Portfolioerweiterung

„From bartenders for bartenders“ – Brown-Forman Marketing Direktorin Tanja Steffen im Interview über Fords Gin

Der in den USA mehrfach prämierte und seit 2013 fortlaufend in Drinks International’s 50 Best Bars unter den Top 10 gelistete Fords Gin ist seit Februar 2021 nun auch in Deutschland erhältlich.

Im Interview sprach about-drinks mit Tanja Steffen, Marketing Direktorin Brown-Forman Deutschland und Tschechien, u.a. über den Launch von Fords Gin in Deutschland, und wie er sich von der Vielzahl der Gin-Angebote hierzulande unterscheidet.

Liebe Frau Steffen, bitte stellen Sie sich kurz vor.

Tanja Steffen: Gemeinsam mit meinem Team bin ich als Marketing Direktorin für die Marketingaktivitäten aller Marken in unserem Portfolio im deutschen und tschechischen Markt verantwortlich. Ein kurzer Portfolio-Überblick: Unsere mit Abstand bekannteste Marke ist Jack Daniel’s Tennessee Whiskey. Zusammen mit Woodford Reserve Bourbon sind wir Treiber der Kategorie American Whiskey in Deutschland.

Unsere schottischen Spezialitäten Benriach und The Glendronach runden unser Whiskeyangebot ab. Daneben haben wir spannende, kleinere Marken wie die Tequilas el Jimador und Herradura, Finlandia Vodka oder den Likör Chambord. Mit Fords Gin haben wir nun eine für uns neue Kategorie betreten, die sich extrem dynamisch und auch sehr vielfältig entwickelt. Wir sind sehr gespannt, wie unser neuer Gin hier mitmischt.

Zu Beginn des Jahres hat Brown-Forman Deutschland Fords Gin gelauncht. Sie bezeichnen ihn als einen Gin „from bartenders for bartenders“. Was genau soll das bedeuten?

Tanja Steffen: Die Bezeichnung basiert auf seiner Entstehungsgeschichte. Simon Ford, gebürtiger Engländer, begann als Bartender in den USA zu arbeiten und gleichzeitig mit Kollegen Spirituosenmarken aufzubauen. Seine Leidenschaft war Gin. Sein Ziel: eine Allround-Rezeptur zu entwickeln, die in jedem Gin-Longdrink und -Cocktail harmoniert.

Nach drei Jahren intensiven Experimentierens stand die finale Gin-Rezeptur. Und auch ein extra entwickeltes Flaschendesign, an das Simon und seine Mistreiterinnen und Mitstreiter, international renommierte Bartenderinnen und Bartender, ebenfalls höchste Ansprüche hatten. Zum Beispiel hat die Flasche eine Griffmulde und eine Skalierung sowie ein Etikett, das alle relevanten Informationen über das Produkt transparent abbildet. Zu guter Letzt wurde dem Gin dann der Name seines Herstellers verliehen.

Was zeichnet Fords Gin aus? Wie unterscheidet er sich von der Vielzahl der Gin-Angebote hierzulande?

Tanja Steffen: Fords Gin ist in erster Linie ein Gin, der eben auch nach Gin schmeckt. Ehrlich, schnörkellos und gleichzeitig anspruchsvoll. Er wurde – so der Claim – „from bartenders for bartenders” entwickelt, eine Referenz, die für sich spricht. Und welcher Gin kann schon von sich behaupten, dass seine Entwicklungsgeschichte mit 83 Botanicals begann, seine Rezeptur über drei Jahre so lange optimiert wurde, bis am Ende ein ausgefeiltes Geschmacksprofil aus neun Botanicals stand, das in jedem Gin-Drink glänzen kann. Letztlich würde alleine Fords Gin im Regal am Bartresen ausreichen, um die verschiedensten Gin-Cocktails und – Longdrinks zu kreieren. Natürlich sehen wir die Vielzahl internationaler und lokaler Gin Marken im deutschen Markt. Wir sind aber überzeugt, dass unser Allrounder mit seinem Potenzial den Gin-Hype zusätzlich befeuern wird.

