Craft-Beer-Krise in Hamburg: Brauerei Landgang stellt Insolvenzantrag
Die Brauerei Landgang in Hamburg-Bahrenfeld hat Insolvenz angemeldet. Wie aus der Bekanntmachung des Amtsgerichts Hamburg hervorgeht, wurde daraufhin Ende vergangener Woche die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens angeordnet. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Kévin Paul-Hervé Tanguy aus Pöseldorf eingesetzt. Er überwacht ab sofort die wirtschaftlichen Aktivitäten der Gesellschaft und stellt sicher, dass vorhandene Vermögenswerte erhalten bleiben. Zuerst berichtete das Hamburger Abendblatt.
Erst im Juli 2025 hatte Landgang die für ihr handwerklich gebrautes Bier bekannte Kieler Kultbrauerei Lille aus der Insolvenz übernommen – die 30 Arbeitsplätze in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt schienen gerettet. Nun müssen die Beschäftigten erneut um ihre Stellen bangen. Insgesamt sind laut Angaben des Insolvenzverwalters rund 60 Personen betroffen, darunter 48 Minijobber. Die Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld vorerst bis Ende April gesichert. Tanguy will versuchen, das Unternehmen zu sanieren oder einen Investor zu finden. Die Produktion an beiden Standorten läuft vorerst weiter.
Der deutsche Biermarkt befindet sich seit Jahren in der Krise. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erreichte der Absatz 2025 mit bundesweit 7,8 Milliarden Hektolitern und einem Minus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr einen historischen Tiefstand. Als wesentliche Ursachen gelten neben der allgemeinen Konsumzurückhaltung der Trend zu einem gesünderen Lebensstil mit weniger Alkohol sowie die zunehmende Alterung der Gesellschaft.
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