Bier-Nation Deutschland auf dem Prüfstand – DLG testete über 800 Biere

Wer die Vielfalt deutscher Biere kennenlernen möchte, sollte etwas Zeit mitbringen. Um genau zu sein, dreizehneinhalb Jahre. Denn so lange bräuchte, wer täglich eines der insgesamt 5.000 Biere deutscher Provenienz verkosten wollte. Ein weltweit einzigartiges Spektrum.

Die Experten des DLG-Testzentrums benötigten drei Monate, um die Qualität von über 800 Bieren und Biermischgetränken unter die Qualitätslupe zu nehmen. Getestet wurde im Labor und in sensorischen Verkostungen. Im Mittelpunkt standen Qualitätskriterien wie Schaumstabilität, Sortengeschmack und Reinheit der Biere. Das Ergebnis bestätigt das hohe Qualitätsniveau der deutschen Brauer: Insgesamt vergab das Testzentrum Lebensmittel 430 Gold-Medaillen. Alle Ergebnisse sind unter www.DLG-Verbraucher.info/Bier veröffentlicht.

Das DLG-Testzentrum Lebensmittel prüft jedes Jahr in aufwendigen Verfahren die Qualität von Bieren und Biermischgetränken. In der Bewertung eines Bieres sind folgende Kriterien für die Experten des DLG-Testzentrums Lebensmittel relevant: Reinheit des Geschmacks, Qualität der Bittere, Vollmundigkeit, Geschmacksstabilität während der Lagerungszeit und die Frische des Produkts. Alle Biere, die durch die DLG-Experten getestet werden, müssen nach den Grundsätzen des deutschen Reinheitsgebots gebraut sein.

DLG-Testmethode
In Laboruntersuchungen werden eine Bieranalyse und eine Prüfung der biologischen Haltbarkeit durchgeführt. In der Bieranalyse kontrollieren die Experten die Stammwürze, die Haltbarkeit des Schaums, die Farbe, den Trübungsgrad sowie den Kohlendioxid- und Ethanolgehalt des Bieres. In den abschließenden sensorischen Tests bewerten die Sachverständigen, ob das Endprodukt in seinen Geruchs- und Geschmackseigenschaften typisch für die Biersorte ist. In der sensorischen Qualitätsbewertung wird der so genannte Genusswert ermittelt, der für die Verbraucherakzeptanz eines Produktes entscheidend ist.
In Abhängigkeit von der erreichten Punktzahl erhalten die Biere einen Bronzenen, Silbernen oder Goldenen DLG-Preis. Von den über 800 getesteten Bieren aus Deutschland, Öster-reich, Schweiz, Italien, Lichtenstein und Namibia konnten 566 Produkte prämiert werden und davon 430 einen Goldenen DLG-Preis erzielen.

Wichtige Qualitätskriterien
Für die Bewertung der Biere gibt es u.a. folgende zentrale Qualitätskriterien:

  • Der Bierschaum: Beim Bierschaum wird die Schaumstabilität beurteilt.
  • Die Klarheit des Bieres: Filtrierte Biere müssen einen feinen Glanz aufweisen, dürfen also keinerlei natürliche Trübstoffe enthalten. Anders bei unfiltrierten oder natur-trüben Bieren (z.B. Hefeweizen) mit einer natürlichen Trübung.
  • Der Geruch des Bieres: Um den Geruch des Bieres zu testen, sollte der Schaum schon ein wenig zerfallen sein. Der Geruch des Bieres muss sortentypisch sein. Die verschiedenen Biersorten sind durch eine unterschiedliche Aromatik gekennzeichnet, die von Malz- oder Karamellaromen bis zu Frucht- und Gewürzaromen reichen kann.
  • Der Geschmack des Bieres: Es gibt drei Phasen der Geschmacksempfindung. Der Antrunk, also der erste Geschmackseindruck, wird zunächst durch eine mehr oder weniger ausgeprägte Vollmundigkeit bestimmt. Diese ist in erster Linie abhängig vom Stammwürzegehalt des Bieres. Die Rezenz bezeichnet den Frischeeindruck eines Bieres. Er ist einerseits abhängig vom Säuregehalt (pH-Wert) des Bieres, andererseits von seinem CO2-Gehalt. Der Nachtrunk, also der letzte Geschmackseindruck, ist hauptsächlich von der Bittere bestimmt, die vom Hopfen stammt.

Quelle: DLG e.V. | dlg.org

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