Studie

Halbiert sich der weltweite Alkoholkonsum bis 2050?

Die aktuelle Studie „The Future of Alcohol“ der Unternehmensberatung Roland Berger zeigt: Die globale Alkoholindustrie steht vor einem tiefgreifenden und strukturellen Wandel. Sinkender Konsum, schärfere Regulierung sowie Wachstumschancen durch Technologie und neue Geschäftsmodelle stellen die Branche vor Herausforderungen.

Der weltweite Alkoholkonsum befindet sich nicht in einer vorübergehenden Schwächephase, sondern in einem langfristigen, strukturellen Rückgang. Gesundheitstrends, veränderte Werte jüngerer Generationen, demografische Entwicklungen und ein zunehmend restriktives regulatorisches Umfeld verändern die Branche grundlegend. Unternehmen der Alkoholindustrie sind damit gefordert, ihre Strategien neu auszurichten und künftiges Wachstum jenseits klassischer Volumenlogiken zu erschließen.

In nahezu allen Weltregionen ist der Pro-Kopf-Konsum zuletzt gesunken oder stagniert, wobei entwickelte Märkte die stärksten Rückgänge verzeichnen. Im Negativszenario könnte sich das weltweite Konsumvolumen bis 2050 halbieren. Haupttreiber des Rückgangs sind ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein sowie generationeller Wertewandel.

Regulierung wird dabei zu einem zentralen Markttreiber: Staaten verschärfen Maßnahmen nicht nur über Steuern und Restriktionen, sondern zunehmend auch über Aufklärung und Verhaltenssteuerung. Die Analogie zur Tabakindustrie verdeutlicht, wie schnell Konsumrückgänge kippen können, sobald Regulierung, gesellschaftliche Normen und Verhaltensmuster zusammenwirken. Unternehmen sollten Regulierung daher nicht länger nur abwehren, sondern aktiv Standards für „Healthy Alcohol“ mitgestalten und damit strategische Wettbewerbsvorteile sichern.

Premium- und Luxusbereich vergleichsweise resilient

Der Premium- und Luxusbereich bleibt vergleichsweise resilient, muss sich jedoch stärker über Herkunft, Personalisierung, Erlebnis und Wellness definieren. No- und Low-Alkohol sowie funktionale Getränke bilden nicht nur Ergänzungen, sondern sind ein potenzieller künftiger Wachstumsmotor.

Gleichzeitig wird „Alco-Tech“ zum strategischen Must-have: Fermentationstechnologie und KI entwickeln sich von Effizienzhebeln zu eigenständigen Wachstums- und Differenzierungsplattformen.

Besonders attraktiv sind darüber hinaus Anwendungen in Präzisionslandwirtschaft, KI-gestützter Personalisierung, Flavor Pairing und datengetriebenem Kundenzugang.

Das White Paper zur Studie finden Sie hier.

Quelle: Roland Berger
Bildquelle: © iStockphoto | andresr

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