Aktienbrauerei Kaufbeuren leitet Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung ein
Die ABK Betriebsgesellschaft der Aktienbrauerei Kaufbeuren hat ein Restrukturierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Wie übereinstimmend berichtet wird, hat das Insolvenzgericht Aalen die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Das Gericht ist zuständig für Ellwangen (Jagst), wohin die Betriebsgesellschaft im Zuge der Sanierungspläne ihren formalen Sitz verlegt hat. Der Braustandort in Kaufbeuren bleibt nach Unternehmensangaben vom laufenden Betrieb unberührt.
Die Brauerei blickt auf eine über 700-jährige Geschichte zurück. Mehrheitseigentümerin des operativen Geschäfts ist laut Medienberichten die britische Gesellschaft ROKiT Stars; weitere Anteile hält die börsennotierte Aktienbrauerei Kaufbeuren AG, hinter der unter anderem der US-Investor John Paul DeJoria steht. In den Geschäftsberichten der AG war die Betriebsgesellschaft zuletzt als wirtschaftliche Belastung geführt worden, verbunden mit dem Verweis auf ein „dringend erforderliches Sanierungskonzept“.
Produktion bleibt in Kaufbeuren – Verwaltung zieht um
Produktion und Braubetrieb verbleiben vollständig am Standort Kaufbeuren. Die Geschäftsführung und die Verwaltung werden jedoch künftig nach Ellwangen (Jagst) verlagert, von wo aus die Sanierung durch die Unternehmensberatung Z Management Consulting (ZMC) unter Leitung von Sanierungsgeschäftsführer Volker P. Zimmerer zentral gesteuert wird.
Zum Sanierungsteam gehört zudem die auf Insolvenz- und Sanierungsrecht spezialisierte Kanzlei WHP Rechtsanwälte und Betriebswirte. Als vorläufigen Sachwalter hat das Insolvenzgericht den Rechtsanwalt Olaf Spiekermann bestellt.
84 Beschäftigte betroffen – Löhne vorerst gesichert
Von dem Verfahren sind insgesamt 84 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Sie sollen heute auf einer Betriebsversammlung über den weiteren Ablauf informiert werden. Die Löhne und Gehälter sind nach Unternehmensangaben über das Insolvenzgeld für die kommenden drei Monate gesichert.
Die Geschäftsführung betont, möglichst viele Arbeitsplätze in Kaufbeuren erhalten zu wollen – macht zugleich aber deutlich, dass strukturelle und personelle Anpassungen im Rahmen des Sanierungskonzepts nicht ausgeschlossen sind.
Investorenprozess gestartet
Parallel zur Restrukturierung wurde ein Investorenprozess eingeleitet, um strategische Partner für eine langfristige Sicherung des Brauereistandorts zu gewinnen. Alle geplanten Veranstaltungen und Feste in der Region sollen nach Unternehmensangaben wie vorgesehen stattfinden.
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