Gemacht für Träumer und Visionäre: Vural Koca über Vural Vodka
Rund 480 Vodkas aus mehr als 35 Ländern hatte Vural Koca in seiner 2004 eröffneten Bar in Freiburg im Sortiment. Über Jahre tauchte er tief in die Welt des Vodkas ein, beschäftigte sich mit unterschiedlichen Stilen, Herstellungsverfahren und Geschmacksprofilen. Dabei reifte die Idee, einen Vodka nach seinen eigenen Vorstellungen zu schaffen – mit Charakter und einer klaren Handschrift. 2013 brachte er Vural Vodka auf den Markt, hergestellt in Österreich aus Bio-Weizen und mineralreichem Quellwasser.
Mehr als 13 Jahre später spricht Vural Koca im Interview darüber, wie sich Produkt und Marke entwickelt haben, warum Bio für ihn nie ein Trend war und was er mit Vural Vodka noch vorhat.
Vural, Deinen Vural Vodka hast Du 2013 ins Leben gerufen. Schon damals als Jahrgangs Vodka in Bio Qualität. Hat sich daran etwas geändert?
Vural Koca: Der Grundgedanke ist bis heute derselbe geblieben. Vural Vodka steht seit Beginn für biologische Rohstoffe, klare Herkunft und den Anspruch, einen Vodka zu schaffen, der langfristig Bestand hat. Der Ursprung dieser Idee liegt allerdings einige Jahre früher. Nach meinem Studium eröffnete ich 2004 in Freiburg eine auf Vodka spezialisierte Bar. Über viele Jahre hinweg beschäftigte ich mich intensiv mit internationalen Vodka-Stilen, Herstellungsverfahren und sensorischen Profilen.
Das Sortiment umfasste mehr als 480 Vodkas aus über 35 Ländern. Regelmäßige Tastings sowie der tägliche Austausch mit Gästen, Barkeepern, Sommeliers und Produzenten ermöglichten mir einen außergewöhnlich tiefen Einblick in die Kategorie. Dabei stellte sich immer wieder dieselbe Frage: Warum gibt es trotz dieser Vielfalt keinen Vodka, den man mit voller Überzeugung als Referenz empfehlen würde? Viele Produkte waren technisch sauber gemacht, aber häufig fehlten Charakter, Wiedererkennbarkeit und eine eigene Handschrift. Man erinnerte sich oft an die Flasche, aber deutlich seltener an den Inhalt.
Genau daraus entstand die Idee zu Vural Vodka. Ich wollte einen Vodka entwickeln, der nicht primär über Marketing funktioniert, sondern durch seine Substanz überzeugt. Einen Vodka, der für Gastronomen, Mixologen und Bartender eine verlässliche Empfehlung ist, auch für anspruchsvolle Gäste. Gleichzeitig sollte er für Feinschmecker und Genießer eine besondere Geschenkidee sein. Was sich seit 2013 verändert hat, ist die Erfahrung. Mit jedem Jahr wurden einzelne Prozesse weiterentwickelt und verfeinert.
Die Philosophie ist geblieben. Die Umsetzung ist heute noch ausgereifter.
Bio und Nachhaltigkeit ist momentan in aller Munde. Wie macht sich das im Spirituosen und vor allem Vodka Segment bemerkbar?
Vural Koca: Man spürt deutlich, dass Konsumenten heute bewusster entscheiden als noch vor einigen Jahren. Herkunft, Transparenz und verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Gerade im Vodka Segment ist diese Entwicklung besonders interessant. Da Vodka auf den ersten Blick als sehr reduzierte Spirituose wahrgenommen wird, rücken die Qualität der Rohstoffe und die Herstellungsweise stärker in den Fokus.
Gleichzeitig beobachten wir, dass Nachhaltigkeit heute oft als Marketingbegriff verwendet wird. Umso wichtiger wird die Frage, ob eine Marke dieses Thema tatsächlich lebt oder lediglich kommuniziert.
Für uns war Bio nie eine Reaktion auf eine Marktentwicklung. Es war von Anfang an Teil unserer Überzeugung.
Deshalb mussten wir unsere Geschichte nie anpassen, sondern konnten unseren Weg konsequent weitergehen.
