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Personalie

Dallmayr Kaffee: Wolfgang Wille verabschiedet sich in den Ruhestand

Wolfgang Wille zieht sich nach über 60 Jahren aus dem operativen Geschäft zurück. Der persönlich haftende Gesellschafter der Alois Dallmayr KG und Geschäftsführer der Alois Dallmayr Kaffee oHG blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück, in der er Dallmayr vom regionalen Münchner Familienunternehmen zu einer der Top Kaffeemarken Europas ausgebaut hat.

Unter seiner Leitung ist die Kaffeesparte des Unternehmens auf rund 75.000 Tonnen Röstkaffee mit zuletzt etwa 1,2 Mrd. Euro Umsatz gewachsen. Das von ihm gegründete Vending-Geschäft ist mit weltweit über 120.000 aufgestellten Automaten heute einer der drei führenden Vending-Dienstleister in Europa. Zusammen mit Florian Randlkofer war er für das Gesamtunternehmen Dallmayr verantwortlich. Sein Nachfolger ist sein Schwiegersohn Dr. Johannes Dengler. Wolfgang Wille bleibt dem Unternehmen als Gesellschafter beratend verbunden.

Meilensteine

1933 – Konrad Werner Wille tritt im Alter von 19 Jahren in die Firma ein, um das Kaffeegeschäft für Dallmayr zu entwickeln
1940 – Geburtsjahr von Wolfgang Wille
1964 – Dallmayr prodomo wird kreiert
1965 – Wolfgang Wille gewinnt als Student mit BMW den ersten Großkunden im Automatengeschäft
1966 – Gründung des Dallmayr Automatenservice
1977 – Wolfgang Wille übernimmt zusammen mit Georg Randlkofer die Geschäftsführung des Gesamtunternehmens
1985 – Ausgliederung der Kaffeesparte und Gründung der Alois Dallmayr Kaffee OHG mit Wolfgang Wille als Geschäftsführer
HEUTE – Dallmayr röstet jährlich über 75.000 Tonnen Röstkaffee (2023) und betreibt über 120.000 Vending-Automaten weltweit

Vom Frischeprodukt zum internationalen Markenartikel

Der gebürtige Münchner Wolfgang Wille ist mit Kaffee aufgewachsen – sein Vater Konrad Werner Wille legte in den 1930er Jahren mit der Eröffnung einer Spezialabteilung für Kaffee den Grundstein für das heutige Kaffeeimperium. Wolfgang Wille folgte seinem Vater nach dessen Tod 1977 als geschäftsführender Gesellschafter. Damals noch deutlich kleiner, denn Kaffee war ein Luxusprodukt. Große Supermarktketten gab es nicht und der Vertrieb lief über einen Frischedienst: „Zu Beginn meiner Laufbahn haben wir etwa 4.700 Tonnen geröstet. Eine VW-Flotte mit 200 Fahrzeugen hat in ganz Bayern jeden Laden einzeln mit damals neun unterschiedlichen Kaffeespezialitäten beliefert“, erinnert sich Wolfgang Wille.

dallmayr stammhaus

Dallmayr Stammhaus

Um das Kaffeegeschäft in ganz Deutschland auszubauen, gliederte Wille zusammen mit seinem Partner Georg Randlkofer die Kaffeesparte 1985 aus dem Delikatessengeschäft aus und gründete die Alois Dallmayr Kaffee oHG. Durch die Beteiligung von Nestlé wuchs Dallmayr Kaffee schnell über die Grenzen Bayerns hinaus. „Für die Expansion suchten wir einen starken Partner für Vertrieb und Marketing. Gleichzeitig aber verblieb die volle operative Leitung durchgehend bei mir“, so Wille. „Seit 2015 ist Dallmayr wieder komplett in der Hand der Gesellschafterfamilien – darauf bin ich besonders stolz.“

Automatenservice – Mit neuen Ideen zum Erfolg

Wolfgang Wille gehört zu den Pionieren des deutschen Kaffeeautomatengeschäfts. Die Erfolgsgeschichte begann, als der Münchner Automobilhersteller BMW in den 1960er Jahren zur Versorgung seiner Mitarbeiter Heißgetränke-Automaten aus den USA einführte – für damalige Zeiten eine echte Sensation. Herkömmliche Produkte waren für diese Art der Kaffeeversorgung ungeeignet. So entwickelte Wolfgang Wille als junger Student erstmals automatengängige Füllprodukte.

Dallmayr Automatenservice

Dallmayr Automatenservice

„Das Automatengeschäft ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich habe BMW damals als ersten Großkunden gewonnen und bis heute ist der Konzern unser längster und größter Kunde.“ Die ersten Schritte ins Ausland wagte er 1992 und expandierte nach Österreich. Heute ist der Automatenservice mit über 3.000 Mitarbeitern und über 120.000 Automaten in 18 Ländern Europas und im Nahen Osten präsent.

