Jägermeister FFS The Curt
Interview

Jägermeister x Flowers for Society: Sven Schindler und Till Jagla über „The Curt“

Wenn eine Spirituosen-Ikone und eine progressive Footwear Brand gemeinsame Sache machen, geht es längst nicht nur um Sneaker. Es geht um Design, Community und die Frage, wie Marken heute Teil von Kultur und Lifestyle werden. Mit „The Curt“ führen Jägermeister und Flowers for Society ihre Zusammenarbeit nach „The Deer“ (2025) konsequent fort. Diesmal allerdings nicht mit einem limitierten Drop, sondern mit einem wiederkehrenden Modell.

Im Interview geben Sven Schindler, Senior Director Global Brand & Digital Marketing bei Jägermeister, und Till Jagla, Founder von Flowers for Society, Einblicke in die Entstehung von „The Curt“, ihre gemeinsame Vision und die Bedeutung authentischer Kollaborationen.

Sven, woher und seit wann kennst Du Till?

Sven Schindler: Till und ich kennen uns tatsächlich schon seit einigen Jahren aus dem beruflichen Kontext. In der Branche begegnet man sich eben immer wieder.

Was uns von Anfang an verbunden hat, ist ein ähnliches Verständnis davon, wie Marken funktionieren. Es ist heute wichtiger denn je, Kultur und Community zu berücksichtigen und Marken wie Jägermeister über das Produkt hinaus zu entwickeln. Im Bereich Lifestyle‑Brands gibt es da sehr viele Schnittmengen. Umso spannender ist es, diese gemeinsame Haltung auch in konkreten Projekten wie „The Curt“ weiterzudenken und gemeinsam umzusetzen.

Jägermeister FFS The Curt

„The Curt“ gibt es in zwei Colorways

Till, Du hast sieben Jahre für New Balance und über elf Jahre für adidas gearbeitet. 2021 hast Du mit Flowers for Society Deine eigene Footwear Brand gelauncht. Wie ist die Idee entstanden und wofür steht FFS?

Till Jagla: Nach vielen Jahren in der Industrie wollte ich etwas tun, das sich freier, authentischer und näher an den Menschen anfühlt. Flowers for Society ist das Ergebnis. Ich hatte den Wunsch, Produkt, Community und Kultur zusammenzubringen. Ich wollte nie einfach nur Schuhe droppen, sondern ein Label aufbauen, das Menschen einlädt, Teil des kreativen Prozesses zu sein.

FFS steht außerdem für progressive Produktideen und für den Anspruch, Dinge bewusster zu machen und neue Standards in der Sneaker-Produktion zu setzen.

Wie ist die Idee zur Collab zwischen Jägermeister und FFS entstanden?

Sven Schindler: Die Zusammenarbeit hat für uns beide Sinn ergeben, weil beide Marken auf ihre eigene Weise stark in Community und Kultur verankert sind. Bei „The Deer“ haben wir 2025 gemeinsam gezeigt, wie aus Co-Creation ein Produkt werden kann, das sich für beide Marken authentisch anfühlt.

Mit „The Curt“ haben wir diesen Weg weitergedacht. Diesmal nicht als einmaligen Community-Drop, sondern als eigenständig entwickeltes Modell, das die Markenwelt von Jägermeister noch klarer übersetzt. Die neue Sneaker-Plattform wird als Basismodell ein wiederkehrendes Element der Jägermeister-Produktwelt sein.

Jägermeister FFS The Deer

„The Deer“ war 2025 der Startschuss zur Zusammenarbeit

Kannst Du uns noch etwas mehr über den limitierten Sneaker „The Deer“ erzählen?

Sven Schindler: „The Deer“ war ein Community-Projekt. Der Startschuss fiel über einen Designwettbewerb, bei dem Sneaker-Enthusiasten aus der ganzen Welt ihre Ideen einreichen konnten. Aus über 400 Einsendungen wurde das Gewinnerdesign gewählt.

Genau das hat den Schuh besonders gemacht, denn er war ein Produkt, das direkt aus der Community heraus entstanden ist.

Visuell hat „The Deer“ Jägermeister-Codes und Streetwear zusammengebracht, mit erdigen Tönen und hochwertigen Materialien. Und er war limitiert, was die Dynamik natürlich noch einmal verstärkt hat.

Mit „The Curt“ ist eine Hommage an Curt Mast, den Erfinder der Jägermeister-Rezeptur. Wie sind die Idee und das Modell entstanden?

Sven Schindler: Mit „The Curt“ gehen wir einen Schritt weiter. Gemeinsam mit Flowers for Society haben wir diesmal kein bestehendes Modell adaptiert, sondern ein eigenes entwickelt – mit einer klaren gestalterischen Handschrift. Uns ging es nie darum, einfach einen Sneaker zu branden. Der Anspruch war, ein eigenständiges Produkt zu schaffen, das in diesem Kontext bestehen kann und für unsere Zielgruppen echte Relevanz hat.

Mit Till verbindet uns dabei ein sehr ähnlicher Qualitätsanspruch an Design, Details und Haltung. Daraus ist ein Modell entstanden, das unsere Markenwelt in die Sneaker-Kultur übersetzt, ohne sie plakativ zu erzählen.

Für uns ist „The Curt“ deshalb mehr als ein Produkt: Er schafft Begehrlichkeit und bringt die Marke dahin, wo sie heute stattfindet.

Jägermeister FFS The Curt

Detail: Die Signatur von Curt Mast auf der Ferse

Die Sneaker erscheinen in zwei Colorways. Welche sind das? Was macht das Modell im Design ansonsten aus?

