Doktor Schrömbgens
Interview

Doktor Schrömbgens: Don Vincent Schrömbgens über seinen Botanischen Bitter

Mit „Doktor Schrömbgens – Botanischer Bitter“ bringt Don Vincent Schrömbgens nicht nur einen neuen Kräuterbitter auf den Markt, sondern erzählt zugleich eine außergewöhnliche Familiengeschichte weiter. Inspiriert von einem historischen Bitter seiner Vorfahren aus dem Jahr 1873 entwickelte der Baden-Badener Gründer eine moderne Interpretation, die Schwarzwälder Brenntradition, ausgewählte Botanicals und zeitgemäße Barkultur miteinander verbindet. Dabei versteht sich „Doktor Schrömbgens“ bewusst nicht als klassischer Shot, sondern vielmehr als anspruchsvolle Spirituose für hochwertige Drinks und bewussten Genuss.

Im Interview spricht Don Vincent Schrömbgens über die Entstehung der Marke, seine persönliche Motivation, den Geschmack seines Botanischen Bitters und die nächsten Schritte für das junge Unternehmen.

Herr Schrömbgens, geben Sie uns zum Einstieg einen kurzen Einblick: Wer sind Sie, und welche Stationen haben Ihren Weg in die Getränkeindustrie geprägt?

Don Vincent Schrömbgens: Guten Tag und erst einmal herzlichen Dank für die Möglichkeit, die Marke und mich hier vorzustellen. Mein Name ist Don Vincent Schrömbgens, Gründer und Geschäftsführer von „Doktor Schrömbgens – Botanischer Bitter“. Abseits der Gründung befinde ich mich derzeit in den Endzügen meines Management Masterstudiums an der Frankfurt School.

Der Weg in die Getränkeindustrie wurde daher schon über die letzten Jahre neben dem Studium durch verschiedene Stationen geebnet. Begonnen habe ich als Praktikant bei Bénazet, einer kleinen Spirituosenmarke, die ebenfalls in Baden-Baden ansässig ist. Von dort aus ging es weiter in den On Trade – Vertrieb der Bimmerle Distillery, damals unter der Leitung von Axel Schneider als Black Pan Drinks firmiert.

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Dann ging es studienbedingt nach Österreich, wo ich einige Zeit für die Stieglbrauerei in Salzburg im Trade Marketing tätig war. Zum Abschluss meines damaligen Bachelorstudiums habe ich zudem noch ein Praktikum im Customer Development von Coca-Cola Europacific Partners in Berlin absolviert und damit dann jede Unternehmensgröße innerhalb der Getränkebranche einmal sehen dürfen.

Durch den anschließenden Master habe ich meinen Fokus dann eher auf den Strategiebereich, rund um Financial Services und Global Enterprises, gelenkt. Meine bis dahin gesammelten Erfahrungen aus der Getränkeindustrie wollte ich aber nicht ungenutzt lassen, weshalb ich froh bin, dass ich sie nun in meine Gründung miteinfließen lassen kann.

Ihre Familiengeschichte reicht bis ins Jahr 1873 zurück – wann wurde daraus mehr als nur eine spannende Anekdote und konkret die Idee für Doktor Schrömbgens – Botanischer Bitter?

Don Vincent Schrömbgens: Die Familiengeschichte reicht tatsächlich noch ein ganzes Stück weiter zurück. Aber die Geschichte rund um den Kräuterbitter meines Vorfahren und dessen Bruder aus dem Jahre 1873 ist die vermutlich außergewöhnlichste. Wir haben eine kleine Familienchronik, in welcher mein Großvater alle ihm bekannten Familiengeschichten zusammengetragen hat. In der habe ich mit etwa 17 Jahren gelesen, wie mein Ur-Urgroßvater Johann Albert, zusammen mit seinem Bruder Dr. Josef Schrömbgens, einen eigenen Kräuterbitter, oder vielmehr Magenbitter, auf den Markt gebracht hat.

