beckers bester: Traditionsmarke offenbar vor Insolvenz
Der Fruchtsafthersteller beckers bester aus Nörten-Hardenberg (Niedersachsen) steht übereinstimmenden Medienberichten zufolge vor einer ernsthaften finanziellen Krise. Demnach würde das Unternehmen derzeit die Insolvenz in Eigenverwaltung planen. Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens dazu steht bislang aus.
Bekannt wurde die Situation durch ein Informationsschreiben der Crowdinvesting-Plattform Invesdor an betroffene Anleger. Diese würden seit etwa Mitte vergangenen Jahres auf ausstehende Zins- und Tilgungszahlungen warten. Als Begründung für den Zahlungsstopp führe beckers bester einen Solvenzvorbehalt an: Entsprechende Ausschüttungen würden die finanzielle Stabilität des Betriebs gefährden.
In der Vergangenheit habe das Unternehmen in mehreren Crowdfunding-Runden Kapital in Millionenhöhe eingesammelt, das unter anderem in die Erweiterung der Produktionskapazitäten geflossen sein soll. Strukturell problematisch: Die betreffenden Investments seien als Nachrangdarlehen konzipiert gewesen. Bei einer Insolvenz würden die Crowdinvestoren damit in der Gläubigerrangfolge weit hinten stehen. Im Raum stehe ein offener Betrag von rund 1,8 Mio. Euro, heißt es.
Ein Einigungsversuch Ende April scheiterte offenbar am Widerstand der Anleger: Ein außergerichtlicher Vergleich, der lediglich eine Rückzahlung von 10 Prozent des eingesetzten Kapitals vorsah, fand keine Akzeptanz. Laut Invesdor sei eine außergerichtliche Lösung grundsätzlich noch nicht vom Tisch – konkrete Bewegung gäbe es jedoch nicht.
Das 1932 gegründete Familienunternehmen gehört zu den bedeutenden Fruchtsaftproduzenten hierzulande. Zuletzt hatte beckers bester die Marke neu ausgerichtet. Erst Ende 2025 gab es einen Wechsel an der Unternehmensspitze: Wolf-Peter Korth übernahm vom bis dahin alleinigen Geschäftsführer Lothar Welker, der das Amt aus persönlichen Gründen niederlegte.
Bildquelle: beckers bester





















