arensbak
Interview

Fermentiert, komplex, alkoholfrei: Wie Arensbak Wein neu denkt

Arensbak zählt zu den spannendsten Getränkemarken der neuen alkoholfreien Genusskultur. Die besonderen Kreationen der Marke aus Kopenhagen werden von Sommelière Emilie Øst-Jacobsen und Mitgründer Bram Kerkhof entwickelt und verbinden Tee, Fermentation und Wein-Handwerk zu komplexen sogenannten Wine Proxies. Statt klassische Weine zu entalkoholisieren, setzt Arensbak darauf, Geschmack von Grund auf neu zu entwickeln und die Möglichkeiten der Fermentation konsequent auszuloten. Das Ergebnis sind vielschichtige alkoholfreie Pairing-Begleiter mit Struktur, Tiefe und gastronomischem Anspruch, die inzwischen in zahlreichen Michelin-Sterne-Restaurants weltweit serviert werden.

Im Interview spricht Bram Kerkhof, Mitgründer und Produktentwickler von Arensbak, über die Idee hinter der Marke, die Bedeutung von Fermentation für Geschmack und Textur sowie die Entwicklung des internationalen Marktes für alkoholfreie Premium-Getränke. Außerdem erklärt er, warum alkoholfreie Pairings heute weit mehr sein müssen als nur eine Alternative, welche Rolle die Gastronomie bei der Etablierung der Proxy-Kategorie spielt und welche Wachstumschancen Arensbak speziell in Deutschland sieht.

Bitte stellen Sie sich zunächst kurz vor: Wer sind Sie und was machen Sie bei Arensbak?

Bram Kerkhof: Ich bin Bram, Mitgründer und Produktentwickler bei Arensbak. Meine Rolle ist vor allem im Bereich Produktentwicklung und Geschmack angesiedelt. Ich beschäftige mich mit dem Design unserer Getränke, experimentiere mit Fermentationszyklen, botanischen Extrakten und der Balance von Aromen, um einen anspruchsvollen Weinersatz zu schaffen, der sich nicht wie ein Kompromiss anfühlt.

Arensbak

Wie ist die Marke entstanden und wofür steht sie heute?

Bram Kerkhof: Arensbak entstand aus dem Wunsch heraus, eine Lücke im Genusserlebnis zu schließen. Uns fiel auf, dass Speisen- und Alkohol-Pairings oft mit großer Sorgfalt kuratiert wurden, alkoholfreien Alternativen jedoch häufig jene Tiefe, Struktur und „Trockenheit“ fehlten, die Wein zu einem idealen Begleiter von Speisen macht. Damals, im Jahr 2021, gab es im Bereich alkoholfreier Wein-Alternativen nur sehr wenige überzeugende Optionen. Meiner Meinung nach wird bei entalkoholisierten Weinen mit dem Alkohol oft auch die Seele des Weins entfernt – also Säure, Aromatik und Charakter. Deshalb wollten wir nicht einfach etwas wegnehmen, sondern von Grund auf etwas Neues entwickeln.

Arensbak

Heute produziert Arensbak sogenannte Proxies, die auf Fermentation und hochwertigen Botanicals basieren, anstatt lediglich Trauben nachzuahmen. Darüber hinaus haben wir festgestellt, dass Forschung und Entwicklung im Bereich alkoholfreier Pairings in der Gastronomie meist nur den Spitzenbetrieben mit entsprechendem Budget möglich sind. Deshalb erschien es uns als klarer Mehrwert, eine sofort einsetzbare Servicelösung anzubieten.

Wie sieht Ihre Vision für Arensbak im wachsenden Markt alkoholfreier Getränke aus?

Bram Kerkhof: Unsere Vision ist es, die alkoholfreie Kategorie von einer bloßen „Alternative“ zu einer eigenständigen ersten Wahl weiterzuentwickeln. Wir möchten, dass Arensbak zum Maßstab für alkoholfreie Pairings wird und zeigt, dass komplexe, fermentierte Getränke ihren eigenen Platz neben Spitzenküche verdienen.

Unser Ziel ist es, Menschen, die bewusst auf Alkohol verzichten möchten, wirklich hochwertige Optionen zu bieten – ohne dass sie das Gefühl haben, auf etwas verzichten oder sich einschränken zu müssen.

Ihr Sortiment basiert auf fermentierten, alkoholfreien Getränken – wie würden Sie den Charakter Ihrer Produkte beschreiben?

Bram Kerkhof: Ich würde sie als „weinartig“, komplex und vielschichtig beschreiben. Im Gegensatz zu zuckerhaltigen Limonaden oder Säften haben unsere Produkte eine ausgeprägte Struktur; sie zeichnen sich durch eine tanninhaltige Basis, ein ausgewogenes Säureprofil, eine angenehme Kopfnote und einen lang anhaltenden Abgang aus. Sie besitzen jene Umami-Note und Säure, die man normalerweise nur in fermentierten alkoholischen Getränken findet.

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Könnten Sie uns einen Einblick in Ihren Herstellungsprozess geben – insbesondere in die Rolle der Fermentation?

