benjamin trommler
Interview

Drei Marken, ein neuer Kurs: Benjamin Trommler über Partisan Vodka, Brick Gin und Guerilla Rum

Benjamin Trommler zählt seit Jahren zu den prägenden Gesichtern der deutschen Spirituosenbranche. Mit Partisan Vodka, Brick Gin und Guerilla Rum hat er ein Markenportfolio aufgebaut, das für klare Haltung, handwerklichen Anspruch und ein bewusst kalkuliertes Preis-Leistungs-Verhältnis steht. Nun werden die Weichen neu gestellt: Erstmals wird der Vertrieb aus der eigenen Hand gegeben – künftig übernimmt SPRITHÖKER diese Aufgabe. Ein Schritt, der Raum für stärkeren Markenfokus und weiteres Wachstum schaffen soll.

Im Interview spricht Benjamin Trommler über seine Marken, das bewusste Loslassen im Vertrieb und die strategische Ausrichtung für die kommenden Jahre.

Benjamin, du bist immer noch ein bekanntes Gesicht in der Spirituosenbranche. Erzähl uns: Welche Marken gehören zu eurem Markenuniversum?

Benjamin Trommler: Angefangen hat alles mit Partisan. Damals haben wir noch in Weißrussland produziert, sind aber bereits mit der Linie Partisan Vodka Green Organic bewusst nach Deutschland gegangen. Mit dem russischen Angriffskrieg war für uns klar, dass wir uns politisch eindeutig positionieren wollen. Seitdem produzieren wir Partisan vollständig in Deutschland.

Sprithöker Partisan Vodka

Parallel dazu haben wir mit Brick Gin einen Organic Gin auf den Markt gebracht. Nach dem Erfolg von Partisan war für uns klar, dass wir unser Prinzip auch im Gin-Segment umsetzen wollen: fairer Preis, hohe Qualität und ideal für Pouring und Homebar.

Im letzten Jahr kam dann die dritte Marke unserer Markenfamilie hinzu. Rum gehört zu den meistgetrunkenen Spirituosen, vor allem in Bars. Mit Guerilla Rum haben wir dieses Prinzip zum dritten Mal umgesetzt: Wir haben genau hingehört, was professionelle Bars brauchen, was Konsumenten erwarten und wie man das perfekte Preis-Leistungs-Verhältnis ausbalanciert.

guerilla rum

Die drei Marken stehen für uns klar im Fokus. Das Markenpotenzial ist größer, als wir es bisher ausgeschöpft haben – das bestätigt auch das Marktfeedback sehr deutlich. Zudem gibt es für uns nicht nur den deutschen Markt. Internationale Märkte sind extrem wichtig für uns und haben unter dem sehr starken Fokus auf den Vertrieb in Deutschland gelitten.

Bei Partisan wollen wir unsere handwerkliche Herstellung viel stärker kommunizieren. Denn unsere Wertschöpfung ist deutlich tiefer als die vieler Wettbewerber, und wir wollen deshalb mehr über unseren handwerklichen Ansatz, über Charakter und Geschmack sprechen.
Brick Gin wollen wir noch bekannter machen – als zeitgemäßes, erwachsenes Produkt nach dem Gin-Hype: organic, preiswert, gute Zutaten und Qualität.
Guerilla muss aufgebaut werden. Dafür brauchen wir vollen Fokus, Energie und klare Prioritäten.

Für die Marken Partisan, Brick und Guerilla habt ihr euch nun entschieden, erstmalig den Vertrieb nicht mehr selbst zu machen, sondern aus der Hand zu geben. Warum?

Benjamin Trommler: Das war für uns ein großer Schritt – und ehrlich gesagt kein einfacher. Mit unserer eigenen Vertriebserfahrung wissen wir sehr genau, wo die Hürden liegen und wie hart der Markt ist. Wir wissen auch, was man anders machen muss, um sich gegen etablierte Platzhirsche durchzusetzen.

brick gin

Für uns war klar: Wir wollten keine Nummer-im-Portfolio-sein. Kein Bauchladen. Sondern einen Partner, der unsere Marken versteht, sie wertschätzt, mit Herzblut arbeitet und unsere Markenwerte nach außen trägt. Das zu finden war nicht einfach! Viele Vertriebe sind bereits mit vielen starken Marken ausgelastet – wenn man kritisch ist, sogar überlastet. Umso wichtiger war es für uns, eine Vertriebslösung zu finden, die unseren Anspruch widerspiegelt und uns gleichzeitig die Zeit gibt, uns wieder stärker auf die Marken selbst zu konzentrieren.

Wie einfach ist es, loszulassen? Immerhin hattet ihr den Vertrieb seit der ersten Markteinführung vor 17 Jahren mit Partisan immer selbst in der Hand.