Wieso bringt Brown-Forman genau jetzt einen Gin für die Bar-Gastronomie auf den Markt, wo diese sich Pandemie-bedingt im Lockdown befindet?

Tanja Steffen: Eine sehr gut nachvollziehbare Frage. Zum Zeitpunkt der Planung für den Launch im deutschen Markt hat natürlich kein Mensch an eine mögliche Pandemie, geschweige denn einen damit verbundenen Gastronomie-Lockdown gedacht. Als absehbar war, dass zum geplanten Launch-Zeitpunkt im Januar die Gastronomie weiter geschlossen bleiben muss, haben wir uns dennoch entschieden, Fords Gin auf den Markt zu bringen und die Marketingaktivitäten den Gegebenheiten anzupassen.

Viele unserer Partnerinnen und Partner in den Bars und Clubs haben aktuell gezwungenermaßen Zeit, die sonst knapp ist oder in Gänze fehlt, um sich weiterzubilden und mit Neuem zu befassen. Daher bieten wir gerade jetzt Masterclasses und Schulungen als digitale Formate über unseren Außendienst und unsere Markenbotschafterin und Markenbotschafter an. Wir setzen zum Beispiel am 29. März 2021 unser Bartender-Education-Program „Master of American Whiskey (#MOAW)“ als digitale Konferenz um, bei der Fords Gin ebenfalls seinen Auftritt haben wird. Wir wünschen der Gastronomie sehr, dass sie hoffentlich bald wieder ihre Türen öffnen und Gäste empfangen darf und mit neuen Angeboten überraschen und begeistern kann.

Wenn mir abends in der Bar der Barkeeper Fords Gin empfiehlt und mir mein Gin Tonic damit besonders gut schmeckt; habe ich dann auch eine Chance, ihn für zu Hause zum Selbermixen zu kaufen?

Tanja Steffen: Ja und nein. Um die Ecke im Supermarkt oder Kiosk wird man Fords Gin vorerst nicht finden. Er ist zunächst, was unsere schwerpunktmäßigen Vertriebsaktivitäten betrifft, der Gastronomie vorbehalten. Aber Interessierte haben dennoch die Möglichkeit, ihn auch zu Hause auszuprobieren. Fords Gin ist online zum Beispiel über Amazon erhältlich.

Wieso wird Fords Gin in London hergestellt, wenn er in den USA entwickelt wurde?

Tanja Steffen: Tatsächlich hat Simon zunächst darüber nachgedacht, Fords Gin in den USA produzieren zu lassen, und es hätte ihm in den Jahren der Entwicklung und des Experimentierens sicherlich viel Reiserei erspart. Zwei Gründe waren für ihn ausschlaggebend, warum es England oder vielmehr London sein musste: London ist der Ort, in dem historisch mit Botanicals gehandelt wird und wo renommierte Botanical Händler wie zum Beispiel Joseph Flach & Sons sitzen, die den besten Wacholder, in diesem Fall aus Italien, importieren.

Der zweite Grund für London war: Hier hat mit Charles Maxwell, Master Distiller in 10. Generation, einer der weltweit besten Gin Produzenten seine Destillerie. Sie reicht bis ins Jahr 1680 zurück. In engem Austausch zwischen Simon und Charles wurde experimentiert, Martinis, Negronis und Gin & Tonics gemixt, immer wieder an der Rezeptur gefeilt und optimiert. Am Ende entstand ein ausgewogener, anspruchsvoller London Dry Gin, aus sorgfältig ausgewählten Botanicals aus der ganzen Welt, mit wundervoll frischen Noten von Zitrone, Orange und Grapefruit. Ein Allrounder der Premium Klasse.

Empfehlen Sie über Ihren Außendienst den Bartendern bestimmte Drinks mit Fords Gin anzubieten?