Bram Kerkhof: Die Fermentation ist unser Herzstück; hier entsteht die „Seele“ des Getränks. Wir entalkoholisieren nicht einfach nur Wein, sondern bauen den Geschmack von Grund auf neu auf. Wir verwenden eine Basis aus hochwertigem Tee (wie Pu’er oder Oolong) und fermentieren diese, um natürliche Säuren und komplexe Aromen zu entwickeln. Durch diesen Prozess verwandeln sich die ursprünglichen Botanicals in etwas deutlich Raffinierteres und harmonisch Integriertes. Anschließend ergänzen wir im Rahmen eines Infusions- und Extraktionsschritts Früchte und Gewürze.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Produkte trotz des Verzichts auf Alkohol eine Tiefe und Komplexität bieten, die mit Wein oder anderen alkoholischen Getränken vergleichbar ist?

Bram Kerkhof: Entscheidend ist die Balance der vier zentralen Elemente: Säure, Tannine, Mundgefühl und Aromatik. Während Wein diese Eigenschaften aus Trauben und Ethanol bezieht, bauen wir sie durch Fermentation und einen schichtweisen botanischen Ansatz auf. Durch die Verwendung von Premium-Tees für die Struktur und spezifische Fermentationszyklen für den „Biss“ erzielen wir ein trockenes, komplexes Profil, das sich im Glas genau wie ein edler Wein entfaltet.

Welche Zielgruppen sprechen Sie besonders an – und wie haben sich deren Erwartungen in den vergangenen Jahren verändert?

Bram Kerkhof: Wir sprechen vor allem den „Mindful Drinker“ sowie kulinarisch interessierte Genießer an. Das sind Menschen, die durchaus gerne guten Wein trinken, aber auch an einem Dienstagabend oder als Fahrer eine ebenso anspruchsvolle Alternative genießen möchten. In den vergangenen Jahren haben sich die Erwartungen deutlich verändert: Statt „Geben Sie mir einfach etwas ohne Alkohol“ heißt es heute vielmehr „Geben Sie mir ein Produkt mit handwerklichem Charakter und echtem Geschmackserlebnis“.

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Arensbak wird mittlerweile in über 50 Michelin-Sterne-Restaurants weltweit serviert. Welche sind das – und wo sind Ihre Produkte darüber hinaus erhältlich?

Bram Kerkhof: Tatsächlich sind es inzwischen eher fast 80 Restaurants. Wir sind unglaublich stolz darauf, auf den Karten renommierter Häuser wie dem Steiereck oder dem Kong Hans in Kopenhagen vertreten zu sein. Neben Michelin-prämierten Restaurants findet man unsere Produkte auch im gehobenen Fachhandel, in Boutique-Hotels sowie auf ausgewählten Online-Plattformen, die sich auf hochwertige alkoholfreie Spirituosen und Wein-Alternativen spezialisiert haben. Besonders gespannt sind wir auf einige neue Partnerschaften, die im Zuge unseres UK-Launches später in diesem Jahr hinzukommen könnten.

Arensbak ist bereits auf dem deutschen Markt erhältlich. Über welche Kanäle vertreiben Sie Arensbak derzeit – und wo sehen Sie das größte Wachstumspotenzial?

Bram Kerkhof: Unsere Exportreise begann 2022 mit dem Mindful Drinking Club in Berlin als erstem Vertriebspartner außerhalb Dänemarks. Seitdem sind in Deutschland mehrere regionale Distributoren hinzugekommen, darunter Drykkir in München, Marxen Wein in Hamburg und apros Vermouth in Freiburg.

Bei ARENSBAK setzen wir gezielt auf enge Partnerschaften mit regionalen Markenbotschaftern in Deutschland. Diese sind dafür verantwortlich, sowohl die Proxy-Kategorie als auch unsere Marke, unsere Produkte und unsere Aromenwelt bekannter zu machen und den Vertrieb weiter auszubauen.

Dazu gehören Verkostungen für die HORECA-Branche ebenso wie für Konsumenten über Handelspartner sowie die Teilnahme an regionalen Fachmessen und Veranstaltungen. Ziel ist es, Restaurants und Verbraucher mit unserer Aromenwelt vertraut zu machen und gleichzeitig ein fundiertes Verständnis für die Proxy-Kategorie und die Marke ARENSBAK zu schaffen.

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Sie arbeiten mit der Food Embassy zusammen. In welchen Bereichen kooperieren Sie – und wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Bram Kerkhof: Die Zusammenarbeit mit der Food Embassy war eine naheliegende Verbindung, da uns die Leidenschaft für Innovationen im kulinarischen Bereich verbindet. Gemeinsam arbeiten wir daran, den Markt weiterzuentwickeln und aufzuzeigen, wie alkoholfreie Pairings die moderne Gastronomie bereichern können. Dabei unterstützen wir insbesondere Köche und Gastronomen dabei, das Potenzial fermentierter Proxies besser zu verstehen und gezielt einzusetzen.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Arensbak – international und speziell in Deutschland?

Bram Kerkhof: International möchten wir die erste Wahl für alkoholfreie Pairings in Spitzenrestaurants werden – die Flasche, die auf keiner hochwertigen Non-Alcoholic-Pairing-Karte fehlen darf. Speziell in Deutschland ist es unser Ziel, als Synonym für Qualität und handwerkliche Kompetenz im alkoholfreien Segment wahrgenommen zu werden und die Brücke zwischen gesundheitsbewusstem Lebensstil und kulinarischem Genuss zu schlagen.

Arensbak | Website | Facebook | Instagram

+++ Wir bedanken uns bei Bram Kerkhof für das offene und sehr interessante Interview! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt! +++

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