Rochus Grolle
Interview

Zwischen Clubkultur, Festivalbühnen und Markeninszenierung – Rochus Grolle im Gespräch

Festivals, Clubs, Marken – und mittendrin: Rochus Grolle. Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg prägte er als Music & Lifestyle Manager (National) bei der Warsteiner Brauerei die Schnittstelle zwischen Marke und Kultur – genau dort, wo Zielgruppen nicht nur erreicht, sondern emotional gebunden werden. Internationale Clubkooperationen, große Festivalformate und strategische Markenaktivierungen bildeten dabei den Rahmen für einen Ansatz, der Erlebnis und Wirkung konsequent miteinander verbindet. Heute richtet Grolle den Blick nach vorn – mit dem Ziel, seine Erfahrung in neue Kontexte zu übertragen und weiterzuentwickeln.

Im Interview spricht Rochus Grolle über prägende Projekte im In- und Ausland, die Bedeutung von Authentizität in der urbanen Musik- und Szenegastronomie, den Aufbau nachhaltiger Markenpartnerschaften und darüber, wie sich über Clubkultur und Festivals konkrete Markenerfolge erzielen ließen.

Rochus, Du blickst auf über 20 Jahre in der Event-, Marken- und Musikszene zurück. Welche Stationen haben Dich besonders geprägt?

Rochus Grolle: Ich war über die Jahre hinweg an einer Vielzahl prägender Projekte beteiligt – sowohl im Clubbereich als auch auf großen Festivalbühnen. Dazu zählen Formate wie Parookaville, Lollapalooza Berlin, Rock am Ring, Rock im Park, Time Warp, Love Family Park, Melt Festival, San Hejmo Festival, Hive Festival, Dockland Festival, NIBIRII Festival u. v. m. Parallel dazu bin ich tief in der Clubszene verankert, unter anderem mit Stationen wie Watergate, Bootshaus, Gewölbe, Übel & Gefährlich, Kiesgrube, Fusion Club, Dockland Beach, Bikini Beach, Hafen 49 und 102 Club Neuss.

Ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit waren Markenaktivierungen – sowohl im Team als auch in eigenverantwortlicher Umsetzung, unter anderem im Umfeld der Warsteiner Brauerei sowie mit Formaten wie den #Musikdurstig-Stages. Dazu gehörten die Entwicklung und Umsetzung nationaler Festival- und Eventplattformen, die strategische Markenpositionierung im Trend-, Szene- und On-Trade-Umfeld sowie die Steuerung von Sponsoring- und Aktivierungsmaßnahmen.

Ebenso zählten die Betreuung nationaler Eventteams und Veranstalter, die Entwicklung neuer Konzepte im Bereich Lifestyle und On-Trade sowie die Weiterentwicklung der Markenpräsenz im Club-, Festival- und Eventumfeld zu meinen Aufgaben. Die enge Zusammenarbeit mit Vertriebsinnendienst, Controlling und Marketing war dabei ebenso essenziell wie die Mitarbeit in Gremien, Sitzungen und Ausschüssen.

„Eiskaltes Bier, beste Musik, beste Party.“

Viele Aktivierungen folgten diesem klaren Leitgedanken. Hochwertige Sound-Systeme, präzise DJ-Setups, durchdachte Booth-Konzepte und funktionale, zugleich ästhetische Ausschankflächen – mit Fokus auf Fassbier, Tankbier, Flaschenbier und Dosenbier – schufen nicht nur Atmosphäre, sondern unmittelbare Konsumerlebnisse.

Der Qualitätsanspruch war dabei entscheidend: von der perfekten Kühlkette bis zum sauberen Thekenbild. Gleichzeitig war eine präzise logistische Gesamtplanung – von Aufbau über Versorgung bis hin zur operativen Umsetzung – essenzieller Bestandteil für den Erfolg solcher Großveranstaltungen. Denn genau hier entsteht Markenwahrnehmung im Moment.

Welche internationalen Projekte sind Dir besonders in Erinnerung geblieben?

Rochus Grolle: Ein Highlight war Ibiza – insbesondere die Präsenz im Space Club im Rahmen von „Warsteiner Club World Tour“ in Kooperation mit MTV. Darüber hinaus habe ich mit der Warsteiner Club World Tour ein eigenständiges nationales Clubformat aufgebaut und umgesetzt. Dieses wurde gezielt in den relevantesten Clubs umgesetzt und war Ausdruck unserer Ambitionen, im Szeneumfeld nicht nur präsent zu sein, sondern eigene Formate nachhaltig zu verankern.

