Gastbeitrag Olaf Grewe

Gastbeitrag: Olaf Grewe – Gin, die alte Spirituose im Trend

Olaf Grewe, Managing Partner Antal International mit Sitz in Hamburg, entschied sich nach über 32 Jahren Erfahrung in der Getränkeindustrie (10 Jahre für Bacardi und 23 Jahre bei Diageo) in 2012, seiner zweiten Passion, der Talentförderung, zu folgen. Nach einer Ausbildung zum zertifizierten Business Coach, ist er nun mittlerweile seit 2013 Partner bei Antal International, einer internationalen Recruitment-Organisation mit über 120 Büros in mehr als 30 Ländern. Sein Fokus liegt aber natürlich nach wie vor auf dem Getränkesektor und hier im Besonderen auf Marketing-, General-Management- und Sales-Rollen, für die er ständig talentiertes Führungspersonal sucht. Im Gastbeitrag auf about-drinks spricht er über den aktuellen Gin-Trend:

Mit über 19.000 Spirituosenbrennereien und einem geschätzten Jahresumsatz von zwei Milliarden Euro bildet die Spirituosenindustrie einen wichtigen Teil des Getränkeherstellungssektors in Deutschland. Bei einer Vielzahl von Sorten und Variationen bietet sich eine große Auswahl, selbst neben den großen Marken und den weitläufig bekannten alkoholischen Getränken.

Welches jedoch erfreut sich der größten Beliebtheit in Deutschland?
Momentan erfreut sich der Gin an einem großen Revival und darf sich das neue Trendgetränk nennen. Die Wiederkehr kommt nicht überraschend, der derzeitige große Hype aber schon – stetig wachsend hält dieser nun seit über fünf Jahren an und ist an einem weiteren Höhepunkt angelangt.

Der Gin ist natürlich kein neues Getränk, schon Mitte des 17. Jahrhunderts tauchte in den Niederlanden ein Wacholderschnaps namens Genever auf. Der holländische König Wilhelm III. von Oranien brachte diesen bei seiner Thronbesteigung in die neue englische Heimat mit. Bald kannte man die Spirituose nur noch anhand der Abkürzung „Gin“. Hier wurde er auch maßgeblich weiterentwickelt und die bekannten Varianten wie der Gin Tonic wurden kreiert. Vor allem während der Kolonialzeit war diese Variation sehr beliebt – in Indien wurde diese von den Offizieren als Schutz gegen Malaria konsumiert. Aus dieser Zeit stammt auch noch der Eindruck, der Gin sei etwas für die adlige Oberschicht und dazu etwas altertümlich – dass der Gin das Lieblingsgetränk von Queen Mum war, half dabei auch nicht besonders.

Dennoch ist der Gin ein Phänomen – immer wieder keimte der Trend erneut auf. Mittlerweile jedoch scheint ein regelrechter Hype zu entstehen – nicht nur bei den Kennern hoch geschätzt als feinste Spirituose, sondern auch bei den jüngeren Menschen immer beliebter, erlebt der Gin ein richtiges Revival. Als Kultgetränk hält er Einzug in die In-Bars von Berlin bis nach New York. Sogar reine Gin Bars gibt es, in denen man unter verschiedenen Variationen wählen kann, wie z.B. Gin Tonic, aber auch Dry Gin, Black Gin und Cocktailkreationen mit Gin Fizz, Martini oder dem Negroni.

Dass sich der Gin so vielfältig kombinieren lässt, trägt mitunter auch zum neuen Trend bei. Die Zahl der Gin-Hersteller steigt stetig, Gin-Brennereien gibt es nun in Hülle und Fülle – die Spirituosenindustrie hat dies erkannt und bringt den Gin nun vermehrt auf die Getränkekarten und in den Verkauf zurück.

Marken wie Tanqueray, Gordon’s, Bombay Sapphire, Hendrick’s und Monkey 47 verzeichnen Rekordumsätze. Bei einer Umfrage unter Londons Barkeepern reihte sich das ehemalige Trendgetränk Vodka nur bei 28% auf der Beliebtheitsskala ein – während der Gin den Siegeszug mit 44% fortsetzte.

Wo also liegen die Gründe dieses unglaublichen Revivals?
Der Gin symbolisiert ein faszinierendes, fast schon mythisches Getränk mit einer unnachahmlichen historischen Komponente. Hinter jeder Variation versteckt sich eine geschichtliche Annekdote, die ein ganz anderes Genussfeeling kreiert. Für jede Geschmacksvorliebe gibt es eine Auswahl an Gin-Aromen. Zudem ist das Auswahlkriterium der Kunden nicht mehr der Preis.

Nach Angaben des Bundesverbandes der Spirituosenindustrie wurden im letzten Jahr über 5 Millionen Flaschen Gin verkauft. Die deutschen Brenner etablieren sich auch global immer mehr – der Schwarzwaldgin Monkey 47 wurde 2011 mit dem Titel „Best International Gin“ ausgezeichnet – die Zukunft des Gins in der Spirituosenindustrie sieht also mehr als rosig aus.

Mit durstigen Grüßen,
Ihr Olaf Grewe

Für weitere Fragen an Olaf Grewe zu diesem Thema steht Ihnen Lisa Schwarz, Antal International GmbH, unter LSchwarz@antal.com zur Verfügung.

Bild: Gin – ©iStockphoto.com/pjohnson1

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