Haus Cramer Gruppe schließt Herford und verkauft Paderborn
Die Haus Cramer Gruppe bündelt die Kompetenz ihrer NRW-Standorte künftig in Warstein und reagiert damit auf die anhaltend dramatische Entwicklung des deutschen Biermarktes. Nach intensiver Prüfung aller wirtschaftlichen Optionen hat sich das Unternehmen entschieden, aktiv Kapazitäten vom Markt zu nehmen.
Der Betrieb in Herford soll im zweiten Halbjahr 2026 geschlossen werden. Für den Standort Paderborn wird ein Käufer gesucht. Sollte eine Veräußerung nicht gelingen, soll auch der Betrieb in Paderborn zum Ende des Jahres 2026 eingestellt werden.
Die Verbundenheit mit den Regionen rund um Herford und Paderborn hat für die Getränkegruppe weiterhin einen hohen Stellenwert: Die Marken Herforder und Paderborner, lokale Partnerschaften und das Engagement in den Regionen bleiben auch künftig bestehen.
Marktentwicklung erfordert Handeln
Der deutsche Biermarkt befindet sich in einer beispiellosen Krise. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier ist seit dem Jahr 2000 von 125 Litern auf nur noch 88 Liter zurückgegangen.[1] Das entspricht einem Minus von rund 30 Prozent, das sich in einem kontinuierlich schrumpfenden Marktvolumen spiegelt. Die Absatzverluste für deutsche Brauer beschleunigen sich zunehmend, trotz einzelner Positivtrends bei alkoholfreien Bieren und Biermischgetränken.
Die Gründe dafür sind vielfältig und lassen sich beispielsweise auf ein dauerhaft verändertes Konsumverhalten zurückführen. Die Haus Cramer Gruppe stellt sich mit einem proportionalen Kapazitätsabbau von ebenfalls rund 30 Prozent auf die aktuellen Marktentwicklungen ein.
Stärkung des Stammsitzes, Effizienz und Nachhaltigkeit im Fokus
Mit der Konsolidierung verbindet das Unternehmen eine klare Zukunftsvision: Warstein soll in den kommenden Jahren kontinuierlich zum zentralen Produktions- und Logistikzentrum der Getränkegruppe in NRW entwickelt werden. Geplant sind Investitionen in Produktionstechnologie sowie die Optimierung nachhaltiger Produktionsprozesse. Dabei soll auch der eigene Bahnanschluss der Brauerei noch stärker genutzt werden, um die Logistikstärke des Standorts weiter auszubauen. Ein erster Meilenstein in Richtung Nachhaltigkeit wird noch in diesem Jahr mit dem Bau einer eigenen Windenergieanlage gesetzt.
Von den Maßnahmen sind insgesamt 211 Mitarbeitende an den Standorten Herford und Paderborn betroffen. Das Unternehmen strebt an, einen Teil der Belegschaft in Warstein zu übernehmen. Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern sollen für alle Betroffenen sozialverträgliche Lösungen und Unterstützungsangebote erarbeitet werden. Die Südstandorte in Bayern bleiben von den Maßnahmen unberührt.
Nach der erfolgreichen Bündelung der NRW-Getränkekompetenz in Warstein wird Jens Hoffmann das Unternehmen zum Jahresende auf eigenen Wunsch verlassen.
Die Haus Cramer Gruppe bekräftigt mit dieser strategischen Neuausrichtung ihr langfristiges Bekenntnis zur Getränkeproduktion in Deutschland und zum Standort Warstein als Zukunftszentrum der Gruppe.
[1] Deutscher Brauer-Bund e.V. 2025
Quelle/Bildquelle: Haus Cramer Gruppe





