Till Jagla: Wir haben uns gemeinsam mit dem Jägermeister Brand Marketing Team für die Colorways White/Orange und Orange/White entschieden. Beide basieren auf der visuellen DNA von Jägermeister, sind aber bewusst so übersetzt, dass sie im Sneaker-Kontext funktionieren.

Beim Design ging es uns vor allem um Reduktion: klare Linien und starke Kontraste. Wichtig war uns auch, dass der Schuh eine eigene Identität hat. Deshalb ist „The Curt“ kein bestehendes Modell, sondern von Grund auf neu entwickelt.

Details wie die Signatur von Curt Mast auf der Ferse sind bewusst gesetzt. Sie sind aber eher ein leiser Bezug als lautes Statement oder Branding. Am Ende soll der Schuh für sich stehen. Wenn er sich selbstverständlich in den Alltag integriert und nicht erklärt werden muss, haben wir unser Ziel erreicht.

Bei FFS im Allgemeinen verfolgt Ihr einen anderen Ansatz als den, der in der Branche lange üblich war. Was heißt das genau? Und wie habt Ihr diesen Ansatz bei „The Curt“ umgesetzt?

Till Jagla: Ein Großteil der Branche funktioniert immer noch über Hype und künstliche Verknappung. Das hat lange funktioniert, fühlt sich heute aber nicht mehr zeitgemäß an. Ich bin überzeugt, dass Produkte wieder näher an den Konsumentinnen und Konsumenten entstehen müssen. Das betrifft Design, Menge und Produktion. Für Flowers for Society heißt das konkret, dass wir nur das produzieren, was wirklich gebraucht wird.

Wir arbeiten bewusst mit europäischen Partnern, um Lieferwege kurz zu halten und wir denken Produkte langfristig.

Und wir sind eine starke Community-Marke: Wenn Dinge im echten Austausch entstehen, schaffen sie die Relevanz, die wir uns für die Produkte wünschen. Bei „The Curt“ haben wir genau das umgesetzt. Kein kurzfristiger Drop, sondern ein Modell mit Substanz. Ich glaube, genau da bewegt sich die Branche hin: weniger Lautstärke, mehr Haltung.

Jägermeister FFS The Curt

„The Curt“ ist kein kurzfristiger Drop, sondern ein Modell mit Substanz

Kein limitierte Drop, sondern ein wiederkehrendes Modell. Warum diese Entscheidung und anders als bei „The Deer“?

Sven Schindler: Mit „The Deer“ haben wir bewusst auf einen klassischen Drop gesetzt, weil es ein Community Projekt war, das von dieser Dynamik lebt. Mit „The Curt“ wollten wir einen anderen Weg gehen.

Für uns ging es darum, ein Produkt zu entwickeln, das länger Bestand hat. Deshalb ist der Sneaker als wiederkehrendes Basismodell angelegt und wird als Item im E-Shop angeboten, um unsere Streetwear-Linie zu erweitern.

Mit welchen Aktionen und Maßnahmen begleitet Ihr den Launch von „The Curt“?

Sven Schindler: Wir haben uns bei „The Curt“ ganz bewusst gegen die klassische Hype-Mechanik entschieden. Der Schuh ist in Deutschland ab dem 06. August im Jägermeister Onlineshop verfügbar und alles darüber hinaus entsteht aus der Community heraus.

Wir sehen schon jetzt, dass es aus der Sneaker-Community echtes Interesse gibt und der Release aktiv begleitet wird.

In diesem Fall schlägt Substanz Inszenierung.

Jägermeister FFS The Curt

Jägermeister x Flowers for Society – eine Zusammenarbeit mit viel Potenzial

Auf was können wir uns in Zukunft noch freuen – sowohl bei FFS als auch in Zusammenarbeit mit Jägermeister?

Sven Schindler & Till Jagla: Wir sehen in der Zusammenarbeit mit Flowers for Society viel Potenzial, weil wir ähnliche Vorstellungen davon haben, wie Produkte entstehen und wie wir Relevanz aufbauen.

Was daraus konkret entsteht, wird sich entwickeln – auch im Dialog mit der Community.

Aber klar ist: Wir werden diesen Weg weitergehen und die Marke Jägermeister dort erlebbar machen, wo sie für unsere Konsumentinnen und Konsumenten wirklich eine Rolle spielt.

Wie wichtig sind Projekte wie „The Curt“ abseits des Kerngeschäfts für Jägermeister?

Sven Schindler: Marke entsteht heute nicht nur über das Produkt, sondern vor allem darüber, ob sie im Alltag der Konsumentinnen und Konsumenten stattfindet.

Genau dabei helfen Projekte wie The Curt“. Sie schaffen Relevanz und Begehrlichkeit und geben uns direktes Feedback, was funktioniert und was nicht.

Jägermeister FFS The Curt

Sven Schindler (l.) und Till Jagla (r.)

Zum Schluss: Wenn Ihr auf die Zusammenarbeit anstoßt, womit am liebsten?

Sven Schindler: Ich bleibe beim Klassiker: eiskalt als Shot. Das ist und bleibt Jägermeister für mich.

Till Jagla: Keep it Classy. Jägermeister Shot.

Jägermeister | Website | Instagram | LinkedIn

Flowers for Society | Website | Instagram | LinkedIn

Till Jagla | Instagram | LinkedIn

+++ Wir bedanken uns bei Sven Schindler und Till Jagla für das offene und sehr interessante Interview! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt! +++

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