Kommt es Dir zugute, dass Du von Anfang auf Bio und Nachhaltigkeit gesetzt hast?
Vural Koca: Rückblickend auf jeden Fall. Als wir 2013 gestartet sind, war Bio im Vodka Bereich noch eine Ausnahme. Wir haben uns damals bewusst für einen anspruchsvolleren Weg entschieden. Heute merken wir, dass diese Entscheidung Vertrauen geschaffen hat. Vertrauen entsteht nicht durch Werbung, sondern durch Beständigkeit. In den vergangenen 13 Jahren sind viele Marken gekommen und wieder verschwunden. Vural Vodka ist geblieben. Nicht weil wir den schnellsten Weg gewählt haben, sondern weil wir von Anfang an auf Substanz gesetzt haben.
Der Markt bewegt sich heute häufig zwischen volumenorientierten Produkten auf der einen Seite und stark marketinggetriebenen Premium Konzepten auf der anderen. Wir haben bewusst einen dritten Raum geschaffen. Dort stehen Herkunft, handwerkliche Arbeit und das Produkterlebnis im Mittelpunkt. Diese Haltung spüren Partner, Händler und Gastronomen. Genau deshalb profitieren wir heute von Entscheidungen, die wir bereits vor vielen Jahren getroffen haben.
In den letzten Jahren habt Ihr den Vural Vodka an verschiedenen Stellen optimiert, z. B. in der Herstellung. Wie genau?
Vural Koca: Wir haben zahlreiche Details weiterentwickelt, die in ihrer Gesamtheit den Unterschied ausmachen. Dazu gehören eine noch gezieltere Auswahl der Rohstoffe, Optimierungen innerhalb der Destillation sowie eine kontinuierliche Kontrolle aller Produktionsschritte. Vural Vodka basiert auf biologischem Weizen und mineralreichem Wasser aus Österreich. Beide Komponenten prägen den späteren Charakter des Produkts maßgeblich.
Unser Grundsatz lautet: Qualität entsteht im Ursprung und nicht durch spätere Korrekturen.
Je besser die Ausgangsbasis ist, desto weniger Eingriffe sind später notwendig. Genau deshalb investieren wir besonders viel Aufmerksamkeit in die Auswahl der Rohstoffe und die Verarbeitung. Das Ergebnis dieser Arbeit wurde auch bei internationalen Blindverkostungen bestätigt. Auszeichnungen in London, Singapur, China und Frankfurt zeigen, dass sich handwerkliche Arbeit und sensorische Qualität am Ende durchsetzen.
Das Packaging ist ebenfalls angepasst worden. Was habt Ihr verändert?
Vural Koca: Wir haben das Erscheinungsbild gezielt weiterentwickelt und dabei besonderen Wert auf Klarheit, Eleganz und Wiedererkennbarkeit gelegt. Unser Ziel war nicht, auffälliger zu werden, sondern die Identität der Marke noch deutlicher sichtbar zu machen. Im Ultra Premium Segment entsteht Wertigkeit oft durch Zurückhaltung. Deshalb haben wir einzelne Elemente reduziert und die Marke stärker auf ihre Kernaussagen fokussiert.
Ergänzend wurden hochwertige Geschenkverpackungen entwickelt, die insbesondere im Feinkost und Präsentbereich sehr gut angenommen werden. Gleichzeitig haben wir Verpackungs- und Logistiklösungen für Handel und Gastronomie weiter optimiert.
Wie macht sich das im Gesamtpaket bemerkbar? Wie hebt sich Vural Vodka von anderen Marken ab?
Vural Koca: Vural Vodka vereint mehrere Elemente, die man nur selten in dieser Konsequenz gemeinsam findet. Dazu gehören biologischer Weizen, mineralreiches Wasser aus Österreich, eine aufwendige Herstellung, klare Herkunft und eine langfristig aufgebaute Markenwelt. Entscheidend ist jedoch nicht ein einzelnes Merkmal, sondern das Zusammenspiel aller Bestandteile.
