Weingut Mayer riesling

Riesling Weißer Marmor von Mayer am Pfarrplatz

Noch ist der Riesling Weißer Marmor so etwas wie ein Geheimtipp. Doch die enorm große Nachfrage, besonders für den herausragenden Jahrgang 2017 zeigt deutlich: Im Nordwesten von Wien, an den Hängen des berühmten Nussberges, können richtig große Rieslinge entstehen.

Höchste Zeit also, dass die Landkarte für diese Rebe, für viele die Königin der weißen Trauben, neu gezeichnet wird. Unbestritten kommen einige der schönsten Rieslinge der Welt aus der Wachau, aus dem Kamptal, von der Mosel, aus dem Rheingau, aus dem Elsass. Künftig wird wohl der Wiener Nussberg diese Aufzählung ergänzen. Zumindest diesen einen Namen werden sich Riesling-Liebhaber merken müssen, denn: Der Riesling Weißer Marmor von Mayer am Pfarrplatz in Wien ließ in einer Blindverkostung des Magazins Vinaria (06/2018) Vertreter großer österreichischer Lagen – von Kellerberg über Singerriedel bis Heiligenstein – hinter sich und gewann die große Riesling-Degustation 2017. „Damit sollten auch die größten Skeptiker davon überzeugt sein, dass am Wiener Nussberg hervorragende Riesling Qualitäten möglich sind“, schreibt das Magazin.

Der Nussberg und sein Riesling-Terroir
Dass es überhaupt Skeptiker gibt, liegt vor allem daran, dass der Riesling im Wiener Weinbau traditionell eher eine Nebenrolle spielte. Die Sorte ist anspruchsvoll, sie braucht den richtigen Boden und das richtige Klima, zeigt deutliche Jahrgangsunterschiede. Sie stellt scheinbar widersprüchliche Ansprüche an ihren Standort, verlangt sie doch einerseits Wärme und Sonne, um reif zu werden, zugleich aber Kühle, um die charakteristische Säure auszubilden.

Am Nussberg passen die Bedingungen geradezu perfekt. Die steilen Hänge fangen viel Sonne ein, der nahegelegene Donaustrom im Tal gleicht Klimaschwankungen aus, der mächtige Wiener Wald, der hinter den Weinbergen beginnt, sorgt für die nötige Kühlung. Drei Terrassen, im oberen Drittel des Nussberges zählen zu den besten Wiener Rieslinglagen: „Ried Preussen“, „Ried Langteufel“ und „Ried Obere Schos“. Die Böden bestehen überwiegend aus verwittertem Muschelkalk, sogenanntem Marmorsilikat – daher auch der Name für diesen Wein. Das Potenzial dieser Lagen für Riesling zu nutzen, diesem Ziel hat sich Gerhard J. Lobner, der Leiter des Weingutes Mayer am Pfarrplatz, seit Jahren verschrieben. Mittlerweile ist er mit dem Terroir eng vertraut und weiß: „Der Nussberg hat das Zeug, einen ganz großen und charakterstarken Riesling hervorzubringen.“

Ein Abbild des Nussbergs
Der Riesling Weißer Marmor 2017 ist ein Herkunftswein par excellence. Seine straffe und zugleich fein ziselierte Struktur, seine konzentrierte Frucht, seine Mineralik, der hochfeine Säurebogen sind das Ergebnis akribischer Arbeit im Weinberg und einer behutsamen Vinifikation, die dem Wein Zeit zur Entwicklung lässt. „Auf den ersten Blick ist kaum sichtbar, wieviel Kraft und Präzision hinter der scheinbaren Leichtigkeit und Eleganz stecken,“ ergänzt Lobner. In der Nase zeigen sich Marillen, Töne von Blütenhonig und Zimt. Am Gaumen vibriert er und zeigt seine Vitalität. Dieser Wein hat ein langes Leben vor sich und wird durch Lagerung an Statur und Finesse weiter zulegen. „Seit dem ersten Jahrgang 2011 entwickeln sich die Weine kontinuierlich weiter. Das ist beim Kosten wirklich spürbar“, sagt Önologe Dragos Pavelescu.

Riesling aus Wien
Lobner liebt Riesling, er widmet sich dieser Rebsorte mit großer Leidenschaft. Schon der erste Wein, den der Winzersohn aus dem Weinviertel mit 18 Jahren selbst vinifiziert hat, war ein Riesling. Das ist mit ein Grund, warum sich „der Mayer“ zum führenden Riesling-Produzenten in Wien entwickelt hat. Nicht weniger als 30 Prozent aller Wiener Riesling Flächen werden von Mayer am Pfarrplatz bewirtschaftet (Insgesamt stehen 70 Hektar unter Reben). Ein Viertel der Weine im Sortiment sind Rieslinge, das Weingut hat gleich vier verschiedene Rieslinge mit differenzierter Charakteristik im Programm.

Neben dem Riesling Weißer Marmor sind dies Ried Alsegg Riesling (die Trauben wachsen im 17. Wiener Gemeindebezirk), Ried Preussen Erste Lage, Riesling (die Trauben stammen aus der erst kürzlich klassifizierten Erste Lage der Österreichischen Traditionsweingüter) sowie Nussberg Riesling (die Trauben stammen aus mehreren Weingärten vom Wiener Nussberg).

Mayer am Pfarrplatz – das traditionsreichste Weingut in Wien
Mayer am Pfarrplatz in Wien Heiligenstadt gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Wiener Weinbaubetrieben. Bis in das Jahr 1683 kann man das Anwesen und die Familie Mayer zurückverfolgen. 2007 ging das Weingut von Franz Mayer, dem Urgestein des Wiener Weinbaus in den Besitz von Hans Schmid über. Seit zehn Jahren führt Gerhard J. Lobner die Geschäfte. Mit seinem Einsatz und seinem Willen zu ständigen Verbesserungen sind er und sein Team ganz wesentlich am Aufstieg des Wiener Weins beteiligt. Und sie sehen sich selbst erst am Anfang, wollen die Qualität und Unverwechselbarkeit der Weine immer weiter nach oben treiben. „Wien mit seinem besonderen Terroir zählt sicher zu den spannendsten und gleichzeitig charmantesten Orten, um besondere Weine entstehen zu lassen“, sagt Lobner. Die Weine von Mayer am Pfarrplatz streben eine klassisch österreichische Stilistik an: Sie sind brilliant im Ausdruck, geradlinig und mineralisch geprägt, sie zeigen eine animierende Säure, präzise Aromatik und präsentieren sich äußerst trinkfreudig.

Quelle/Bildquelle: Weingut Mayer am Pfarrplatz | pfarrplatz.at

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