

Klaus P. Hajok: Heinz Stücke ist vielleicht nicht das, was man unter weltberühmt versteht. Aber er machte 51 Jahre am Stück eine Weltreise mit dem Fahrrad und sah alle Länder dieser Erde. Sein Lebenskonzept war die Reise und ich fände seinen Rückblick darauf spannend – gerne mit einem oder zwei #stillthirsty!

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+++ Wir bedanken uns bei Madeleine Lindner und Klaus P. Hajok für das offene und sehr interessante Interview! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt! +++

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