Leidenschaft für die Gastronomie

Dank seines Qualitätsbewusstseins ist Dallmayr nicht nur im Endverbrauchermarkt erfolgreich aktiv, sondern auch bei allen Fragen rund um Genuss und Ambiente ein gefragter Partner. „Mit dem Zukauf der Marken Heimbs und Azul schufen wir uns eine führende Rolle im Vertrieb an die Gastronomie“, erklärt Wille. Die beiden Kaffeeunternehmen gehören mit ihrer exklusiven Ausrichtung auf die Gastronomie seit mehr als 25 Jahren zur Dallmayr Gruppe.

Millionen Baumsetzlinge für Äthiopien

Eine Herzensangelegenheit: Äthiopien. Das ostafrikanische Land gilt als Urheimat der Kaffeepflanze. Die sortenreinen Hochland-Arabicas prägen seit über 60 Jahren den Geschmack von Dallmayr Kaffee. „Dallmayr ist der weltweit größte Röster gewaschener äthiopischer Arabica Kaffees. Wir sind seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner für das afrikanische Land. Seit 2008 engagieren wir uns darüber hinaus und haben gemeinsam mit unserem lokalen Partner vor Ort mehr als 54 Millionen Baumsetzlinge gepflanzt, eine Schule für über 1.000 Kinder gebaut und eine Kaffeekooperative in der Projektregion Dano aufgebaut“, erzählt der gelernte Teeimporteur, der schon immer genauso gerne Tee wie Kaffee trinkt.

Geschäftspartner würdigt Lebensleistung

„Als Geschäftspartner und auch im Namen unserer Familie danke ich Wolfgang Wille für seinen unermüdlichen Einsatz für unser Unternehmen. Er hat Dallmayr Kaffee zu einer führenden Marke in Deutschland gemacht und das Kaffeeautomatengeschäft nicht nur gegründet, sondern in 60 Jahren zu einem internationalen Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern entwickelt“, würdigt der Geschäftspartner Florian Randlkofer die Leistungen von Wolfgang Wille. Mit dem Blick nach vorn ergänzt er: „Ich freue mich auf die weitere gute Zusammenarbeit mit Johannes Dengler, der ab jetzt in der Rolle des geschäftsführenden Gesellschafters unser Familienunternehmen gemeinsam mit mir leitet. Zusammen werden wir sicherlich viel bewegen.“

Familie — Geschlossen mit Blick in die Zukunft

Neben seinem wirtschaftlichen Erfolg ist Wolfgang Wille besonders stolz, Dallmayr als echtes Münchener Familienunternehmen geprägt zu haben. Seine drei Töchter Ellen Ruthrof (Leitung Werbekommunikation), Julia Dengler (Mitglied der Geschäftsleitung) und Simone Werle (Leitung PR und Kommunikation) stehen seit vielen Jahren an seiner Seite im Kaffeezweig.

„Er hat es bei all dem Wachstum geschafft, Dallmayr als familiär geprägtes Unternehmen zu bewahren. Dallmayr wird heute wie damals als verlässlicher Geschäftspartner und attraktiver Arbeitgeber hoch geschätzt. Er war und ist bis heute zu jeder Zeit für die Mitarbeiter sichtbar und ansprechbar und lässt ihnen immer genügend Raum für Innovation und Neues“, so Ellen Ruthrof, Julia Dengler und Simone Werle.

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Familienportrait: (von links) Johannes Dengler, Julia Dengler, Simone Werle, Wolfgang Wille und Ellen Ruthrof

Schwiegersohn Johannes Dengler, seit über 20 Jahren im Unternehmen in Leitungspositionen tätig, folgt ihm jetzt nach als persönlich haftender Gesellschafter der Unternehmensgruppe. „Ich habe großen Respekt vor der Lebensleistung meines Schwiegervaters“, so Johannes Dengler. „Die Kaffeesparte ist heute 15-mal größer als zum Zeitpunkt seines Eintritts bei Dallmayr. Das Automatengeschäft hat er von Null bis zur Nummer drei in Europa aufgebaut. Es vergeht kein Tag, an dem er nicht darüber nachdenkt, wie wir das Unternehmen noch verbessern können.“

Auf die Frage, wie es für ihn weiter geht, antwortet Wolfgang Wille: „Für mich ändert sich gar nicht so viel. Ich werde die Geschäftsführung durch Johannes Dengler und Florian Randlkofer weiter beraten. Darauf freue ich mich.“

Quelle/Bildquelle: Alois Dallmayr Kaffee oHG | www.dallmayr.com

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