Anheuser-Busch InBev: Aufklärung kommt vor Genuss

Anheuser-Busch InBev (kurz AB InBev) ist die größte Brauereigruppe der Welt. Sie ist mit mehr als 200 Marken in über 140 Ländern vertreten und beschäftigt rund 150.000 Mitarbeiter auf dem ganzen Globus. Im Jahr 2013 betrug ihre weltweite Bierproduktion 399,0 Millionen Hektoliter und die globalen Marken Budweiser, Stella Artois und Corona sind jedem Biertrinker ein Begriff. Kein Wunder also, dass gerade AB InBev eine ganz besonders hohe Verantwortung trägt, was den verantwortungsbewussten Alkoholkonsum und die Nachhaltigkeit betrifft.

about-drinks sprach mit Steve Mc Allister (Deutschlandchef Anheuser-Busch InBev) und Oliver Bartelt (Unternehmenssprecher Anheuser-Busch InBev) unter anderem über die Themen Verantwortung, aufmerksamkeitsstarke Aufklärungs-Kampagnen sowie Gastronomie-Schulungen zum verantwortungsbewussten Alkoholkonsum.

Herr McAllister, erzählen Sie unseren Lesern zuerst etwas über sich: Wie sah Ihr beruflicher Werdegang aus?
Steve Mc Allister: Ich bin seit 2013 als Deutschlandchef für die deutsche AB InBev-Geschäftseinheit verantwortlich. Neben Deutschland zählt dazu auch das Geschäft in Österreich, Schweiz, Italien und Spanien. In den letzten 20 Jahren habe ich verschiedene Funktionen bei Anheuser-Busch InBev durchlaufen,  unter anderem als General Manager in Irland und als Vertriebsdirektor für das Geschäft in Großbritannien. Seit 2010 bin ich in Deutschland tätig, vor meiner jetzigen Funktion als Vertriebsdirektor für das deutsche Geschäft.

Was bedeutet es denn für Sie, für den weltweit größten Brauereikonzern tätig zu sein?
Steve Mc Allister: Anheuser-Busch InBev bietet eine Reihe von Vorteilen für uns im deutschen Biermarkt. Auf der ganzen Welt gibt es ähnliche Märkte, von denen wir viel lernen können. Umgekehrt ermöglicht unser großes weltweites Vertriebsnetz, unsere deutschen Marken, allen voran natürlich Beck‘s, so erfolgreich in der ganzen Welt zu vermarkten. Für den deutschen Markt können wir internationale Marken wie Leffe nutzen, um hier neue Impulse zu setzen.

Was sind Ihre Hauptaufgaben im Tagesgeschäft als Deutschland-Chef?
Steve Mc Allister: Wir glauben mit der Fokussierung auf das Premium-Segment unsere Aktivitäten in Deutschland auf profitable und nachhaltige Art und Weise entwickeln zu können. Der Biermarkt hierzulande ist gerade in einem bedeutenden Umbruch: Menschen trinken im Durchschnitt weniger Bier als noch vor wenigen Jahren, sind aber offen für Spezialitäten und Premium-Erlebnisse. Wir haben hier mit Hasseröder, Franziskaner und Beck’s starke Marken im Sortiment. Beck’s beispielsweise ist mit Abstand die beliebteste Marke in der Kernzielgruppe, 26% der Befragten benennen Beck’s als ihre Lieblingsbiermarke. Unsere Hauptaufgabe ist es also, unsere Marken so zu positionieren, dass wir profitabel arbeiten können und uns so die Möglichkeiten schaffen, in unsere Marken, in Produkt- und Verpackungsinnovationen sowie Vertriebsaktivitäten zu investieren. Das ist nicht nur mein Job, daran arbeite ich jeden Tag mit den rund 3000 Mitarbeitern in den Ländern, die ich verantworte.

AB InBev legt seit Jahren großen Wert auf den verantwortungsvollen Umgang und Genuss von Alkohol. Seit wann genau beschäftigt sich das Unternehmen mit diesem Thema?
Steve Mc Allister: Wir beschäftigen uns international mit dem Thema schon seit Langem. Für das deutsche Geschäft sind wir 2008 gestartet, rund um dieses Thema Informationsplattformen und Kampagnen aufzubauen. Inzwischen hat das Thema Nachhaltigkeit einen festen Platz selbst in unserer Unternehmensvision „Best Beer Company bringing people together for a Better World“ gefunden. Wir wollen nicht nur „nur“ ein Zeichen setzen, wir wollen als weltgrößte Brauer unserer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen und unsere Branche mobilisieren, hier für die Kategorie Bier mit gutem Beispiel Wirkung zu zeigen.

