Eichbaum-Insolvenz: Investor soll Brauerei retten
Die insolvente Privatbrauerei Eichbaum hat einen wichtigen Schritt in Richtung Fortführung gemacht. Die Gläubiger haben dem Fortführungskonzept der Geschäftsführung zugestimmt, teilte das Mannheimer Unternehmen mit. Eine Abwicklung der Traditionsbrauerei ist damit vorerst vom Tisch.
Investor übernimmt Marke und Anlagen
Zentraler Bestandteil des Konzepts ist der Einstieg eines Investors, der wesentliche Vermögenswerte übernehmen will – darunter die Marke, Betriebsimmobilien und Produktionsanlagen. Der Name des Investors wurde bislang nicht öffentlich genannt. Die Eigenverwaltung soll nun alle erforderlichen Schritte zur Umsetzung der Transaktion einleiten. Generalbevollmächtigter Christoph Glatt erklärte: „Jetzt geht es darum, die vereinbarten Maßnahmen strukturiert umzusetzen und die wirtschaftliche Stabilisierung des Unternehmens zu erreichen.”
Stellenabbau geplant
Zuletzt beschäftigte Eichbaum rund 290 Mitarbeiter:innen. Im Februar hatte die Brauerei einen Abbau von knapp 100 Stellen bestätigt. Die Beschäftigtenzahl sollte damit auf unter 200 sinken – faktisch rund jede dritte Stelle. Für die nun beschlossene Investorenlösung geht die Gewerkschaft NGG von einem deutlich größeren Einschnitt aus. Nach Angaben der NGG sollen etwa zwei Drittel der 290 Beschäftigten ihren Job verlieren, sodass knapp 100 Stellen erhalten blieben. NGG-Landeschef Hakan Ulucay bezeichnete dies als „sehr bitter”, sah darin aber eine „reelle Chance auf Rettung des Brauereistandorts in Mannheim”.
Das Unternehmen selbst nannte auf der Gläubigerversammlung keine genaue Zahl. Die Gewerkschaft kündigte an, sich für einen sozialverträglichen Stellenabbau und eine Transfergesellschaft einzusetzen.
Hintergrund: Insolvenz seit Oktober 2025
Die Brauerei hatte Ende Oktober 2025 den Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt, nachdem Umsatzrückgänge im Export und eine sinkende Nachfrage im Inland zu einem erheblichen Liquiditätsengpass geführt hatten. Das Hauptverfahren läuft seit dem 1. Januar 2026. Das Unternehmen beliefert nach eigenen Angaben Kunden in mehr als 60 Ländern weltweit. Wenige Tage vor dem Insolvenzantrag hatte Eichbaum die Branche mit dem Verkauf der Marke Karamalz samt Produktion an den Konkurrenten Veltins überrascht. Der Kaufpreis wurde nicht öffentlich genannt.
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