einskommafünfgrad Teaser
Voelkel-Geschäftsführer und Miss Germany

„Einziger bio- und klimapositiver Eistee“: Jurek Voelkel und Domitila Barros über einskommafünfgrad

Eistee scheint das Getränk der Stunde im deutschen Lebensmitteinzelhandel zu sein. Ob „Bratee“ von Capital Bra, „HafTea“ von Haftbefehl oder „DirTea“ von Shirin David – für die sogenannten Creator Brands nutzen Influencer ihre Reichweite. Voelkel-Geschäftsführer Jurek Voelkel bemängelt bei all den Produkten, dass „Künstler*innen mit ihren Marken die großen Probleme unserer Zeit wie die Klimakrise oder das Artensterben gar nicht adressieren“. Aus diesem Grund hat er unter der Marke einskommafünfgrad drei eigene Eistee-Sorten gelauncht. Unterstützt wird er dabei von Domitila Barros – sie ist Markenbotschafterin, Greenfluencerin und amtierende Miss Germany. einskommafünfgrad ist der erste und einzige bio- und klimapositive Eistee, der in Bio-Qualität mit fair gehandelten Rohstoffen hergestellt wird. Für jedes verkaufte Produkt gehen 5 Cent an die Klimaschutzorganisation Germanzero.

Wir haben mit Voelkel-Geschäftsführer Jurek Voelkel und Domitila Barros, Greenfluencerin und amtierende Miss Germany, im Interview über die Marke einskommafünfgrad gesprochen. Die beiden erzählen von dem Verkaufsstart, den aktuellen Maßnahmen und ihren Plänen.

Herr Voelkel, warum ein Eistee?

Jurek Voelkel: Eistees sind die Getränke der Stunde. Nicht zuletzt wegen der vielen Creator Brands, die auf den Markt strömen – HafTea, DirTea, BraTee usw. Uns hat es dabei allerdings gewurmt, dass die Künstler*innen mit ihren Marken die großen Probleme unserer Zeit wie die Klimakrise oder das Artensterben gar nicht adressieren.

Dabei sprechen sie gezielt genau die Altersgruppe an, die einmal unter den katastrophalen Auswirkungen dieser Entwicklungen in naher Zukunft leiden wird. Hier werden Jugendliche von Influencer*innen dazu gebracht, Lebensmittel zu konsumieren, die nichts dazu beitragen, das von der internationalen Staatengemeinschaft formulierte Ziel, die globale Erwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, zu erreichen.

Um endlich der Generation Z ein Angebot zu machen, das sie in einer Weise erreicht, die ihren Bedürfnissen und Einkaufsgewohnheiten entspricht, haben wir die Marke einskommafünfgrad entwickelt.

Die Marke läuft aber nicht unter dem Voelkel-Logo?

Jurel Voelkel: Nein, das haben wir bewusst so gemacht, denn – das hat uns intensive Marktforschung gezeigt – kauft die Zielgruppe fast vornehmlich in Supermärkten und Spätis.

Ähnliches gilt auch für die Tonalität der Ansprache. Um sowohl für bestehende Voelkel-Kund*innen als auch den Handel Verwirrung zu vermeiden, haben wir die Marke einskommafünfgrad, die den Fokus auf den Lebensmitteleinzelhandel hat, nicht unter dem Voelkel-Label herausgebracht.

Und einskommafünfgrad grenzt sich auch deutlich von den Eistees der Creator Brands ab?

Jurek Voelkel: Exakt, denn einskommafünfgrad ist der erste und einzige bio- und klimapositive Eistee. Wir stellen die drei Sorten „Limette Yuzu“, „Mate Pfirsich“ und „Beere“ in Bio-Qualität mit fair gehandelten Rohstoffen her. Sie werden im klimaneutralen Natural Brown Board von Elopak abgefüllt, sind anders als die „Rapper-Eistees“ vollständig frei von Aromen oder Konservierungsmitteln und enthalten deutlich weniger Zucker – nur rund 5 Gramm pro 100 ml.

Die Herstellung ist dank sogenannter Goldstandard-Kompensationsprojekte CO2-positiv. Es wird doppelt so viel CO2 kompensiert, als durch die Produktion entstehen. 5 Cent pro verkauftem Produkt gehen an die Klimaschutzorganisation Germanzero, um nicht nur die Wirkung, sondern auch die Ursache auf politischer Ebene anzugehen.

Preislich werden Sie vermutlich dann aber nicht so günstig sein wie andere Eistees?

Jurek Voelkel: Das stimmt, unser Eistee hat im 0,75 l Natural-Brown-Board-Verbundkarton eine UVP von 1,99 €. Natürlich sind konventionell erzeugte Lebensmittel günstiger, weil sie Umweltschäden und soziale Schäden nicht mit einpreisen. Wir tun das aber.

