Neue Flaschen-Füllerei der Westerwald-Brauerei in Hachenburg eröffnet
Als der 90-jährige Horst Schäfer gemeinsam mit Ministerpräsident Alexander Schweitzer den roten Startknopf drückt, beginnt in Hachenburg nicht nur eine Maschine zu laufen – sondern ein neues Kapitel Brauereigeschichte.
Mit der offiziellen Inbetriebnahme ihrer neuen Füllerei hat die Westerwald-Brauerei am Samstag eine der größten Investitionen ihrer Unternehmensgeschichte gefeiert. Rund 550 Gäste waren in der komplett transparenten Brauerei zu Gast: Mitarbeitende mit ihren Familien, Pensionäre, sowie alle mit der Anlage und dem Bau beteiligten Firmen mit den Mitarbeitern die vor Ort in den Letzen 12 Monaten an der Fertigstellung arbeiteten.

Von links: Ministerpräsident Alexander Schweitzer, der ehemalige Mitarbeiter Horst Schäfer, Leiter der Brautechnik Maik Grün, Brauereichef Jens Geimer, Leiter der Abfülltechnik Florian Wisser und Klaus Strüder, Leiter Feest- und Mietservice (Bildquelle: Foto Röder-Moldenhauer)
Der Moment des Starts verband Vergangenheit und Zukunft der Brauerei auf besondere Weise. Horst Schäfer hatte in seinen 40 Jahren Betriebszugehörigkeit bereits an drei Abfüllanlagen verantwortlich als der Leiter gearbeitet. Nun war er es, der gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten die vierte Generation dieser Technik in Gang setzte. „Heute weihen wir keine Maschine ein“, sagte Brauereichef Jens Geimer. „Wir weihen eine Anlage ein, die dafür sorgt, dass Menschen gesellig zusammenkommen.“
Die neue Füllerei von Krones und BMS wurde innerhalb eines Jahres Bauzeit auf der Fläche einer bestehenden Logistikhalle von über 60 Partnerunternehmen aus der Region errichtet. Sie gehört zu den modernsten Anlagen ihrer Art und ermöglicht eine deutlich flexiblere Produktion als bisher. Pro Stunde können bis zu 24.000 Flaschen abgefüllt werden – 7 Flaschen pro Sekunde. Entscheidend ist jedoch vor allem die schnelle Umstellung zwischen unterschiedlichen Getränken und Flaschengrößen – ein wichtiger Faktor in einer Branche, die sich stark verändert. Denn während der Bierkonsum in Deutschland seit Jahrzehnten sinkt, wächst die Nachfrage nach alkoholfreien Getränken kontinuierlich. Die inhabergeführte Westerwald-Brauerei hat darauf reagiert und ihr Sortiment in den letzten Jahren deutlich erweitert. Neben den klassischen Bieren umfasst es heute zahlreiche alkoholfreie Varianten sowie Limmo und Cola. „Die Menschen trinken heute bewusster und vielfältiger“, sagte Geimer. „Darauf reagieren wir schon heute – nicht erst, wenn wir müssen.
Geplant und umgesetzt wurde das Projekt in großen Teilen durch eigene Fachleute der Brauerei. Eine zentrale Rolle spielten dabei Braumeister Maik Grün sowie Florian Wisser, Leiter der Abfüllung und Instandhaltung. Ihnen dankte Jens Geimer ganz besonders, denn deren Leistungen seien „herausragend und vorbildlich“. Viele der beteiligten Unternehmen stammen aus dem Westerwald – und deren unkomplizierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit Hand in Hand wurde von Wisser und Grün nochmals sehr deutlich betont. Der Abschluss des Projektes ist das zunächst letzte Puzzlestück in der Runderneuerung der Brauerei in den Letzen 10 Jahren. In der Zeit ist in die komplett neue Energieversorgung, Logistik, Digitalisierung, Fass-Abfüllung, Erlebnis-Brauerei, Sudhaus und Qualitätssicherung ein mittlerer 2-stelliger Millionenbetrag geflossen.

Die neue Abfüllanlage der Westerwald-Brauerei (Bildquelle: Foto Röder-Moldenhauer)
Ministerpräsident Alexander Schweitzer würdigte bei seinem Besuch den unternehmerischen Mut der Familienbrauerei: „Dass ein mittelständisches Unternehmen in herausfordernden Zeiten investiert und an seine Zukunft glaubt, ist ein starkes Signal für die gesamte Region.“
Zu den emotionalsten Momenten der Feier gehörte eine musikalische Überraschung: Mitglieder des MGV Brunken hatten sich zunächst unauffällig unter die Gäste gemischt. Plötzlich erklang aus allen Ecken der Halle Musik – ein Flashmob, der die Einweihung der Anlage in einen ebenso feierlichen wie unerwarteten Moment verwandelte. Für Jens Geimer brachte dieser Augenblick den Geist des Tages auf den Punkt: „Eine Brauerei besteht nicht aus Edelstahl und Maschinen. Am Ende sind es immer die Menschen, die eine Brauerei ausmachen.“
Mit Westerwälder Spezialitäten, Hachenburger Bieren und alkoholfreien Getränken feierten die Gäste anschließend gemeinsam (und noch sehr lange) den Start der neuen Anlage – und damit ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Westerwald-Brauerei.

Ministerpräsident Alexander Schweitzer mit dem Tam der Westerwald-Brauerei (Bildquelle: Foto Röder-Moldenhauer)
Über die Westerwald-Brauerei
Die Westerwald-Brauerei ist eine inhabergeführte Familienbrauerei und wird in der 5. Generation von Jens Geimer geleitet. Die vielfach ausgezeichneten Biere werden schwerpunktmäßig im geographischen Westerwald sowie den angrenzen Regionen in der gepflegten Gastronomie und im gut geführten Fach- und Lebensmitteleinzelhandel verkauft. Berühmt ist der Mittelständler mit gut 90 Mitarbeitern sowie 13 Auszubildenden für das Brauen mit 100% Aromahopfen und die 6 Wochen lange Reifezeit. Daher wurde die Westerwald-Brauerei in den Werteverband der Slow-Brewer aufgenommen, welcher sie jährlich streng zertifiziert.
Darüber hinaus darf die Familienbrauerei sich zu einer der ersten deutschen Brauereien zählen, die im Rahmen der Gemeinwohl-Ökonomie eine Gemeinwohlbilanz vorlegt und damit den Grundstein für die strategische Ausrichtung des Unternehmens hinsichtlich eines nachhaltigen und ethischen Wirtschaftens legt. Seit Oktober 2021 ist die mittelständische Brauerei außerdem zu 100% klimaneutral durch Kompensation mit einem zertifiziertem Klimaschutzprojekt nach Scope 1, 2 und 3. Die gesamte „Erlebnis-Brauerei“ mit angeschlossenem Bier-Park kann jederzeit besichtigt werden – auch alle Produktionsräume – denn Transparenz ist ein Herzensanliegen.
Quelle: Westerwald-Brauerei H. Schneider GmbH & Co. KG
Bildquelle: Foto Röder-Moldenhauer



