Vom Feld über die Produktion bis hin zum Handel arbeitet ein engagiertes Team daran, dass jede Flasche den Ansprüchen gerecht wird, die wir an uns selbst stellen. Hinzu kommt meine persönliche Erfahrung aus Gastronomie, Tastings, Fachgesprächen, Messen und internationalen Reisen. Über viele Jahre hinweg konnte ich direkt beobachten, worauf es Barkeepern, Sommeliers, Händlern und Gästen wirklich ankommt.
Am Ende wollten wir keinen weiteren Vodka entwickeln. Wir wollten einen Vodka schaffen, den man mit Überzeugung empfiehlt.
Die Qualität wurde in mehreren Wettbewerben in den letzten Jahren prämiert. Welche Auszeichnungen gab es?
Vural Koca: Die Auszeichnungen freuen uns natürlich sehr, weil sie eine unabhängige Bestätigung unserer Arbeit darstellen. Vural Vodka wurde unter anderem als Vodka des Jahres in London ausgezeichnet sowie mit Gold in Singapur und China prämiert. Hinzu kommt die Auszeichnung Grand Gold in Frankfurt. Besonders wichtig ist dabei, dass diese Wettbewerbe auf Blindverkostungen basieren. Bewertet wird ausschließlich das Produkt im Glas. Solche Erfolge schaffen internationale Aufmerksamkeit und zeigen, dass unser Weg auch außerhalb Deutschlands Anerkennung findet.
Über welche Distributionswege wird Vural Vodka vermarktet?
Vural Koca: Vural Vodka wird über ausgewählte Großhandelspartner, den Fachhandel, die Gastronomie sowie internationale Vertriebspartner vermarktet. Ein wichtiger Meilenstein ist die langjährige Zusammenarbeit mit dem Kocher Großhandel in Bayern. Ebenso freut uns die Listung bei REWE USH in München. München war für Vural Vodka von Anfang an mehr als nur ein Markt. Die Stadt ist bis heute das Zentrum unserer Aufbauarbeit und Ausgangspunkt unserer weiteren Entwicklung.
In den vergangenen 13 Jahren haben wir unzählige Gespräche mit Händlern, Gastronomen und Entscheidern geführt, an Fachmessen teilgenommen und die Marke persönlich präsentiert. Dieser direkte Austausch war für den Aufbau von Vural Vodka entscheidend. Heute ist die Marke neben Deutschland auch in verschiedenen europäischen Märkten vertreten und unter anderem in Hongkong erhältlich. Wir gehen dabei bewusst Schritt für Schritt vor.
Uns geht es nicht darum, überall verfügbar zu sein. Entscheidend ist, dass die Marke dort präsent ist, wo ihr Anspruch verstanden und geschätzt wird.
Was steht in diesem Jahr an, welche Pläne hast Du?
Vural Koca: Der Fokus liegt auf dem weiteren Ausbau im Ultra Premium Segment im In und Ausland. Gemeinsam mit unseren Partnern möchten wir die Präsenz in Gastronomie, Fachhandel und ausgewählten internationalen Märkten weiter stärken. Darüber hinaus arbeiten wir an neuen Konzepten rund um Genuss, Food Pairing und Cocktailkultur. Ein aktuelles Projekt verbindet zwölf Cocktails, zwölf Desserts und zwölf Sternzeichen zu einer eigenständigen Erlebniswelt. Dabei geht es nicht nur um das Produkt selbst, sondern um die Atmosphäre, die Menschen und die Geschichten, die damit verbunden sind.
Ich bin überzeugt, dass starke Marken nicht durch Geschwindigkeit entstehen, sondern durch Beständigkeit. Viele Entwicklungen benötigen Zeit. Genau deshalb verfolgen wir unseren Weg bewusst Schritt für Schritt. Was heute sichtbar wird, basiert auf mehr als 13 Jahren täglicher Arbeit, zahlreichen Reisen, unzähligen Gesprächen und dem gemeinsamen Einsatz vieler Menschen.
Unsere Aufgabe bleibt dieselbe: Immer mehr Menschen erlebbar zu machen, dass Vodka weit mehr sein kann als eine neutrale Spirituose.
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++ Wir bedanken uns bei Vural Koca für das offene und sehr interessante Interview! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt! +++
