Im letzten Jahr haben Sie die Hinweis-Piktogramme auf den Rückenetiketten Ihrer Produkte eingeführt. Erzählen Sie unseren Lesern davon!
Oliver Bartelt:
Seit geraumer Zeit tragen alle unsere Produkte auf dem Rückenetikett zwei Hinweispiktogramme, mit denen wir dafür sensibilisieren wollen, dass Alkohol in der Schwangerschaft und am Steuer keinen Platz hat. Sie zeigen ein durchgestrichenes Auto und das Profil einer offensichtlich schwangeren Frau mit einem Glas in der Hand. Beide Bilder sind mit einem dicken Querbalken durchgestrichen. Es wird häufig verharmlost, dass Alkohol in diesen Situationen zur Gefahr werden kann, man kann hier leider nicht von Allgemeinwissen sprechen. Mit den neuen Symbolen wollen wir die Diskussion anregen und für Aufmerksamkeit sorgen. Wir sind die weltweit führende Brauereigruppe und haben das Selbstverständnis, dass wir diejenigen seien sollten, die den ersten Schritt tun. Auf internationaler  Ebene sind wir bereits mit Playern wie Heineken, Carlsberg oder SAB Miller im Gespräch. Auf politscher Ebene haben wir mit der Initiative wieder Raum für Gespräche geöffnet, wie man für einen verantwortungsvollen Konsum werben kann ohne gleich über Verbote zu sprechen.

Ebenfalls im letzten Jahr ist AB InBev mit der digitalen Kampagne „Geklärt, wer fährt!“ gestartet. Wie genau sieht diese aus?
Oliver Bartelt:
„Geklärt, wer fährt!“ gibt es als Initiative schon seit 2008. Ziel ist es, junge Fahranfänger mit Hilfe von gleichaltrigen Botschaftern zur Einhaltung von 0,0 Promille am Steuer zu motivieren. Eigentlich eine gesetzlich vorgeschriebene Selbstverständlichkeit. Aber auch hier zeigen die Zahlen, das die Realität eine andere ist. Wir haben letztes Jahr geschaut, wie wir unsere Initiative „Geklärt, wer fährt!“ auf ein neues Level hieven können. Nachdem das Programm mit 20 Botschaftern ins Leben gerufen wurde, haben wir in den Folgejahren jeweils 100 Botschafter gehabt, die deutschlandweit Gleichaltrige für 0,0 Promille motivierten. Ende 2013 haben wir die Limitierung rausgenommen. So erreichte das Programm eine neue Rekordbewerberzahl: beinahe 3.000 junge Menschen haben sich in den ersten Monaten von 2014 beworben, Botschafter der Initiative zu werden und im Freundeskreis für das Motto „Geklärt, wer fährt!“ zu werben. Zeigt uns, dass hier enormes Potenzial liegt.

Jüngst sind Sie noch einen Schritt weiter gegangen und haben ein Training speziell für Bar- und Servicekräfte in der Gastronomie entwickelt. Worum genau geht es da? Woher kam der Entschluss zu diesem Training?
Steve Mc Allister:
Unser Ziel ist es, Gastronomie-Mitarbeiter beim Verkauf und Ausschank von alkoholischen Getränken zu unterstützen. Wir wissen, dass gerade auf dem Verkaufspersonal eine Menge Verantwortung beim Thema „Verantwortung“ liegt und gerade viele Dinge aus dem Jugendschutzgesetz auch nicht komplett bekannt sind. Beispiel: Ein 17jähriger bestellt zwei Bier. Erst mal kein Problem. Aber was, wenn er offensichtlich das zweite Bier gleich an seinen 15jährigen Freund weiterreicht? Das sind Situationen, für die wir sensibilisieren wollen. Bier ist ein qualitativ hochwertiges Lebensmittel. Das muss (wieder) in die Köpfe der Verbraucher. Dazu gehört aber auch ein geschultes Personal, dass in allen Bereichen fit ist. Hier wollen wir unterstützen. Weltweit wollen wir bis Ende 2014 eine Millionen Servicekräfte und Verkäufer mit unserem Training schulen. Jeder kann sich hier unter www.gastronomiefuerprofis.de schulen und sich anschließend sein Zertifikat ausdrucken.