Wenn z.B. das Grundwasser aufwändiger gereinigt werden muss, dann zahlt das die Gesellschaft. Das steht nicht am Lebensmittel dran und wird von den Endkonsumenten meist nicht wahrgenommen, da es ihnen nur um den reinen Preis geht. Wir stehen aber für faire Preise, nachhaltige Herstellung, Bio-Qualität und Klimapositivität – und das hat (zumindest aktuell) noch seinen Preis.

Seit Juni ist einkommafünfgrad auf dem Markt. Wie ist der Start gelaufen?

Jurek Voelkel: Wir sind mit Voelkel zwar ein großer Bio-Hersteller in Deutschland, aber dennoch im Vergleich mit anderen aus der Branche ein kleines Unternehmen. Aber wir haben bzw. wir sprechen mit allen Händlern, zu denen unser Eistee passt. Der erste große Erfolg war sicherlich, dass Lidl uns eine nationale Aktion zugesagt hat. Das heißt, das 3.400 Displays aktuell in ganz Deutschland in jedem Lidl Markt zu finden sind.

Wir sind auch bei anderen Handelsmarken wie Tegut, Budni, Edeka Nordbayern gelistet. Weitere Gespräche laufen da natürlich parallel. Wir haben auch von den dm-drogerie Märkten eine Listung in der Hälfte ihrer Märkte ab Juli erhalten. Man muss ja auch bedenken: Wir hatten im Februar die Idee und sind im Juni auf den Markt gekommen. Von daher sind wir schon sehr zufrieden mit dem Start. Aber: Es ist, wie so oft der Fall, immer noch ausbaufähig. Da sind wir dran.

Zudem muss man ganz ehrlich sein: Es ist so natürlich um einiges schwerer, eine neue Marke in die Märkte und an die Endverbraucher*innen zu bringen als wenn jetzt jemand mit mehreren Millionen Followern auf Social Media ein Produkt einführt. Wir arbeiten aber natürlich auch mit Influencer*innen bzw. mit Greendluencer*innen – zusammen.

Die erste Greenfluencerin, mit der Sie arbeiten, ist Domitila Barros. Wie kam es dazu?

Jurek Voelkel: Genau, das Konzept von einskommafünfgrad ist es, dass nachhaltig engagierte Content-Produzent*innen, also sogenannte „Greenfluencer*innen“, Botschafter*innen für ihre persönliche Sorte werden. Diese werden ihre Reichweite in den Dienst der guten Sache, also des guten Produktes, stellen und individuelle Marketingmaßnahmen auf ihren Kanälen gestalten.

Unsere ersten Greenfluencerin und gleichzeitig Markenbotschafterin ist Domitila Barros. Die 37-Jährige ist Sozialunternehmerin, Schauspielerin, Model und seit 2022 auch frisch gekürte Miss Germany.

Die gebürtige Brasilianerin hat sich schon früh für soziale Projekte eingesetzt und engagierte sich in einem Straßenkinderprojekt ihrer Eltern. Von den Vereinten Nationen bekam sie dafür den Millennium Dreamer Award verliehen. Über ein Stipendium ist sie an die Freie Universität Berlin gekommen, an der sie einen Master in Politik- und Sozialwissenschaften absolvierte. Seitdem hat sie unter anderem ein Fair-Fashion-Unternehmen gegründet. Fast 190.000 Menschen folgen ihr auf Instagram.

Und warum passen Sie so gut zu der Marke?

Domitila Barros: Durch meine Kindheit in einem weniger privilegierten Teil dieser Erde habe ich die Auswirkungen nicht nachhaltigen, umweltschädlichen und menschenverachtenden Handelns aus erster Hand miterlebt. Daher sind mir die Werte Nachhaltigkeit, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit so wichtig.

Als Voelkel mit dem Eistee-Konzept auf mich zugekommen ist, war ich sofort begeistert. Ich identifiziere mich zu 100% mit dem Produkt und den Zielen. Es ist für mich schon jetzt eine Herzensangelegenheit. Es ist nicht so, dass ich irgendwann weiterziehe, wenn mein Werbevertrag ausläuft. Nein, wir wollen die Marke wirklich zusammen aufbauen, sie groß machen und am Markt etablieren. Das dauert seine Zeit, aber die geben wir dem Produkt und uns selbst natürlich.

Dieser Aufbau ist in vollem Gange, richtig?

Jurek Voelkel: Richtig! Wir führen viele Gespräche und investieren erstmal einiges in die Marke. Wir müssen ja fast von Null eine Marke aufbauen und Bekanntheit schaffen. Dazu wird u.a. ein deutlich sechststelliges Mediabudget eingesetzt für Social Ads bei Instagram, YouTube & Co., mit denen wir 30 Mio. Kontakte erreichen.

