Mit „Dilling me softly“ nach London: Joana Jacobi über den MONIN Cup 2026
Acht junge Bartender, ein gemeinsames Ziel und jede Menge Raum für kreative Ideen: Beim Deutschlandfinale des MONIN Cup 2026 in Düsseldorf drehte sich vom 7. bis 9. September alles um „Timeless Twists“ – und die Aufgabe, Cocktailklassiker mit Kreativität, Handwerk und eigener Handschrift neu zu denken. Den überzeugendsten Twist lieferte Joana Jacobi aus der Beuys Bar in Düsseldorf. In ihrem „Dilling me softly“ treffen Tequila, Limette und Le Sirop de MONIN Ananas auf frischen Dill und Honigmelone, dazu kommt ein Rand aus Dattel und Salz. Das Ergebnis ist fruchtig, kräuterig – und bleibt dabei unverkennbar eine Margarita. Damit holte sich Joana den nationalen Titel und das Ticket zum Europafinale in London.
Im Interview erzählt Joana, wie ihr Siegerdrink entstanden ist und warum die Margarita für sie eine ganz persönliche Geschichte hat. Sie spricht über Gastfreundschaft, neues Selbstvertrauen und den Zusammenhalt in der Barszene. Außerdem verrät sie, mit welcher Haltung sie nach London reist.
Joana, herzlichen Glückwunsch! Wie fühlt sich der Sieg beim MONIN Cup Germany an?
Joana Jacobi: Um ehrlich zu sein: richtig gut. Ich glaube, wir alle wollen in etwas gut sein. Und wenn man eine Leidenschaft hat und dafür dann ausgezeichnet wird, fühlt sich das besonders gut an.

Düsseldorf gewonnen, London im Blick: Joana Jacobi nach ihrem Sieg beim MONIN Cup Germany 2026.
Mit welchen Erwartungen bist Du ins Finale gegangen – hast Du Dir den Sieg zugetraut?
Joana Jacobi: Ich bin ohne Erwartungen reingegangen, und ich glaube, das hat mir ganz viel Ruhe gegeben. Ich habe meist Spaß bei der Arbeit, und das habe ich versucht, auch in meine Präsentation mit einzubringen. Über das Gewinnen habe ich da noch gar nicht nachgedacht. Aber als es dann in Richtung Siegerehrung ging, wurde mir schon langsam flau, weil ich mir den Sieg tief im Inneren doch sehr gewünscht habe.
Warum hast Du ausgerechnet die Margarita als Basis für Deinen „Timeless Twist“ gewählt?
Joana Jacobi: Eine Margarita ist, wie viele Klassiker, simpel, aber nicht immer einfach – und genau das reizt mich daran sehr. Sobald man die Zutaten reduziert und es auf Balance und Genauigkeit ankommt, zeigt sich oft, ob man sein Handwerk verstanden hat. Und ich hoffe, dass ich genau das auch mit meinen Drinks umsetzen kann.
Wie ist die Idee zu „Dilling me softly“ und der Kombination aus Ananas, Honigmelone und Dill entstanden?
Joana Jacobi: Hauptsächlich durch das Thema „Pickles“. Ich habe diesen Winter angefangen, alles Mögliche einzulegen und damit zu experimentieren. Im Urlaub habe ich dann eingelegte Wassermelone gegessen, und die fand ich geschmacklich wirklich umwerfend. Kräuter spielen dabei oft auch eine große Rolle. So kam das eine zum anderen, und mit ein bisschen Inspiration von unserem Wochenmarkt bin ich am Ende bei dieser Kombination gelandet.

