Nachhaltigkeits-Stammtisch des BV GFGH und des VDGE in Hamm
Zum zweiten Nachhaltigkeits-Stammtisch in Präsenz trafen sich auf Einladung der Logipack GmbH rund 30 Branchenvertreter in Hamm, um der Frage nachzugehen, wie die Zukunft der Getränke- und Mehrweglogistik gestaltet werden kann. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen praxisnahe Einblicke in innovative Logistiklösungen, nachhaltige Transportkonzepte sowie der intensive fachliche Austausch zwischen Industrie, Handel und (Logistik-)Dienstleistern.
Bereits zum Auftakt bot ein gemeinsames Abendessen Gelegenheit zum Networking, bevor am Folgetag verschiedene Stationen entlang der Wertschöpfungskette besucht wurden.
Ein Highlight war die Besichtigung der hochmodernen Leergutsortierungs- und Verpackungsanlage der Logipack GmbH. Dort wurde von Sven Welker eine in dieser Form einzigartige, vollautomatisierte Lösung vorgestellt, die gemeinsam mit KNAPP und der Leergut Logistik Services GmbH realisiert wurde. Durch die Bündelung der unterschiedlichen Leergutströme an einem Standort und den Einsatz intelligenter Robotik- und Softwarelösungen werden Sortiergenauigkeit, Performance und Durchsatz deutlich gesteigert. Gleichzeitig gelingt es, Leerrahmen im Prozess auf ein Minimum zu reduzieren und Mehrweggebinde in kürzester Zeit sortenrein für die Wiederbefüllung bereitzustellen. „Die Geschäftsmodelle von KNAPP, LLS und LOGIPACK ergänzen sich optimal. Mit dieser innovativen Allianz realisieren wir eine deutliche Effizienzsteigerung des deutschen Mehrwegsystems“, betonte Torsten Hiller, Geschäftsführer Logipack.
Ein weiterer Programmpunkt führte die Teilnehmenden zum Maxi Terminal Hamm, wo die Bedeutung des Schienengüterverkehrs für eine nachhaltige Logistik deutlich wurde. Durch die Verlagerung von Langstreckentransporten auf die Schiene können pro bis zu 52 Lkw-Fahrten ersetzt und der CO₂-Ausstoß um bis zu ca. 60 Prozent reduziert werden.
Praxisnahe Einblicke in die Handelslogistik erhielten die Teilnehmenden zudem im Zentrallager der Edeka Rhein-Ruhr durch Kai Beerwerth und Thomas Gebhardt. Von dort aus werden über 900 Märkte in Nordrhein-Westfalen versorgt. Am Standort Hamm werden auf rund 72.000 Quadratmetern Fläche etwa 2.000 Artikel disponiert. Moderne Technologien und effiziente Prozesse gewährleistet dabei eine zuverlässige Versorgung der Region und zeigen eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit integrierter Voll- und Leergutlogistik.
Auch der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Zunächst präsentierte Torsten Hiller in einem Kurzvortrag die zentralen Ergebnisse der aktuellen LOGISCH Studie, die von Huesch & Partner erstellt wurde. Sie verdeutlicht eindrucksvoll, wie Transportwege, -kosten und CO₂-Emissionen durch den Einsatz von standardisierten Mehrweg-Ladungsträgern um bis zu 40 % reduziert werden können.
Interaktiv wurde es im Anschluss bei einem von Bastian Witte (leadity) moderierten Workshop. In Kleingruppen widmeten sich die Teilnehmenden den Themen innerbetriebliche Logistik und Infrastruktur, Logistik und Lieferkette sowie Kreislaufwirtschaft. Dabei wurden zentrale Herausforderungen identifiziert und konkrete Lösungsansätze erarbeitet. Der Workshop machte deutlich, dass die Zukunft der Logistik in der intelligenten Verknüpfung von Automatisierung, nachhaltigen Transportlösungen und einer noch engeren partnerschaftlichen Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette liegt.
„Der Nachhaltigkeits-Stammtisch hat einmal mehr gezeigt, wie groß das Innovationspotenzial in der Branche ist und wie wichtig der persönliche Austausch für die Weiterentwicklung nachhaltiger Logistiklösungen bleibt. Alle Teilnehmenden konnten wertvolle Impulse für ihre eigene Praxis mitnehmen“, resümiert Dirk Reinsberg, geschäftsführender Vorstand des BV GFGH.
Quelle: Verband des Deutschen Getränke-Einzelhandels e.V. / Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V.
Bilder: T. Eisler, Verlag W. Sachon / BV GFGH





















