Lemonaid
Verbannung aus Supermarktregalen?

Lemonaid hat Ärger mit dem Verbraucherschutzamt

Es war ein großer Aufreger im letzten Jahr: Der faire Getränkehersteller Lemonaid sollte seine Produkte nicht mehr als Limonade verkaufen dürfen – da sie laut einer Richtlinie zu wenig Zucker enthielten.

Nach heftigem Gegenwind sollte die Vorgabe geändert werden. Doch jetzt bekam das Sozialunternehmen erneut Ärger mit dem Verbraucherschutz.

Lemonaid aus St. Pauli, das mit seinen Bio-Drinks Sozialprojekte finanziert, droht erneut die Verbannung seiner Limonaden aus Cafés und Supermarktregalen. Der Grund ist der gleiche, wie schon im letzten Jahr – und auch diesmal kaum zu glauben: sie haben zu wenig Zucker. Diesmal wirft das Amt für Verbraucherschutz der Stadt Bonn den Hamburgern vor, dass ihre Lemonaid Maracuja weniger als die in den sog. Leitsätzen für Erfrischungsgetränke für Limonaden vorgeschriebenen „mindestens 7 Gewichtsprozent“ Zucker enthält.

Eine Vorgabe ganz im Sinne der konventionellen Lebensmittelindustrie – und gleichzeitig im krassen Gegensatz zu wohlklingelnden Verlautbarungen der Politik – wie in der damals mit viel Presserummel von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner verabschiedeten „Nationalen Strategie zur Reduktion von Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten“.

Starker gesellschaftlicher Widerstand war die Folge der Lemonaid-Abmahnung von 2019 – und auch die Politik schien sich letztlich zu bewegen. Die damalige Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) kündigte an, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, „dass die Leitsätze für Lebensmittel hinsichtlich möglicher gesundheitsschädlicher Mindestgehalte überprüft werden“. Lebensmittel mit wenig Zucker sollten nicht bestraft werden, „sondern der Normalfall sein“.

Passiert ist ganz offensichtlich nichts. So steht Lemonaid schon wieder vor Problemen – weil es seit Gründung genau das macht, was die Politik eigentlich unterstützen sollte: natürliche Bio-Lebensmittel aus fairem Handel, mit einem guten Zweck und wenig Zucker. Auf diese Weise haben sie über 50 Millionen Würfel, also 160.000 Kilogramm, weniger Zucker verbraucht, als der Staat erlaubt.

Die Gründer Paul Bethke und Felix Langguth wollen auch diesmal nicht kampflos akzeptieren, dass sie mehr Zucker in ihre Drinks tun müssten, um weiterhin „Limonade“ zu heißen. Dieses Jahr haben sie Getränke auf den Markt gebracht, die sogar ganz ohne Fruchtzucker und auch ohne jede Süßstoffe auskommen. Und sie werden Julia Klöckner ein „Denk mal“ aus Zucker setzen – mit ihrem Antlitz. Am 15.09.2020 werden sie es vor dem Ernährungsministerium in Berlin (Wilhelmstraße 54, 10117 Berlin) enthüllen – und bei Klöckner klingeln, um sie auf eine Limo zur Einweihung einzuladen. Paul Bethke: „Bei jeder Flasche Lemonaid gilt: Trinken hilft. Julia Klöckner hilft die Flasche hoffentlich, zu verstehen, dass eine richtig gute Limo nicht viel Zucker braucht.“ Dann könnten die beiden Gründer doch noch den Text an der Statue ändern. In: „Julia Klöckner – Kämpferin gegen zu viel Zucker in Lebensmitteln.“

Das Sozialunternehmen aus Hamburg Sankt Pauli vertreibt mit Leidenschaft Bio- Limonaden aus frischem Saft und Zutaten aus fairem Handel. Zusätzlich unterstützt es mit jeder verkauften Flasche gemeinnützige Projekte in den Anbauländern.

Quelle/Bildquelle: Lemonaid Beverages GmbH

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