Tanja Steffen: Auch hier ist die Antwort wieder ja und nein. Wie schon erwähnt wurde Fords Gin mit dem Anspruch kreiert, in jeder klassischen Gin-Rezepture zu glänzen. Daher geben wir über unseren Außendienst Empfehlungen, die aber nicht als die ausschließlichen Fords Gin Fokusdrinks zu betrachten sind. Der bewährte Gin & Tonic darf natürlich nicht fehlen. Neben dem Klassiker, bei uns mit Indian Tonic und einer Zitronenzeste garniert zubereitet, hält unsere Fords Gin “Menükarte” noch viele abgewandelte Rezeptideen parat.

Zum Beispiel “The Green”, der mit einer Gurken- und Zitronenscheibe sowie Basilikumblättern serviert wird. Oder etwas ausgefallener: “The Mediterranean” mit 5cl Fords Gin, 2cl Fino Sherry, Mediterranean Tonic Water und garniert mit einer Orangenscheibe und Oliven. Neben den Gin & Tonic Variationen empfehlen wir auch den Martini. Dies ist vor allem Simon’s Vorliebe für diesen Cocktail geschuldet. Und wer seine Gäste mit einer noch etwas außergewöhnlicheren und auch fruchtigeren Gin-Drink-Variante begeistern möchte, der sollte einen Bramble probieren, der mit seiner schönen Brombeer-Garnitur auch optisch besticht.

Ein Gin & Tonic ist schnell gemixt und sehr beliebt – auch als Drink am Abend zu Hause mit Gästen, oder wenn man sich einen schönen Moment gönnen möchte. Welchen Gin Drink würden Sie als anspruchsvoll bezeichnen bzw. die Mixtur eher einem Profi empfehlen?

Tanja Steffen: In der Tat ist ein Gin & Tonic schnell gezaubert, wobei dieses Wort wegen der einfachen Zubereitung fast zu hochtrabend klingt. Vorwissen braucht man nicht, auch kein Barzubehör, denn der Drink wird im Glas aufgebaut, wie der Experte es ausdrücken würde. Gin plus ein Tonic Water nach Belieben und fürs Auge, aber auch als weitere Geschmackskomponente, die Garnitur. Ein guter (Dry) Martini bedarf dagegen Präzision in der Zubereitung. Das Mengenverhältnis muss stimmen, auch wenn es je nach Geschmack variieren kann.

Wir empfehlen für die klassische Variante 3 Anteile Gin auf einen Anteil Wermut. Unser Fords Gin eignet sich aber auch hervorragend für ein Verhältnis von 9 Einheiten Fords Gin zu 1 Einheit Wermut. Womit wir einen wirklichen Dry Martini hätten. Für die Zubereitung werden ein Rührglas- und -löffel empfohlen. Darin wird er auf Eis gerührt, kühlt so ab und nimmt das benötigte Schmelzwasser auf. Essentiell ist das anschließende Abseihen in ein vorgekühltes Glas, ein Martiniglas, Coupette oder Cocktailspitz, damit der Drink gut gekühlt bleibt. Denn auf Eis im Glas wird verzichtet.

Als weiteren anspruchsvollen Gin-Drink empfehlen wir den Bramble, der von der Grundrezeptur her eine Adaption eines Sours ist. Die Zutaten – 5cl Fords Gin, 2,5 cl Zitronensaft, 1cl Zuckersirup – werden auf Eis in einem Shaker geshaked, durch ein Sieb in ein mit Crushed-Eis gefülltes Glas abgeseiht und für den optischen Effekt, den Farbverlauf, wird 1,5 cl Chambord Likör über einen Löffel langsam und behutsam in das Glas “gefloatet”. Krönender Abschluss ist dann die Brombeer-Garnitur.

Welches ist Ihr persönlicher Lieblings-Gin Tonic Drink?

Tanja Steffen: Ich mag es gerne zitrus-lastig und bin daher ein Fan unseres Triple Citrus Gin & Tonic, der mit Fords Gin, Indian Tonic und einer Zitronen-, Orangen- und Grapefruitzeste zubereitet wird. Damit kann dann auch der Sommer kommen.

Brown-Forman Deutschland | brown-forman.de | brown-forman.com

+++ Wir bedanken uns bei Tanja Steffen für das offene und sehr interessante Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt! +++

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