Freimeisterkollektiv GIN 206

Freimeisterkollektiv: „Wann hat der SCHWACH-GIN endlich ein Ende?“

Der Gin-Hype ist ein Segen für die deutschen Brenner, deren Gin-Produktion – ganz nebenbei – auch das Ansehen anderer hochprozentiger Produkte aus Deutschland gehoben hat. Dazu kommt, dass die Abfindungsbrennereien, von denen es in Deutschland noch etwa 18.000 gibt, in der Regel jährlich nur 300 Liter Alkohol brennen dürfen. Gin fällt jedoch nicht unter diese Beschränkung – eine wichtige ökonomische Säule für Kleinbrenner und die Möglichkeit, ein neues Marktsegment zu erschließen.

Bevor der deutsche Gin-Hype losging, wurde die Spirituose als traditionelles britisches Kulturgut wahrgenommen. Tatsächlich ist Gin ursprünglich ein niederländisches Erzeugnis, das man in Großbritannien noch bis ins 19. Jahrhundert so gut wie möglich zu kopieren suchte. Rezepturen aus dieser Zeit verraten etwas über die damalige Qualität. So waren Terpentin und Salpetersäure gängige Zutaten.

Gin war die erste Spirituose, die (früh-)industriell hergestellt wurde. Dennoch ist Gin zum Synonym für die deutschen Craft-Spirituosen-Szene geworden, obwohl auch heute der Neutralkohol als Basis der Gin-Produktion meist industriellen Ursprungs ist.

Verwandelt sich der Segen des Gin in einen Fluch?
In Deutschland gibt es bereits über 300 Gin-Marken. Wöchentlich kommen neue dazu. Überspitzt gesagt, kann beinahe jede deutsche Kleinstadt ihren eigenen Gin vorweisen. Kaum eine dieser Marken hat eine Geschichte, die älter als zehn Jahre ist.

Während sich die Fußgängerzonen deutscher Kleinstädte immer ähnlicher werden, sollen lokale Gin-Marken regionale Identität stiften. Differenzierungen finden über lokale Zutaten statt. Es werden Botanicals verwendet, die angeblich typisch für die Region sind. Die Geschichte hat gezeigt, wie schwierig es ist, den Ursprungsort des Gins zu benennen. Umso einfacher scheint es, einzelnen Gin-Marken irgendwelche regionalen Attribute zuzuschreiben.

Über Flaschendesign und Logo macht man sich Gedanken, lange bevor auch nur ein Tropfen destilliert wird. Und sollten einmal die Ideen für Botanicals als Alleinstellungsmerkmal ausgehen, gibt es immer noch die Artenvielfalt des Tierreichs – Wildschweine, Greifvögel, Elefanten, Hunde oder Affen. – Betrachtet man die Etiketten deutscher Gin-Sorten, glaubt man eine auf Puppenhausgröße geschrumpfte Trophäensammlung eines Großwildjägers zu sehen.

Im Südwesten der Bundesrepublik gibt es jenen finsteren Wald, der im deutschen Gin-Hype legendenbildend ist. Diese Schwarzwald-Story wurde von etlichen Kleinbrennern für ihre Gin-Marken so intensiv verwendet, dass es nicht verwunderlich ist, wenn mittlerweile sogar ein Discounter sich dieses marketingtauglichen Ursprungsmythos bedient.

Einen eigenen Gin zu entwicklen, wurde zur beliebten Beschäftigungstherapie nach einer erfolgreichen aber sinnentleerten Karriere. Wenn diese Sinnkrise Werbern, Bankern oder Online-Entrepreneurs weiterhin zu eigenen Spirituosen-Marken treibt, haben wir bald eine gewaltige Gin-Krise.

Diese Gin-Krise will das Freimeisterkollektiv abwenden
Gin – ohne Marketingstory, ohne groteske Botanicals, ohne fiktive Regionalität – zu einem fairen Preis. Gin entsprechend unserem Credo: True craft. No bullsh*t. Ohne Chichi, ohne Kokolores, ohne Schnickschnack und ohne Firlefanz … aber mit richtig viel Wacholder.

GIN 2016 – London Dry Gin 48%
Dieser London Dry Gin, den Thomas Neubert in Zusammenarbeit mit Oliver Ebert speziell für das Freimeisterkollektiv in dem GIN 2016 destilliert hat, kombiniert die Aromen von Orangenblüten und -schalen sowie Ingwer und Bergamotte mit Koriander, Kardamom und Lavendelblüten. Neubert hat sich bei seinem Freimeister-Gin bewusst auf zehn perfekt aufeinander abgestimmte Botanicals beschränkt.

Bei Verkostung offenbart dieser Gin sich als Neuinterpretation des Klassikers, dem alle Botanicals dienen: dem wahren Meister des Gins – dem Wacholder.

Über das Freimeisterkollektiv
Das Freimeisterkollektiv ist ein Zusammenschluss von Individualisten – eine Verbindung von unabhängigen Kleinbrennern und führenden Bartendern. Unsere Kunden sollen wissen, was sie trinken. Und von wem. Die Herstellung unserer Produkte unterliegt völliger Transparenz.

Über Thomas Neubert
Brenner | Bodekow, Vorpommern
Thomas Neubert ist gelernter Destillateur. Er arbeitete in der Aroma-Industrie, bevor er den Entschluss fasste, sich in der kleinen Gutsbrennerei Schloss Zinzow der handwerklichen Seite des Destillierens zu widmen. Zinzow in Vorpommern ist ein winziger Ort in der Gemeinde Boldekow, die insgesamt 668 Einwohner hat. In der denkmalgeschützten Brennerei macht Thomas Neubert Obstbrände, Geiste, Liköre und einen Gin, der beim Craft-Spirits-Festival Destille Berlin mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde.

Über Oliver Ebert
Barbetreiber | Berlin
Oliver, studierter Philosoph und Literaturwissenschaftler, verabschiedete sich 2004 von der Theaterwelt, um in Berlin Prenzlauer Berg eine Bar zu eröffnen. Becketts Kopf ist inzwischen eine der besten Bars des Landes. Ebert wurde 2013 zum Mixologen des Jahres gekürt. Das Freimeisterkollektiv unterstützt er mit fachkundigem Wissen und schöpferischen Impulsen. Oliver hat die Entwicklung des Gin 206 von Thomas Neubert aktiv begleitet. Josef Farthofer und Ralf Rüller haben auf seine Initiative hin gemeinsam einen Kaffeegeist in zwei Varianten entwickelt.

Quelle/Bildquelle: Freimeisterkollektiv GmbH | freimeisterkollektiv.de

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