Ende einer Tradition: Braunschweiger Mumme-Brauerei stellt Produktion ein
Eine der ältesten Brautraditionen Deutschlands findet ein stilles Ende: Die Mumme-Brauerei H. Nettelbeck KG, einziger verbliebener Produzent der historischen Braunschweiger Mumme, habe die Produktion eingestellt, wie t-online berichtet.
Restbestände der regionalen Spezialität würden demnach noch abverkauft – danach sei das Kapitel vorerst geschlossen. „Leider lässt es sich nicht darstellen, dass man halbwegs gewinnbringend ist oder davon leben kann“, so Christian Basilius, Geschäftsführer der Mumme-Brauerei, gegenüber der Braunschweig-Redaktion von t-online. Es sei viel Aufwand und am Ende bliebe nichts übrig.
Die Geschichte der Braunschweiger Mumme reicht bis ins Mittelalter zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das malzreiche Bier bereits 1390. Später entstand daraus zudem ein dickflüssiger, alkoholfreier Malzextrakt mit langer Haltbarkeit. Über Jahrhunderte stellten zahlreiche Braunschweiger Brauereien das Getränk her, ehe der Markt zunehmend schrumpfte. Zuletzt war Nettelbeck der einzige Hersteller.
Seit 1996 leitet Christian Basilius das Unternehmen in der mittlerweile dritten Generation. „Ich habe jetzt 30 Jahre lang die Mumme gemacht. Sich dann eingestehen zu müssen, dass es leider nicht funktioniert hat, ist hart“, wird er zitiert. Das größte Problem laut Basilius: Mumme-Produkte würden überwiegend als Tourismusartikel funktionieren. Die meisten würden es nur verschenken und wüssten selbst gar nichts damit anzufangen.
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