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Da zu dieser Zeit ohnehin das erste Mal die große Frage auf mich zukam, was ich eigentlich nach der Schulzeit machen möchte, stieß die Geschichte bei mir auf fruchtbaren Boden. Als dann mit dem Studium das erste Pflichtpraktikum anstand, war mir bereits klar, dass ich das in Hinblick auf eine spätere Gründung gerne bei einem Spirituosenunternehmen machen würde. Bis zur Konkretisierung der Gründung dauerte es dann aber noch einige Jahre. 2023 habe ich begonnen, den Businessplan zu formulieren. Der wurde dann zu einem 100 Seiten Manuskript, mit dem ich auf Finanzierungssuche gegangen bin. Geklappt hat die Finanzierung und die tatsächliche Gründung dann endlich im letzten Jahr.

Sie greifen ein historisches Rezept auf und interpretieren es neu: Wie viel Original steckt heute noch in Ihrem Botanischen Bitter, und wo beginnt Ihre eigene Handschrift?

Don Vincent Schrömbgens: Das ist vielleicht eine gute Gelegenheit, das Ganze richtig einzuordnen: Mein Rezept und alles, was drumherum ist, ist nicht historisch. Alles, was Sie an der Marke sehen und schmecken, stammt aus meiner Feder. Die Gründungsgeschichte meiner Familie hat mich zu all dem inspiriert, jedoch wollte ich sehr bewusst mein eigenes Werk schaffen. „Doktor Schrömbgens – Botanischer Bitter“ ist vielmehr eine Hommage an Johann Albert und Josef.

Doktor Schrömbgens

Werfen wir einen Blick ins Glas: Was steckt konkret in Doktor Schrömbgens – Botanischer Bitter, und nach welchen Kriterien haben Sie die Botanicals ausgewählt?

Don Vincent Schrömbgens: Da bringen Sie mich ein wenig in Verlegenheit, denn alle Geheimnisse möchte ich nicht von Anfang an offenlegen. Wir verwenden nur eine Hand voll ausgewählter Geschmackskomponenten, damit die einzelnen Bestandteile geschmacklich nicht untergehen. Um zu verhindern, dass Sie gleich alle kennen, verrate ich mal nur so viel: Thymian, Rosmarin und Vanille sind auf jeden Fall dabei.

Ausgewählt habe ich sie durch einige Versuche in Heimarbeit. Ich habe Kräuter, die mir persönlich im Einzelnen schmecken, in verschiedenen Kombinationen in Alkohol angesetzt und dann Freunde und Familie verkosten lassen. Der Favorit war ziemlich schnell gefunden.

Und wie würden Sie das Geschmacksprofil Ihres Bitters beschreiben – welche Aromen prägen seinen Charakter besonders?

Don Vincent Schrömbgens: Als ich das finale Produkt zum ersten Mal meinem Freundeskreis vorgestellt habe, sagte einer der Teilnehmenden „Der schmeckt nach Wald“, das beschreibt es rückblickend ziemlich gut. Durch den Fokus auf Kräuter ergibt sich natürlich ein grundsätzlich herbes Geschmacksprofil, das durch die Reduktion der Anzahl an Geschmackskomponenten aber viel Raum für die einzelnen Facetten lässt. Mit dem Zuckergehalt sind wir zudem auf das Nötigste heruntergegangen. Deshalb trägt die zurückhaltende Vanillenote so sehr zum Trinkgenuss bei.

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Hergestellt in kleinen Chargen im Schwarzwald: Wie genau entsteht Ihr Botanischer Bitter, und welche Rolle spielt die traditionelle Brennkunst im Herstellungsprozess?

Don Vincent Schrömbgens: Das Brennereiwesen ist traditionell ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität des Schwarzwalds, weshalb für mich als Baden-Badener klar war, dass ich zur Herstellung mit einem regionalen Familienunternehmen zusammenarbeiten möchte. Dort werden die erwähnten Botanicals mazeriert, ihre Aromen werden also konserviert. Bei uns mit Hilfe von einem Weizenfeindestillat. Das daraus gewonnene Extrakt wird dann durch Schwarzwälder Quellwasser auf Trinkstärke gebracht.

