PUR Sänger wird Ausgezeichnet

PUR-Sänger Hartmut Engler als „Weingenießer des Jahres“ ausgezeichnet

Der Sänger der Pop-Gruppe PUR, Hartmut Engler, ist von den Lauffener Weingärtnern als vierter „Weingenießer des Jahres“ in Deutschland ausgezeichnet worden. Er fühle sich sehr geehrt, zumal ihm Wein „sehr schmecke“, reagierte der 56 Jahre alte Musiker aus Bietigheim-Bissingen auf diese Auszeichnung. Er genieße sein Innenleben, „darüber schreibe ich Text“, erklärte der Sänger. Er versuche auch ehrlich zu sein, wenn es Probleme gebe.

Nach seiner jüngsten Heilfastenkur habe er seit zehn Tagen viel gegessen, um möglichst viel Gewicht aufzubauen, berichtete Engler. Hintergrund der verstärkten Essenszufuhr: Der „Weingenießer“ wird in Lauffener Wein aufgewogen, mit seinen 93 kg auf der Waage konnte der PUR-Frontman letztlich mehr als 80 Flaschen als „Preis“ entgegennehmen. Promotermine finde er bisweilen ätzend, gab Engler zu, aber „diesen heute finde ich lustig und richtig gut“. Er passe perfekt zur Achterbahnfahrt des Lebens.

Dies lag nicht zuletzt an den Beiträgen von Englers Vorgängern als „Weingenießer des Jahres“, an EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (2015) und Kabarettist Christoph Sonntag (2017). Berlinale-Chef Dieter Kosslick (2016) hatte aus terminlichen Gründen absagen müssen. Günther Oettinger würdigte die „nachdenkenswerten und lebensnahen Texte“ des PUR-Frontmannes. „Dies sind Emotionen und Geschichten, die man selbst erlebt, nicht nur wenn ich an das graue  Haar oder das Abenteuerland denke. Hartmut hat immer das wahre Leben beschrieben“, erklärte der EU-Kommissar. Er habe „größten Respekt“ vor Englers Lebenswerk („der Kerle macht Musik seit er 13 ist“) und bewundere ihn, dass er mit seinen Songs 60 000 Zuhörer in Arenen habe. „Ich habe anfangs vor 6, dann vor 60 Leuten gesprochen und heute vielleicht vor 600“, stellte Günther Oettinger fest. Hartmut Engler konterte prompt: „Du singst auch schlechter als ich.“

Auch Christoph Sonntag freute sich in seiner Laudatio auf seinen Freund Hartmut zunächst über die „fröhliche Stimmung, nach den schlimmen Ereignissen der Nacht in Syrien“ und lobte dann die realitätsbezogenen Songs der Band. PUR und Engler seien „ein Familiengeschäft“, die von Hartmut geschriebenen Texte menschlich und aus dem wahren Leben gegriffen. Hartmut und er seien gute Freunde und absolute Weingenießer: „Wir trinken beide gerne Wein.“ Christoph Sonntag würdigte auch Englers Engagement in der SWR-Herzenssache und seine natürliche, bodenständige Art. Auch mit Problemen gehe er normal um. Zum Geburtstag des Musikers am 24. November beschrieb der Kabarettist mehrere Ereignisse, die an diesem Tag in der Vergangenheit geschehen waren. Fast wehmütig stellte der Kabarettist fest, dass er 2017 in insgesamt 66 Flaschen Wein aufgewogen wurde, Hartmut aber sicher einiges mehr auf die Waage bringe.

Hartmut Engler, der direkt aus Berlin angereist war, ließ es sich nicht nehmen, einige kritische Worte zur Echo-Verleihung loszuwerden. Dort seien Sachen passiert, die für die Musikszene nicht fein gewesen seien. „Wir stehen immer für political correctness“, konstatierte er und fügte an: PUR habe den Erfolg geschafft, ohne Leute zu beleidigen. Deshalb sei er „negativ berührt von dem, was bei der Echo-Verleihung passiert ist“. Zuvor hatte Dietrich Rembold, der Vorstandsvorsitzende der Lauffener Weingärtner eG, die zahlreichen Gäste der Ehrung und die Preisträger begrüßt. Hartmut Engler sei bekennender Weingenießer, der Weiß- und Rotweine, gerne auch aus der Region, trinke und schätze. Deshalb passe er hervorragend in die Liste der Weingenießer. Lauffens Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger schlug eine Brücke zwischen dem in Lauffen geborenen Lyriker Friedrich Hölderlin und Hartmut Engler, der die Texte Hölderlins als ehemaliger Lehramtsstudent „gut kennt“ und sich auch bisweilen davon inspirieren lässt. Angesichts des großen Erfolgs und der Popularität des PUR-Musikers meinte der Kommunalpolitiker (gleicher Jahrgang wie Engler) augenzwinkernd: „Ich hätte Popstar werden sollen.“

Über die Lauffener Weingärtner eG
Die Lauffener Weingärtner eG, Deutschlands wichtigster Schwarzriesling-Erzeuger, die größte Einzel-Genossenschaft mit der größten Fläche an terrassierten Steillagen und seit 14 Jahren ununterbrochen laut DLG bester Weinerzeuger im Anbaugebiet Württemberg, verleiht die Auszeichnung jährlich an eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die sich um den Wein verdient gemacht hat. Unter den Gästen begrüßte Marian Kopp, der Geschäftsführende Vorstand der Lauffener Weingärtner eG, auch den Bundestagsabgeordneten Eberhard Gienger, den Präsidenten des Weinbauverbandes Württemberg, Hermann Hohl, und Dr. Dieter Blankenhorn, Geschäftsführer der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau im
Staatsweingut Weinsberg.

Quelle/Bildquelle: Lauffener Weingärtner eG | wg-lauffen.de

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