Ergänzt wurde das durch Projekte wie „Rave & Snow“ sowie strategische Partnerschaften in internationalen Märkten, etwa in Mykonos – mit Kooperationen u. a. mit den Clubs Cavoo Paradiso und Paradise Beach.

Was macht Club- und Festivalformate aus Markensicht so relevant?

Rochus Grolle: Sie verbinden Markenaufbau mit direkter Wirkung. Clubs und Festivals sind nicht nur Kommunikationsplattformen, sondern hochrelevante Absatzumfelder. Erlebnis schafft positive Emotionalisierung und Relevanz. Konsequente Präsenz baut Vertrauen auf. Kombiniert führt beides unmittelbar zu Absatz – nachhaltig und oft weit über das eigentliche Event hinaus.

Wie bleibt man langfristig relevant in der Szene?

Rochus Grolle: Authentizität ist entscheidend. Man kann sich nicht in diese Szene einkaufen – man muss Teil davon sein. Ich bin selbst als Musikkomponist, Artist und Producer aktiv und habe mehrere Gold- sowie Triple-Platin-Auszeichnungen erreicht. Das verschafft mir einen echten Zugang zur Branche – nicht nur strategisch, sondern kulturell.

„Authentizität ist entscheidend. Man kann sich nicht in diese Szene einkaufen – man muss Teil davon sein.“

Welche Rolle spielte der Aufbau von Plattformen wie #Musikdurstig in deiner Arbeit?

Rochus Grolle: Mit #Musikdurstig ging es um mehr als Events. Gemeinsam mit dem Marketing habe ich die Plattform entwickelt, aufgebaut und im Markt etabliert. Ziel war eine dauerhafte Verankerung der Marke im kulturellen Kontext – über einzelne Aktivierungen hinaus.

Welche Bedeutung haben Netzwerke und langfristige Partnerschaften für Dich in deinem Job?

Rochus Grolle: Vertrauen, Zuverlässigkeit, Authentizität und 100 % Commitment sind das Fundament meiner Arbeit. Die daraus entstandenen Netzwerke und langfristigen Partnerschaften sind Ausdruck gegenseitiger Wertschätzung. Diese Werte funktionieren überall gleich – national wie international.

Nach 22 Jahren – warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt für einen neuen Abschnitt?

Rochus Grolle: Nach über zwei Jahrzehnten war für mich der richtige Zeitpunkt gekommen, Erfahrungen zu reflektieren und den nächsten Schritt bewusst anzugehen. Ich sehe das nicht als Abschluss, sondern als konsequente Weiterentwicklung. Jetzt geht es darum, mein Know-how, meine Netzwerke und meine Erfahrung in neue Kontexte zu übertragen  – mit neuen Ideen, starken Marken, relevanten Produkten und nachhaltigen Konzepten.

Was treibt Dich heute an?

Rochus Grolle: Mich treibt nach wie vor die Verbindung aus Musik, Menschen und besonderen Momenten an – und die Möglichkeit, daraus relevante Markenerlebnisse zu schaffen.

Besonders freue ich mich darauf, bestehende Partnerschaften weiter auszubauen und gemeinsam neue Projekte mit starken Marken, relevanten Produkten und nachhaltigen Konzepten umzusetzen. Viele der über Jahre gewachsenen Verbindungen bleiben bestehen – und genau darin liegt für mich echter Wert.

Mein besonderer Dank gilt allen Partnern, Wegbegleitern und geschätzten Kollegen für die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit über viele Jahre hinweg. Ich freue mich darauf, auch in Zukunft gemeinsam neue Impulse zu setzen und mit frischen Ideen auf viele bekannte Gesichter zuzugehen.

Rochus Grolle | LinkedIn

+++ Wir bedanken uns bei Rochus Grolle für das offene und sehr interessante Interview! Wenn auch Sie eine interessante Marke haben, dann sollten wir uns unterhalten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „about-drinks Interview“ an redaktion@about-drinks.com – wir freuen uns auf Ihren Kontakt! +++

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