Gibt es noch weitere aktuelle Kampagnen zum Thema „Verantwortung“? Sind weitere Kampagnen geplant?
Oliver Bartelt:
Auf lange Sicht wollen wir absolute Transparenz und Sensibilisierung schaffen. Der Verbraucher verlangt zu Recht von uns, zu wissen wie und womit wir unser Bier brauen. Für uns ist das gleichzeitig eine große Chance, für die Kategorie Bier wieder Bewusstsein zu schaffen und unsere Produkte zu einer attraktiven Wahl werden lassen. Verantwortung gehört dazu – wir freuen uns über jedes Bier, dass aus unserem Sortiment getrunken wird. Wir wollen aber gleichzeitig sichergestellt wissen, dass das genussvoll und verantwortungsbewusst geschieht. Alles andere ist langfristig gefährlich für unser Geschäft.

Wird dem verantwortungsvollen Genuss von Alkohol Ihrer Meinung nach in der Branche genug Zuwendung geschenkt?
Oliver Bartelt:
Die Nahrungsmittelindustrie ist offensichtlich in Teilen stark verunsichert durch Medien, die effekthascherisch Themen aufgreifen und wöchentlich eine andere Sau durchs Dorf treiben. Sicherlich manchmal zu Recht – in genauso vielen Fällen aber auch leider der Quote wegen. Natürlich wird auch uns hin und wieder vorgeworfen, mit der „Better World“-Kampagne Greenwashing zu betreiben. Solche Leute wird es immer geben. Dagegen können wir nichts machen. Für uns ist es viel relevanter, dass wir die Verbraucher, unsere Partner auf politischer Seite sowie Kunden und Lieferanten überzeugen können und sie sehen, dass wir es ernst meinen. Außerdem merken Konsumenten zunehmend, dass die vermeidlichen Verbraucherschützer auch eigene Interessen verfolgen und viele der Marken-Checks nur erstellt würden, um Aufmerksamkeit für sich selber zu generieren. Wenn wir hier zu einer kritischen aber fairen Betrachtung kommen und sich alle das Thema Transparenz mehr auf die Fahnen schreiben, tut das der Branche sicher gut.

Was könnte man Ihrer Meinung nach noch verbessern?
Steve Mc Allister:
 Es ist gut, das Thema auf mehreren Schultern zu verteilen. So können wir mehr bewegen und mehr Schwung hineinbringen. Neben uns als Hersteller sollten idealerweise auch Politiker, Händler, Gastronomen aber auch das Umfeld wie Freunde, Lehrer oder Eltern dazu beitragen, ein allgemeines Verständnis in der Bevölkerung zu schaffen. Wir wollen doch am Ende alle nicht Teil eines Problems sein sondern Teil der Lösung.

Was ist Ihr persönlicher Rat an – vor allem an Jugendliche – zu diesem Thema?
Oliver Bartelt:
Viele junge Leute sind nicht ausreichend über das Thema Alkohol im Straßenverkehr aufgeklärt. Wir wollen dafür sensibilisieren, dass der Fahrer nicht der Depp des Abends ist, sondern jemand, der sich seiner Verantwortung bewusst ist und seinen Mitfahrern oft überhaupt erst ermöglicht, einen lustigen, unbeschwerten Abend zu genießen. Das verdient unserer Meinung nach vor allem eins: Respekt!

Anheuser-Busch InBev | ab-inbev.de | facebook.com/abinbev

[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_cta_button2 style=“rounded“ txt_align=“left“ title=“Text auf der Schaltfläche“ btn_style=“rounded“ color=“blue“ size=“md“ position=“right“]Wir bedanken uns bei Herrn Mc Allister und Herrn Bartelt für das offene und sehr interessante Interview und wünschen Anheuser-Busch InBEV weiterhin viel Erfolg! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt![/vc_cta_button2][/vc_column][/vc_row]

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