Für das Marketingkonzept und die gesamte Umsetzung haben wir eine Lead Agentur aus Lüneburg ausgewählt. Die haben mehr als 150 Mitarbeiter und machen nur den Bereich Social Media. Sie sind eine der größten Onlinemarketing-Agenturen Deutschlands. Dazu kommt noch die großartige Arbeit von Domitila …

Domitila Barros: … genau. Ich bin sehr aktiv auf Social Media, arbeite crossmedial und habe viele Kontakte, die ich mit einbeziehe. Ich war z.B. als Laudatorin auf den Fairtrade Awards 2022 und haben die Faircon, Deutschlands erste Fairtrade Convention für eine nachhaltige Zukunft, besucht. Hier habe ich von unserem Produkt erzählt. Bei dem Fachpublikum kam die Marke super an.

Ich glaube, bei all dem, was ich mache, an die organische Entwicklung. Daher ist die Story, die Voelkel und ich erzählen, auch so wichtig. Es geht um Credibility und darum, dass wir selbst und unsere Kontakte die Story verinnerlichen und ebenfalls von ihr und von den Produkten überzeugt sind.

Welche Kontakte konnten Sie schon überzeugen?

Domitila Barros: Ich bin amtierende Miss Germany und nutze diese Reichweite natürlich auch, um das Produkt bekannt zu machen. Da war es naheliegend, dass ich die anderen Finalistinnen mit ins Boot hole. Die 21 sind alle in irgendeinem Bereich aktiv und haben wiederum ihre Kontakte. Sie alle werden uns helfen, unsere Marke nach vorne zu bringen. Wenn man eine große Reichweite hat, sollte man die für etwas Positives nutzen.

So ist es auch mit anderen bekannten Persönlichkeiten, z.B. mit Anette Frier: Ich bin gut mit ihr befreundet und habe einen Film mit ihr gedreht („Der Pfau“). Annette kann man nicht kaufen für einen Instagram-Post oder für Werbung. Aber ich habe ihr unser Konzept erklärt und auch sie war direkt überzeugt und unterstützt uns. Weil sie an die Marke und unsere Ziele glaubt.

Es ist immer so, dass die meisten Menschen schnell merken, ob Du für etwas Werbung machst, weil Du nur dafür bezahlt wirst. Oder ob Du mit Herzblut hinter der Sache steckst und es aus voller Überzeugung machst. Das wird sich am Ende für einskommafünfgrad auszahlen, davon bin ich fest überzeugt.

Bekommen Sie denn Geld bzw. werden Sie am Verkauf beteiligt?

Domitila Barros: Ja, das werde ich. Allerdings verdiene ich weniger als wir spenden. Auch, wenn sich das komisch anhört: Das Geld ist mir hierbei nicht wichtig. Mir geht es darum, dass wir mit der Marke etwas verändern – und zwar nachhaltig. Ich finde es großartig – und zwar alles, was wir machen: von der Herstellung über die Verpackung bis hin zur Kommunikation.

Bleibt es vorerst bei den drei Sorten? Oder sind weitere Sorten oder sogar andere Getränke schon in Planung?

Jurek Voelkel: Natürlich ist es dann sinnvoll, das Portfolio zu erweitern oder neue Produkte zu launchen, wenn ein bestehendes Produkt funktioniert. Immerhin werden ja noch 90% der Getränke, die durch die deutschen Kehlen fließen, nicht nachhaltig produziert.

Aber wir sehen jetzt erst mal die Verpflichtung, unsere drei Sorten ordentlich zu platzieren, das Vertrauen der Händler zu gewinnen und den Eistee abzuverkaufen.

Haben Sie sich für das erste Jahr ein Ziel gesetzt?

Jurek Voelkel: Wir sind gerade erst gestartet, daher ist es schwierig, klare Ziele zu formulieren. Wenn wir nach dem ersten Jahr eine schwarze Null erwirtschaften würden, wäre das schon sehr positiv. Momentan am wichtigsten ist, dass wir unsere Marke aufbauen und etablieren. Aber gemeinsam mit Domitila und vielen anderen Kontakten werden wir das schaffen!

Domitila Barros: Genau, das werden wir gemeinsam schaffen. Ich persönlich würde sagen, wir versuchen bis Ende 2022 insgesamt 1 Mio. Eistees zu verkaufen. Was meinst Du, Jurek?

Jurek Voelkel: Das ist ambitioniert, aber das sind unsere Ziele ja ohnehin. Also ja, bis Ende 2022 versuchen wir insgesamt 1 Mio. Eistees zu verkaufen! :-)

einskommafünfgrad | instagram.com/einskommafuenfgrad_drinks

Voelkel | voelkeljuice.de | instagram.com/voelkel | facebook.com/VoelkelNaturkostsafterei

Domitila Barros | instagram.com/domitila_barros | linkedin.com/in/domitila-barros

+++ Wir bedanken uns bei Jurel Voelkel und Domitila Barros für das offene und sehr interessante Interview! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt! +++

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