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VDP-Philosophie

Was sind VDP-Weine? Deutsches Winzerhandwerk setzt internationale Standards

Dass es bei Wein enorme Qualitätsunterschiede geben kann, wissen nicht nur Weinsommeliers. Doch wie lässt sich ein guter Wein erkennen? Die VDP-Klassifizierung kann hierbei helfen. Silke Rascher, Produktmanagerin für Wein & Spirituosen bei vomFASS, informiert über die VDP-Philosophie und die Nachhaltigkeitsmaßnahmen des Verbands. Außerdem stellt sie einen VDP-Wein vor, der exklusiv für vomFASS abgefüllt wird.

Was gute Weine ausmacht

Heutzutage ist Wein oft ein industrielles Massenprodukt, bei dessen Herstellung Zusatzstoffe und technische Hilfsmittel wie Zucker, Säure, Enzyme oder in einigen Fällen sogar Holzchips, Gummi arabicum und vieles mehr zum Einsatz kommen.

„Wird ein Wein hingegen handwerklich hergestellt, sind viele dieser Zusätze verzichtbar, was die Qualität des Weins steigert“, sagt Silke Rascher. Auch die Herkunft zeichnet einen guten Wein aus: Das Anbaugebiet, die konkrete Lage und die traditionellen Verarbeitungsweisen der jeweiligen Weinbauregion sind entscheidend für den Geschmack. Weine aus Großkellereien erkennen Verbraucher häufig daran, dass auf den Flaschen keine Herkunftsangaben stehen, denn das ist nicht verpflichtend für die Hersteller. Weine vom Winzer sind hingegen immer mit einem Hinweis zur Erzeugerabfüllung und der Adresse versehen. Wer also Wert auf guten Wein legt und wissen möchte, woher der Tropfen kommt, sollte am besten direkt beim Winzer oder im Fachhandel einkaufen.

VDP-Weine: Spitzenqualität aus Deutschland

Die über die letzten Jahrzehnte gesunkene Qualität deutscher Weine lässt sich unter anderem auf das Weingesetz von 1971 zurückführen, das Qualitätskriterien wie Herstellung und Herkunft verwässerte. Beispielsweise wurden Lagen großflächig zusammengelegt, wodurch die Unterschiede der einzelnen Lagen an Bedeutung verloren. Bei der Qualitätseinstufung spielte zudem nur noch der Zuckergehalt im Traubensaft eine Rolle. Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) machte es sich daher zur Aufgabe, die Qualität deutscher Weine neu zu bewerten. Als international älteste Vereinigung von Spitzenweingütern erzeugt der VDP ausschließlich handwerkliche Weine. Er vereint rund 200 Weingüter mit besten Lagen in 13 Regionen Deutschlands.

„Alle Weingüter unterliegen strengen Qualitätsstandards und müssen beispielsweise umweltschonend bewirtschaftet werden. Im Fokus der VDP-Standards stehen die genaue Herkunft der Weine und das nachhaltige Arbeiten im Weinberg und -keller“, informiert die vomFASS-Produktmanagerin. Weinliebhaber erkennen die Weine des Verbands an dem Traubenadler auf der Flaschenkapsel.

Die VDP-Klassifikation

Die Einteilung der VDP-Weine erfolgt in vier Qualitätsstufen:

  • VDP.Gutsweine: Die Trauben kommen hier aus gutseigenen Weinbergen. Die Region und die Verarbeitung lassen sich deutlich herausschmecken.
  • VDP.Ortsweine: Hierfür werden nur Trauben verwendet, die aus regional typischen Rebsorten aus den besten Weinbergen innerhalb eines Ortes stammen, wodurch die besonderen Bodenstrukturen und Kleinklimata zur Geltung kommen.
  • VDP.Erste Lage: Die Weine kommen aus klar abgegrenzten Lagen und nur wenige Rebsorten werden hierfür in kleinen Mengen angebaut. Handelt es sich um einen trockenen Wein, ist zusätzlich das 1G-Logo auf dem Etikett – man spricht dann von einem VDP.ERSTES GEWÄCHS.
  • VDP.GROSSE LAGE: Sie zählen zu den Weinen mit der höchsten Qualitätsstufe. Die Reben wachsen häufig in international bekannten Lagen, die teilweise schon vor Jahrhunderten in Karten verzeichnet wurden. Trockene Sorten dieser Klassifizierung heißen VDP.GROSSES GEWÄCHS und sind an dem GG-Logo auf der Flasche erkennbar.

VDP-Weine bei vomFASS

Die VDP-Weine können Weinliebhaber im Fachhandel erwerben. Beispielsweise hat auch vomFASS einige der Qualitätsweine im Sortiment. Ein besonders exklusives Produkt entstand in der Zusammenarbeit mit dem Weingut Van Volxem von der Mosel. „Der Riesling ‚Schiefergestein‘ ist nur bei vomFASS erhältlich. Dieser trockene Wein zeichnet sich durch seinen raffinierten, eleganten und ausgeprägten Terroir-Charakter aus“, erläutert Rascher. „Das heißt: Faktoren wie Boden, Hangausrichtung, Klima, Wetter oder auch Anbau- und Verarbeitungskultur prägen maßgeblich den Geschmack.“ Die Wurzeln der Reben gehen bis zu zehn Meter tief in das Schiefergestein und holen sich so die für Van Volxem typische Mineralität.

Umstieg auf Leichtflaschen

Dass der VDP ein Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit ist, zeigt sich nicht nur daran, dass im deutschlandweiten Vergleich bereits überdurchschnittlich viele Mitglieder ein Öko-Siegel führen. Auch bei der Verpackung geht der Verband neue Wege. Was viele nicht wissen: 32 Prozent der gesamten CO2-Emissionen einer Flasche Wein entfallen allein auf die Flaschenproduktion. Bei den Gutsweinen dürfen Winzer, die dem VDP angehören, daher künftig nur noch Flaschen einsetzen, die nicht mehr als 430 Gramm wiegen – sonst liegt das Gewicht oft zwischen 500 und 650 Gramm. Eine weitere Flaschenversion für die exklusiveren Weine ist ebenfalls in der Entwicklung.

„Vor diesem Hintergrund passen die VDP-Weine perfekt zum Nachhaltigkeitskonzept von vomFASS“, ergänzt Rascher. Das Familienunternehmen produziert beispielsweise seine Essige klimaneutral und unterstützt das PREDA-Projekt für fairen Handel. In den Geschäften gibt es bereits seit über 25 Jahren unverpackte Essige, Öle, Spirituosen und Weine direkt vom Fass, Tonkrug oder Glasballon – auch das schont die Umwelt und das Klima.

Mehr Informationen zu den Geschäften und Produkten von vomFASS gibt es unter: www.vomfass.de.

Quelle: VOM FASS AG
Titelbild: ©iStockphoto | Irina Shpiller