„Dilling me softly“ – ein zeitloser Klassiker mit einem modernen, überraschenden Twist.
Welche Rolle spielt der Le Sirop de MONIN Ananas für die Balance und den Charakter des Drinks?
Joana Jacobi: Natürlich spielen alle Zutaten für mich eine wichtige Rolle. Ohne Säure ist der Drink zu süß – und andersherum genauso. Aber für mich spielen Sirups vor allem zu Stoßzeiten eine wichtige Rolle. Denn manchmal ist auch meine Kreativität am Ende, wenn in fünf Minuten zum zehnten Mal der Wunsch nach etwas Authentischem kommt und dazu das nett gemeinte: „Mach uns einfach was Leckeres, was du magst. Wir vertrauen dir.“
Versteht mich nicht falsch: Ich bin dankbar, dass meine Gäste dieses Vertrauen in mich setzen. Doch sich jedes Mal etwas Neues auszudenken, fällt mir manchmal schwer. Dann z.B. zum Le Sirop de MONIN Ananas zu greifen und damit schnell einen leckeren Twist zaubern zu können, erleichtert mir die Arbeit, weil ich mich auf die Produkte verlassen kann.
Der Dattel-Salz-Rand greift auch eine persönliche Geschichte aus Deinen Anfängen auf. Warum war Dir dieser Bezug wichtig?
Joana Jacobi: Für mich war das am Anfang eine Inspiration, aber auch eine kleine Herausforderung an mich selbst – und vielleicht auch an die kleine Joana, die anfangs gar nicht wusste, was sie mit sich hinter einer Bar anfangen soll. Rückblickend bin ich sehr dankbar für meine ersten ein, zwei Jahre. Da herrschte viel Druck, aber dieser Druck hat mich auch angespornt. Mir jetzt bei dem Wettbewerb trotz Druck und Nervosität beweisen zu können, dass sich Training auszahlt, hat mich selbst auch ein bisschen stolz gemacht.

Joana Jacobi von der Beuys Bar in Düsseldorf bei der Zubereitung ihres Siegerdrinks „Dilling me softly“.
Du hast die Jury wie Gäste in Deiner eigenen Bar behandelt. Welche Rolle spielt Hospitality für Dich bei einem Wettbewerb?
Joana Jacobi: Meiner Meinung nach gehören Gastfreundschaft und Hospitality mit zu den wichtigsten Dingen in diesem Wettbewerb – und natürlich auch hinter der Bar. Ich glaube, man könnte den besten Cocktail der Welt kreieren, aber wenn man keine Connection zu den Menschen vor sich aufbauen kann oder möchte, ist das eher Selbstdarstellung.

Joana Jacobi versetzte die Jury während ihrer Präsentation in die Rolle von Gästen ihrer eigenen Bar und machte ihren Wettbewerbsauftritt so zu einem authentischen Barerlebnis.
Natürlich geht es bei einem Wettbewerb ein Stück weit genau darum. Aber wenn man sich anschaut, warum man dort überhaupt stehen und sich beweisen darf, liegt es meist auch daran, dass man vorher eine gute Gastgeberin oder ein guter Gastgeber war. In der Gastronomie hat man die Möglichkeit, Menschen ein bisschen zu verzaubern, Stimmungen aufzufangen und zu lenken und den Alltag zu durchbrechen. Und das zu schaffen, egal wer vor einem sitzt, ist, glaube ich, die größte Kunst daran.
Was hast Du während der drei Tage beim MONIN Cup über Dich selbst als Bartenderin gelernt?
Joana Jacobi: Ich kann viel mehr, als ich mir oft zutraue. Wir hatten am Tag vor dem Wettbewerb einen für mich wirklich inspirierenden Vortrag von Betty Kupsa darüber, wie wir unsere Nische finden. Das hat mich am Abend noch einmal total motiviert, eine kleine Cocktailkarte für die Jury zu designen. Ich glaube, Bartending macht allen Spaß, die an dem Wettbewerb teilgenommen haben. Durch die Motivation des Wettbewerbs haben viele von uns – mich eingeschlossen – noch einmal ihre eigenen Grenzen ausgetestet.

Am 26. und 27. Oktober 2026 findet London das Europafinale des MONIN Cups 2026 statt.
Welche Bedeutung hat der MONIN Cup für Dich und Deine weitere Entwicklung in der Barszene?
Joana Jacobi: Ich glaube, der MONIN Cup ist für alle, die mitmachen, ein tolles Sprungbrett – egal, ob man gewinnt oder nicht. Die Beziehungen und Freundschaften, die man währenddessen knüpft, sind das, wovon unsere Szene lebt. Miteinander geht es immer besser.
Ende Oktober geht es zum Europafinale nach London: Was möchtest Du dort erreichen – und was ist jetzt Dein großes Ziel?
Joana Jacobi: Ich glaube, für die Menschen, die mich kennen, ist das langsam eine alte Leier, aber ein wirklich großes Ziel habe ich gar nicht so konkret. Ich bin froh, wenn ich wie in diesem Jahr an ganz vielen tollen Events teilnehmen darf – und wenn dann noch mehr dabei herauskommt, umso besser. Aber genauso wie beim Deutschlandfinale möchte ich auch in London an erster Stelle Spaß haben und dabei natürlich mein Bestes geben.
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+++ Wir bedanken uns bei Joana Jacobi für das offene und sehr interessante Interview! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt! +++



