Benjamin Trommler: Gar nicht einfach. Wenn man über so viele Jahre alles selbst gemacht hat, gibt man nicht leichtfertig Verantwortung ab. Gerade weil wir genau wissen, wie Vertrieb funktioniert, waren unsere Anforderungen hoch und deutlich spezieller als vielleicht bei anderen Marken. Aber genau dieses Wissen hat uns auch geholfen. Uns war klar, dass Loslassen nur dann funktioniert, wenn Vertrauen da ist und die Werte übereinstimmen. Es geht nicht darum, Kontrolle abzugeben, sondern Verantwortung sinnvoll zu teilen.

SPRITHÖKER übernimmt – warum ist das für euch der perfect fit?

Benjamin Trommler: Als wir das erste Mal auf Sprithöker gestoßen sind, war uns sofort eines auffällig: Alle Marktteilnehmer haben extrem gut über Sprithöker und die Gründer dahinter gesprochen. Das ist für uns ein extrem relevanter Punkt. Fairness, Augenhöhe und ein respektvoller Umgang mit Kunden, Lieferanten und Partnern sind für uns zentral.

Partisan Vodka

Dazu kam die Energie und Herangehensweise. Hier wird nicht einfach Dienst nach Vorschrift gemacht. Da ist Passion, da wird nachgedacht, da werden neue Wege gegangen. Das Sortiment ist modern kuratiert und ausgewählt. Ein weiterer entscheidender Punkt war die Einzelhandelskompetenz. Sprithöker kann nicht nur Gastro, sondern ist auch im LEH hervorragend vernetzt. Das ist etwas, das wir selbst nie zu unserer vollen Zufriedenheit abbilden konnten. Hier ist Sprithöker der richtige Partner, um unsere Marken endlich flächendeckend verfügbar zu machen.

Was wird sich dadurch ändern? Was versprecht ihr euch davon?

Benjamin Trommler: Unsere Marken werden klarer, sichtbarer und besser kommuniziert. Wir werden endlich national im Lebensmittelhandel erhältlich sein. Was sich nicht ändert, sind unsere Werte. Unser Anspruch an Service, Zusammenarbeit und Professionalität bleibt bestehen. Auch preislich wird sich nichts ändern, eher im Gegenteil. Kunden profitieren von Synergien: mehr Top-Marken, ein Ansprechpartner, eine Lieferung. Gleichzeitig bleiben wir selbst nah dran. Unser Kundenservice bleibt bestehen, wir halten Kontakt zu Bars, Händlern und Lieferanten. Wir sehen hier echte Fortschritte.

guerilla rum

Auf welchen Kanälen wird in Zukunft der Fokus liegen?

Benjamin Trommler: Die Gastro bleibt für uns extrem wichtig. Dort sind unsere Marken entstanden, dort wurden sie groß – vor allem in urbanen Regionen. Dieser Fokus bleibt. Zusätzlich kommt nun ein klarer LEH-Fokus dazu, ergänzt durch Fachgeschäfte. Gerade mit Partisan Oat haben wir ein Produkt, das es so in Deutschland kaum gibt. In Tastings überzeugt er immer und ist damit ein perfektes Spezialprodukt für den Fachhandel.

Partisan Vodka

Ihr selbst wollt euch nun wieder mehr auf Markenführung, Marketing und langfristige Strategie fokussieren. Was bedeutet das konkret?

Benjamin Trommler: Es bedeutet vor allem, dass wir noch stärker kommunizieren, was unsere Produkte besonders macht. Bei Partisan geben wir tiefere Einblicke in unsere Herstellung, unsere Entscheidungen gegen Massenware und für Charakter. Wir wollen zeigen, warum wir finden, dass ein guter Vodka Geschmack und Haltung haben darf.

Brick gin

Bei Brick geht es darum, Zugänglichkeit zu schaffen, Vorteile klar zu machen und insbesondere Brick Free weiter auszubauen. Das Produkt wächst bereits überdurchschnittlich, aber wir sehen noch deutlich mehr Potenzial. Bei Guerilla Rum ist die Aufgabe klar: Die Marke ist noch neu auf dem Markt.

Welche Pläne und Ziele habt ihr in der neuen Konstellation für 2026? Was wollt ihr als Marke erreichen?

Benjamin Trommler: Zunächst einmal wollen wir einen sauberen Übergang. Unsere Kunden sollen idealerweise gar nichts merken – außer, dass der Service besser wird. Parallel starten wir mit stärkerer Kommunikation und bereiten das Rollout der geschärften Markenprofile vor. Auch im Produktportfolio wird es Neuigkeiten geben, dazu aber zu einem späteren Zeitpunkt mehr. Wir freuen uns sehr auf 2026. Nach einer langen Suche und vielen Gesprächen haben wir nun einen Partner gefunden, der unsere Passion teilt und unseren Anspruch versteht.

Guerilla Rum | Website | Facebook | Instagram
Partisan Vodka | Website | Facebook | Instagram
Brick Gin | Website | Facebook | Instagram

+++ Wir bedanken uns bei Benjamin Trommler für das offene und sehr interessante Interview! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt! +++

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