Anders als viele klassische Kräuterbitter ist Ihr Produkt nicht für den schnellen Shot gedacht – welche Trinkkultur möchten Sie stattdessen etablieren?

Don Vincent Schrömbgens: Das ist völlig richtig. Allerdings nicht, weil Doktor Schrömbgens sonst ungenießbar wäre. Im Gegenteil tatsächlich. Allerdings ist mir der Unterschied zwischen Kräuterbitter und Kräuterlikör sehr wichtig. Kräuterlikör hat man als Jugendlicher oft während verschwommener Nächte im Ganzen hinuntergekippt. Eine Assoziation, die ich mit meiner Marke gerne vermeiden möchte. Viel eher möchte ich einen bewussten Trinkgenuss kultivieren. Ein guter Drink, in guter Gesellschaft.

Wenn wir schon bei der Trinkkultur sind: Haben Sie eine persönliche Trinkempfehlung oder vielleicht sogar einen Signature Drink, mit dem sich Doktor Schrömbgens ideal genießen lässt?

Don Vincent Schrömbgens: Damit kann ich selbstverständlich gerne dienen. Mein persönlicher Favorit war über die ersten Monate hinweg immer der „Doktor Tonic“. Also ein Gin Tonic, bei dem der Gin durch unseren Kräuterbitter ausgetauscht wird. Der verleiht dem Drink deutlich mehr Tiefgang und Finesse.

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Allerdings hat mich Faouzi Baccouche, der Barchef der Gastronomien im Casino Baden-Baden, vor wenigen Wochen vollends von seinen Kreationen überzeugt. Baronessa, zu gleichen Teilen aus Doktor Schrömbgens und weißem Vermouth oder der Baden Torino mit Antica Formula statt des weißen Vermouths, sind meine neuen Favoriten. Wer dahingehend Inspiration sucht, wird auf unserer Homepage doktorschroembgens.de auf jeden Fall fündig.

Sie bringen Erfahrung aus großen Häusern wie Coca-Cola, Stiegl oder Nespresso mit – welche dieser Einflüsse spiegeln sich heute in Ihrem eigenen Produkt wider?

Don Vincent Schrömbgens: Die Erfahrungen, die ich in diesen Häusern sammeln durfte, haben mich primär in meiner Arbeitsweise und weniger in Hinblick auf das Produkt geprägt. Insbesondere durch den Überblick über verschiedenste Unternehmens- und Teamgrößen, habe ich eine gute Vorstellung darüber gewonnen, wie ich die Struktur meines eigenen Unternehmens gestalten möchte.

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Weiterhin war es wichtig für mich, den gesamten Prozess der Wertschöpfungskette vom Einkauf der Rohmaterialien, bis hin zu den verschiedenen Zwischenhändlern vor dem Endverbraucher anhand dieser Häuser nachvollziehen zu können. Auf das Produkt „Doktor Schrömbgens“ hatten sie eher weniger direkten Einfluss, da sich meine grundlegende Vision der Marke über die Jahre kaum geändert hat.

Der Start im Schwarzwald ist gemacht – wie sehen die nächsten Schritte aus, insbesondere mit Blick auf Vertrieb und weiteres Wachstum?

Don Vincent Schrömbgens: Unser Geschäftsmodell basiert ja bereits stark auf Outsourcing. Daher ist der nächst logische Schritt die Integration unseres Kräuterbitters in das Portfolio eines Außendienstes für On- und/oder Off-Trade auf dem deutschen Markt. Derzeit suche ich nach einem geeigneten Partner und freue mich dahingehend über Kontaktaufnahme.

Doktor Schrömbgens – Botanischer Bitter | Website | Instagram

+++ Wir bedanken uns bei Don Vincent Schrömbgens für das offene und sehr interessante Interview! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt! +++

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